Ermittlungen wegen Volksverhetzung Nach „Querdenken“-Auftritt: Arzt bedauert seinen Liedtext

Ein Arzt hatte bei einer „Querdenken“-Demo gesungen: „Wir werfen den Covid in die Flammen, mit Virologen zusammen“. Davon distanziert er sich jetzt öffentlich. Der Staatsschutz ermittelt wegen Volksverhetzung.
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Nach „Querdenken“-Auftritt: Arzt bedauert seinen Liedtext
Von Sabine Doll

Der Arzt, gegen den der Staatsschutz wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt, bedauert seinen selbstverfassten Liedtext. Bei einer „Querdenken“-Kundgebung am Sonnabend hatte er unter anderem gesungen: „Wir werfen den Covid in die Flammen, mit Virologen zusammen“. Er sei erschrocken über die öffentliche Wirkung, die das Lied ausgelöst habe. „Das bedauere ich zutiefst, habe das so nicht gewollt und nicht vorhergesehen, und ich möchte mich dafür öffentlich entschuldigen“, betont Jürgen Fuchs gegenüber dem WESER-KURIER. Am Freitag hatte er sich bereits namentlich geäußert.

Es sei ein „künstlerisch überspitzt formulierter Liedtext“ gewesen, „mit der Intention eines Beitrags zur Bewältigung der derzeitigen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Krise“ im Zuge der Corona-Pandemie. „Als humanistischer, demokratischer und in der Klimakrise engagierter Bürger liegt es mir fern, Andersdenkende bedrohen zu wollen“, heißt es weiter. Sein Anliegen sei es, einen Dialog zwischen verhärteten Fronten zu fördern. „Ich halte den Liedtext inzwischen für ungeeignet und werde ihn nicht mehr vortragen“, so der Arzt. Der Auftritt bedeute nicht, dass er sich mit „Querdenken“ identifiziere.

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„Auch distanziere ich mich von möglichen rechten Tendenzen bei 'Querdenken'.“ In keiner Weise wolle er zudem die gesundheitlichen Gefahren von Covid-19 verharmlosen, weder im privaten noch beruflichen Bereich. Er habe bei der Kundgebung zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes und der Einhaltung der Abstandsregeln aufgerufen. In seiner Praxis würden die Hygienevorschriften „selbstverständlich“ eingehalten.

Neben den Staatsschutz-Ermittlungen drohen dem Arzt berufsrechtliche Konsequenzen. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) will sich im Zulassungsausschuss damit befassen. Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer, der der Mediziner angehört, tagt am Montag. KV und Kammer hatten den Auftritt aufs Schärfste verurteilt. „Dass gegen mich Anzeige erstattet wurde wegen des Verdachts auf Volksverhetzung, macht mich sehr betroffen. Der ganze Vorgang bedeutet eine Rufschädigung für meine Person und, auch wenn mein Auftritt als Privatperson und Liedermacher erfolgte, leider auch für meine berufliche Tätigkeit als Allgemeinarzt“, so der Mediziner.

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