Baustellenüberfall in Bremen Polizei fasst Verdächtige

Bremen. Die Polizei hat sechs Männer identifiziert, die vor zwei Wochen mehrere Arbeiter auf einer Baustelle in der Bremer Neustadt überfallen und zum Teil schwer verletzt haben.
22.08.2013, 14:23
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Polizei fasst Verdächtige
Von Ralf Michel

Bremen. Die Polizei hat sechs Männer identifiziert, die vor zwei Wochen mehrere Arbeiter auf einer Baustelle in der Neustadt überfallen und zum Teil schwer verletzt haben sollen. Am frühen Mittwochmorgen wurden die Wohnungen der Tatverdächtigen durchsucht. Fünf der mutmaßlichen Täter wurden an Ort und Stelle angetroffen und vorläufig festgenommen, der sechste ist der Polizei namentlich bekannt, von ihm fehlt aber jede Spur.

Am 8. August hatte eine rund 30-köpfige Gruppe vier Arbeiter auf der Baustelle am Hohentorsplatz überfallen. Die Bauarbeiter wurden geschlagen und getreten, einer von ihnen mit einem Messer am Rücken verletzt. Aufgrund von Zeugenaussagen und Fotoauswertungen gelang es der Polizei, sechs Personen als Tatverdächtige zu identifizieren.

Nachdem das Amtsgericht die entsprechenden Durchsuchungsbeschlüsse erlassen hatte, erfolgte am Mittwochmorgen um 6 Uhr zeitgleich in sechs Wohnungen der Zugriff, erklärt Einsatzleiter Stefan Kiprowski. In fünf Fällen reichte es zu klingeln, einmal kam die Ramme der Polizei zum Einsatz, um in die Wohnung zu gelangen. Widerstand habe es nicht gegeben. „Alles lief völlig friedlich ab.“

Fünf der Tatverdächtigen konnten vorläufig festgenommen werden. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft sind die Täter zwischen 15 und 38 Jahre alt. Alle seien bereits wegen Gewalt-Straftaten bei der Polizei bekannt. Zwischen vier und 145 Straftaten stehen für jeden einzelnen zu Buche.

„Nach Abschluss der erkennungsdienstlichen Behandlung wurden vier von ihnen aufgrund fehlender Haftgründe wieder entlassen“, erläuterte gestern Nachmittag Frank Passade, Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft.

Gegen den fünften festgenommenen Tatverdächtigen, einen 31-jährigen türkischen Staatsangehörigen, hat das Amtsgericht Bremen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl erlassen. Auch er ist – wie die anderen – dringend verdächtig, den Angriff verübt zu haben. Zusätzlich habe bei ihm aber Fluchtgefahr bestanden, erklärte Passade den Haftbefehl. Nach Zahlung einer Kaution und Abgabe seines türkischen Reisepasses sei der Haftbefehl allerdings außer Vollzug gesetzt worden.

Nächster Schritt der Ermittlungsbehörden ist nun, das sichergestellte Beweismaterial, insbesondere Kleidungsstücke der Tatverdächtigen, mit dem Bildmaterial vom Tatgeschehen abzugleichen.

„Ich freue mich sehr, dass sich unsere intensive Ermittlungsarbeit ausgezahlt hat“, kommentiert Bremens Polizeipräsident Lutz Müller die Festnahmen durch seine Kollegen. „Wir werden auch weiterhin alles tun, um derartige Straftaten konsequent zu verfolgen.“

In Anspielung auf die Aktion von Vertretern mehrerer arabischer Großfamilien in dieser Woche – wie berichtet hatten sechs Familienoberhäupter die Arbeiter auf der Baustelle besucht, um sich stellvertretend für den Überfall zu entschuldigen –, ergänzte Müller: „Wir müssen uns aber auch mit den Realitäten in unserer Stadt auseinandersetzen. Deshalb unterstützen wir diejenigen, die sich um ein konfliktfreies Miteinander bemühen.“

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