Pflegekräftemangel Pflegeberufe attraktiver machen

2020 tritt eine neues Gesetz zur Pflegeausbildung in Kraft: In Bremen haben sich Kliniken, Pflegeheime und Schulen einem Verbund angeschlossen, um die Hansestadt als Ausbildungsstätte attraktiver zu machen.
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Pflegeberufe attraktiver machen
Von Sabine Doll

Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste in Bremen suchen Pflegekräfte: Große Hoffnung, den dringend benötigen Pflegenachwuchs zu bekommen, setzt der Verein Weser-Bildungsverbund Gesundheit und Pflege in ein neues Gesetz zur Pflegeausbildung, das bundesweit ab 2020 in Kraft tritt – und in Bremen am 1. April kommenden Jahres mit dem ersten Kurs scharf geschaltet wird.

„Die bisher getrennten Ausbildungen Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege werden zusammengefasst. Staatlich geprüfte Pflegefachkräfte können dann in allen drei Bereichen arbeiten. In den ersten beiden Jahren werden alle Auszubildenden gemeinsam unterrichtet und praktisch ausgebildet. Im dritten Jahr können sie sich spezialisieren“, fasst Karl Bronke den Kern des Pflegeberufe-Reformgesetzes zusammen. „Wir sind startklar für die neue Ausbildung.“

Bronke ist Vorsitzender des Bildungsverbunds, der vor gut einem Jahr gegründet wurde und dem inzwischen 36 Mitglieder – nicht nur aus Bremen – angehören: Pflegeschulen sind darunter, Altenhilfeträger, Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste und die Hochschule Bremen, die einen eigenen Pflegestudiengang anbietet. Ziel des Zusammenschlusses ist es, die Anforderungen des neuen Gesetzes gemeinsam zu schultern – und Pflegeberufe damit attraktiver für junge Menschen zu machen. Nicht alle Pflegeschulen und Träger im Land Bremen sind unter dem Dach des Vereins organisiert. „1200 Plätze aus dem Verbund heraus werden Schülern in den kommenden drei Ausbildungsjahren zur Verfügung stehen. Diese Zahl wollen wir um zehn Prozent aufstocken“, betont Bronke.

Die reformierte Pflegeausbildung berge große Chancen, auf Schulen und Träger kämen aber auch eine Reihe von Anforderungen zu – zum Beispiel die Verteilung der Praxiseinsätze. Neben dem theoretischen Teil der Pflegeausbildung müssen die angehenden Fachkräfte Praktika in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und bei ambulanten Diensten absolvieren. „Das überfordert vor allem kleinere Betriebe, beispielsweise werden um die 100 Pflegeschüler gleichzeitig diese Stationen absolvieren müssen“, erklärt Angela Sallermann, Leiterin des Bildungszentrums der Bremer Heimstiftung und stellvertretende Vorsitzende des Bildungsverbunds. „Der Verbund übernimmt die Verteilung der Praxisplätze.“

Das Gesetz schreibe außerdem vor, dass Praxisanleiter in den Betrieben regelmäßig fort- und weitergebildet werden müssen. Auch die Koordination für diese Qualifizierungen soll der Verein mit dem Start des Gesetzes organisieren. Bronke: „Auf diese Weise wollen wir Entlastung schaffen und die Einrichtungen dazu motivieren, im Bereich Pflege auszubilden.“

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