Konkrete Pläne erwartet Politik für Wellnesshotel am Bremer Unisee

Bremen. Offenbar stößt die geplante Mischung aus Saunalandschaft und Wellnesshotel am Unisee bei den laufenden Gesprächen überwiegend auf Wohlwollen. Voraussichtlich nach der Sommerpause sollen konkretere Pläne vorgelegt werden.
14.05.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Politik für Wellnesshotel am Bremer Unisee
Von Michael Brandt

Bremen. Die politische Großwetterlage: vorwiegend heiter. Offenbar stößt die geplante Mischung aus Saunalandschaft und Wellnesshotel am Unisee bei den laufenden Gesprächen überwiegend auf Wohlwollen. Zwischendurch hatte es so ausgesehen, als würden die Investoren aus Hamburg das Vorhaben schon im Anfangsstadium auf die sehr lange Bank schieben. Jetzt scheint aber aus Warte der Bremer Beteiligten klar: Voraussichtlich nach der Sommerpause sollen konkretere Pläne vorgelegt werden.

Wie berichtet, war ein Team von Projektentwicklern um das Hamburger Architekturbüro „Geising und Böker“ an die Wirtschaftsförderung herangetreten. Ihre Idee: Auf dem alten Campingplatz könnte eine Mischung aus Freizeit und Wellness angeboten werden, mit deutlicher Ausprägung hin zum Ökologischen. Bestandteile könnten eine Saunalandschaft mit unterschiedlichen Themen, Ferienappartements und ein zentrales Hotel sein. Kerndaten: 90 Millionen Investitionsvolumen und 100 neue Jobs. „Geising und Böker“ hat bereits eine Reihe vergleichbarer Projekte im Bundesgebiet umgesetzt.

Zwischenzeitlich hieß es indes, das Projekt „Greetland“ an der Küste könnte „Geising und Böker“ so in Anspruch nehmen, dass Bremen auf absehbare Zeit das Nachsehen hätte. In Greetsiel ist ein Ferienpark geplant, in dessen Entstehung das Architekturbüro involviert ist. Nach internen Runden an den vergangenen Tagen wird nun in den Behörden Entwarnung gegeben: Das hiesige Projekt – als Arbeitstitel wurden bisher „Naturferienpark“ oder „City-Resort“ benutzt – solle zügig angeschoben werden. Die Investoren waren aktuell nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) hat die Pläne bereits der SPD-Bürgerschaftsfraktion vorgestellt. Von dort wird Zustimmung signalisiert, allerdings an mehrere Bedingungen geknüpft. So müssen aus Sicht der SPD Uniwildnis und Unisee frei zugänglich bleiben. Die erwarteten 100.000 bis 140.000 Übernachtungsgäste dürften auch nicht zu einer Belastung des Areals werden. Außerdem müssten sich die Bauten in die Umgebung einpassen einen hohen ökologischen Standard erfüllen, heißt es in dem Forderungskatalog.

Für die SPD bedeutet die Verwirklichung des „City-Resorts“ zudem, dass eine Ausdehnung des Technologieparks an der Universität nach Westen endgültig vom Tisch ist. Die vorhandenen Flächen würden langfristig für die Erweiterung des Technologieparks ausreichen. Dies sei nun baurechtlich abzusichern, lautet der Beschluss der Fraktion.

Der Bauausschuss des Beirats Horn-Lehe hat dem Vernehmen nach ebenfalls eine „konstruktive Haltung“ eingenommen. Und der Verein der Dauercamper unter dem Vorsitz des Ex-Bundestagsabgeordneten Konrad Kunick (SPD) hat durchblicken lassen, er werde dem Vorhaben nicht im Weg stehen, wenn einige Dinge berücksichtigt würden. Dabei geht es in erster Linie darum, dass für die sozial schwachen Dauercamper ein neues Quartier gefunden werden müsste und auch die Sommerferienlager des CVJM an anderer Stelle gesichert werden müssten. Der Verein hat einen Pachtvertrag mit der Stadtgemeinde, bei Bauvorhaben kann der Vertrag allerdings gekündigt werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+