Unternehmer Kurt Zech Neue Ideen für Bremer Innenstadt gesucht

Der Bremer Unternehmer Kurt Zech lädt branchenübergreifend Experten für eine ganze Woche zur Ideenmeisterschaft und erhofft sich entscheidende Impulse für den Fortgang der vielen Projekte.
23.08.2018, 19:18
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Neue Ideen für Bremer Innenstadt gesucht
Von Jürgen Hinrichs

Der Anspruch ist groß: „Sechs Tage lang wird die Hansestadt Bremen zum Zentrum innerstädtischer Zukunftskonzepte“, heißt es in der Mitteilung der Veranstalter. Bremen deshalb, weil die City in einem so grundlegenden Wandel begriffen ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Einer, der die Entwicklung treibt, ist Kurt Zech. Er will das Parkhaus-Mitte abreißen und zusammen mit den Gebäuden von Karstadt und Galeria Kaufhof ein neues innerstädtisches Quartier schaffen, das nicht allein durch Einzelhandel geprägt sein soll. Zech ist der ­Initiator der sogenannten Ideenmeisterschaft, die vom 9. bis zum 14. September an verschiedenen Orten der Innenstadt stattfindet. Beteiligen werden sich Experten aus dem In- und Ausland. Sie sollen sich intensiv austauschen und Anregungen geben, wie sich das Gebiet rund um Bremens guter Stube entwickeln könnte.

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„Ich freue mich, dass wir mit der Ideenmeisterschaft ein neues innovatives Format ins Leben rufen, mit dem wir branchenübergreifend Experten zusammenbringen, um Bremens Mitte zukunftsfähig zu machen“, erklärt Zech, „ich bin mir sicher, dass wir am Ende der Woche einige neue Ideen zur Gestaltung der Innenstadt kennenlernen, die für die zukünftigen Entwicklungen die Richtung weisen.“

Die Stadt ist mit ihren beiden Senatoren für Wirtschaft und für Bau vertreten. Zu Martin Günthner (SPD) und Joachim Lohse (Grüne) gesellt sich spätestens am letzten Tag des Symposiums, wenn die Ergebnisse vorgetragen werden, Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). Im Publikum und auf den Podien sitzen auch Vertreter gesellschaftlicher Institutionen in Bremen, der Parteien in der Bürgerschaft, des Beirats-Mitte und des Ortsamts-Mitte, außerdem hiesige Fachleute aus Architektur, Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft sowie Sprecher der City-Kaufleute. Sie verteilen sich auf verschiedene Workshops und sind an den ersten beiden Tagen die Zuhörer bei Vorträgen der Experten.

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Im Vorfeld der Ideenmeisterschaft lädt die Aktion „Bremer Stimmen“ die Bevölkerung dazu ein, ihre Ideen für die Mitte Bremens zu teilen. Auf der Website www.mittebremen.de können unter dem Menüpunkt „IdeenGeben!“ drei Sätze vervollständigt werden. Sie lauten: „An Bremens Mitte mag ich . . .“; „In Bremens Mitte vermisse ich . . .“; „Was wäre, wenn die Bremer Mitte in Zukunft . . .“. Die Ergebnisse der Umfrage seien eine wichtige Grundlage für die Ideenmeisterschaft, so die Veranstalter.

Ausgangspunkt aller Überlegungen soll das Areal rund um das Parkhaus-Mitte sein. Die Stadt hat das Gebäude Kurt Zech zum Kauf angeboten, doch noch ist nicht klar, ob wegen der vertrackten Rechtsverhältnisse rund um das Parkhaus der große Umbau auf der Fläche gelingen kann. Wesentlich dafür ist auch, wie sich die Fusionspläne zwischen Karstadt und Kaufhof entwickeln. Zech muss abwarten, darauf hat er keinen Einfluss.

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Die Experten werden freilich nicht nur Bauklötze hin- und herschieben, Plätze identifizieren und ihr Potenzial ausloten; der Ansatz ist vielmehr, schreiben die Veranstalter, die Innenstadt als Ort neu zu durchdringen. „Bisherige Konzepte zu Einzelhandel und Mobilität greifen nicht mehr.“ Gleiches gelte für die Gastronomie und die Nutzung von Flächen. Zu allen diesen Schwerpunkten soll es Referate und Diskussionen geben, auch zu Klima, Bildung, Digitalisierung, Lebensstile und Kultur. Ein mithin umfassender Blick auf Innenstädte generell und die Bremer City im Besonderen. „Die Teilnehmer erarbeiten mit frischem Blick auf die Stadt Lösungen speziell für die Mitte Bremens.“

Vorsitzende des sogenannten Ideenrats, der die Vorschläge während der Woche sammelt und sie am Ende zusammenstellt, ist Christiane Thalgott, eine hoch anerkannte Architektin und Stadtplanerin. Sie war 15 Jahre lang Chefin der Planungsbehörde in München. Finanziert wird das Symposium zum größten Teil von Kurt Zech, privates Geld schießt auch Christian Jacobs aus der Bremer Kaffeedynastie dazu, der sich zur Zeit unter anderem mit Projekten in der Langenstraße engagiert. Einen weiteren Teil der Kosten, die dem Vernehmen nach im Bereich von 400.000 Euro liegen, trägt die Stadt.

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