Kommentar über Traditionsfeste

Das gute Bremen

Bremerinnen und Bremer haben sich daran gewöhnt, dass sich zu Eiswettfest und Schaffermahlzeit jedes Jahr Hunderte von illustren Gästen in Smoking, Frack und Uniform in Bremen einfinden.
16.01.2016, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Bremerinnen und Bremer haben sich daran gewöhnt, dass sich zu Eiswettfest und Schaffermahlzeit jedes Jahr Hunderte von illustren Gästen in Smoking, Frack und Uniform in Bremen einfinden, um jeweils viele Stunden lang zu essen, zu trinken und Reden zu hören.

Die Speisenfolgen sind festgelegt, die Zutaten nicht jedermanns Sache und keinesfalls kulinarisch ausgeklügelte Kreationen. Immerhin wird für gute Zwecke gespendet.

Da es sich aber um geschlossene Gesellschaften handelt, ist die Frage berechtigt, warum sich Bremerinnen und Bremer für diese Benefizfeste interessieren oder gar begeistern sollten. Vor allem Bremerinnen darf das schwerfallen: Die Schaffermahlzeit hat erstmals im Vorjahr weibliche Gäste – abgesehen von Kanzlerin und Kapitäninnen – eingeladen. Die Eiswette bleibt eine große Männerrunde.

Doch Hand aufs Herz: Freundinnen und Freunde guter Geschichte(n) können nicht umhin, die historischen Bezüge, die Erzählungen über Kapitäne und Kaufleute früherer Jahrhunderte zu mögen.

Wenn dann noch Bremen-Bilder in den abendlichen TV-Nachrichten zu sehen sind, weil eine Ministerin, ein Minister, eine Kanzlerin oder ein Bundespräsident über den Marktplatz schreitet oder im Rathaus Humpen hebt, regt sich vielleicht sogar Stolz. Einmal nicht als Haushaltsnotlageland in den Schlagzeilen, sondern als gastfreundliche, weltoffene Stadt mit Bürgersinn, die mit dem Blick nach vorn ihre Traditionen wahrt. Das tut Bremen gut. Und damit auch den Menschen, die hier leben. frauke.fischer@weser-kurier.de

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