Erkenntnisse der einzigartigen Expedition Mosaic-Eisscholle stammt aus Sibirien

Ein Jahr lang driftet der Forschungseisbrecher „Polarstern“ an einer Scholle durch die Arktis. Forscher haben nun herausgefunden, woher das Eis stammt.
06.07.2020, 00:00
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Mosaic-Eisscholle stammt aus Sibirien
Von Jan-Felix Jasch

Während der Mosaic-Expedition driftet der Forschungseisbrecher „Polarstern“ ein Jahr lang an einer Eisscholle durch das Nordpolarmeer. Wie das Alfred-Wegener-Institut mitteilte, sind die Wissenschaftler zu der Erkenntnis gelangt, dass die Scholle von den Neusibirischen Inseln kommt. Im Dezember 2018 bildete sich vor der Inselgruppe, die die Ostsibirische See und die Laptewsee nördlich von Sibirien voneinander trennt, das Meereis, mit dem die „Polarstern“ durch die Arktis treibt.

Dabei wurden auch Sedimente, Steinchen und Muscheln mit in das Eis eingefroren, die jetzt, wo das Eis um die „Polarstern“ schmilzt, zum Vorschein kommen. Das sei ein seltener werdendes Phänomen, da der größte Teil des sogenannten schmutzigen Eises schmelze, bevor es in die zentrale Arktis gelangen könne.

Die Eisscholle hatte bereits rund 1200 Seemeilen zurückgelegt, als die „Polarstern“ im Oktober 2019 an ihr festmachte und die Drift durchs Nordpolarmeer begann. „Unsere Studie zeigt, dass die Scholle, die wir letztendlich für die Mosaic-Expedition ausgesucht haben, im Dezember 2018 im Flachwasserbereich der russischen Schelfe gebildet wurde“, erläutert Thomas Krumpen, Meereisphysiker am Alfred-Wegener-Institut. „Wir haben eine Scholle gefunden haben, die den Sommer überlebt hat. So lassen sich Transportprozesse der ‚alten Arktis‘ untersuchen, die heutzutage nicht mehr oder nur noch teilweise funktionieren“, sagt Thomas Krumpen.

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Vor den sibirischen Küsten drücken starke Winde das Eis von der Küste weg und es entsteht Neueis. Im flachen Wasser werden dann Sedimente vom Meeresboden nach oben aufgewirbelt und mit ins Eis eingeschlossen. Mit der sommerlichen Eisschmelze tritt dieses Material jetzt an die Oberfläche: „An mehreren Stellen haben wir ganze Haufen von Kieseln von mehreren Zentimetern Durchmessern gefunden und es sind auch Muscheln dabei“, berichtet Markus Rex, Leiter der Mosaic-Expedition. In weiteren Messungen geht es nun darum, herauszufinden, wie stark die schmutzigen und dunklen Flächen das Schmelzen der Scholle beschleunigen.

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