Bürgemeister Sieling übergab den Pokal

Afrikanische Strahlkraft aus der Pauliner Marsch

Sierra Leone gewinnt den 13. Football-Cup. Politiker und Funktionäre loben das Turnier als Aushängeschild der Stadt
12.08.2019, 16:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Markwort
Afrikanische Strahlkraft aus der Pauliner Marsch

Ibrahim Jellow stemmt den Pokal in die Höhe, den ihm Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (Mitte) soeben überreicht hat. Die Mannschaft von Sierra Leone siegte im Elfmeterschießen gegen Kamerun und feierte den Titel ausgelassen.

Christian Markwort

An der Seitenlinie staunten zahlreiche prominente Zuschauer nicht schlecht über die Qualität des Endspiels. Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald etwa sprach von „vielen guten Kickern auf Regionalliga-Niveau“, und auch Bremens Noch-Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) hatte große Freude an der Vorstellung der beiden Finalgegner beim African Football-Cup. „Es ist immer wieder toll anzusehen, mit welcher Begeisterung die afrikanischen Fußballer Jahr für Jahr bei der Sache sind und auf welchem Niveau hier gekickt wird", betonte der Politiker und Fußball-Fan.

Es war ja auch ein spannendes Finale in der Pauliner Marsch. Bis zur 85. Spielminute wurden die Fußballer aus Sierra Leone ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht, mit 2:0 führte das Team um Kapitän Ibrahim Jellow gegen Kamerun und sah bereits wie der sichere Sieger aus. Doch dann traf Kamerun zum 1:2. Und nur wenige Augenblicke vor Ende der regulären Spielzeit verhängte Schiedsrichter Lennart Wolff (Bremer SV) einen Foulelfmeter gegen die Westafrikaner. „Niemals Elfmeter“, ärgerte sich Torwart Mustafa Njie, „der Kameruner hat unseren Abwehrspieler gefoult und nicht umgekehrt.“ Doch der Unparteiische hatte die knifflige Situation im Strafraum Sierra Leones genau andersherum gesehen und blieb bei seiner Entscheidung. Kameruns Junior Chi übernahm die Verantwortung, traf zum 2:2-Ausgleich – und rettete sein Team ins Elfmeterschießen.

Dort avancierte schließlich Sierra Leones Torhüter zum Helden, zweimal parierte Njie einen Schuss der Kameruner und hatte damit entscheidenden Anteil am Erfolg seiner Mannschaft. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, freute sich Kapitän Jellow, als ihm Carsten Sieling schließlich den Wanderpokal überreichte. „Das ist ein großer Erfolg für uns, und wir wollen den Pokal im nächsten Jahr in jedem Fall verteidigen.“ Der Rest von Sielings Rede war da in dem ganzen Trubel schon nicht mehr zu verstehen, Team und Betreuer der siegreichen Mannschaft enterten die kleine Bühne und feierten lautstark mit den vielen Besuchern den Ausklang einer friedlichen und überaus stimmungsvollen Veranstaltung.

Im Grunde genommen war die komplette rot-grün-rote Koalition am Finaltag vertreten. Neben Sieling durften Organisator Muritala „Chief“ Tala Awolola und sein Team vom ausrichtenden Pan-Afrikanischen Kulturverein auch Sofia Leonidakis (Linke), Sahhanim Görgü-Philipp (Grüne) und Silke Harth (SPD) sowie zahlreiche Mitglieder vom Bremer Rat für Integration begrüßen. „Dieses Turnier ist ein echtes Aushängeschild für die Hansestadt“, versicherte Silke Harth, Migrations-und Integrationsbeauftragte ihrer Partei, „seit Wochen schon ziert es die Schlagzeilen vieler Bremer Zeitungen und verfügt zudem über eine Strahlkraft, die weit über Bremens Grenzen hinausreicht.“

Neben dem sportlichen Geschehen auf dem Platz herrschte auch abseits jede Menge Trubel, zahlreiche Standbetreiber versorgten die rund 5000 Besucher mit Essen und Getränken vom schwarzen Kontinent, afrikanische Musik dröhnte aus den Lautsprechern und überall blickte man in fröhliche Gesichter. „Es ist wirklich beeindruckend, mit welchem Engagement die Organisatoren dieses Event in Eigenregie immer wieder auf die Beine stellen“, lobte Carsten Sieling. Mit Ausnahme einer Massenschlägerei am zweiten Vorrundentag verlief das Turnier nahezu reibungslos, auch rund um das spannende Endspiel blieb alles ruhig.

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