Rhythmische Sportgymnastik Bundestrainerin Christiansen besucht Bremer Stützpunkt

Bremen. Sie ist eine erfahrene Trainerin. Immerhin hat Mariana Christiansen in den 70er Jahren mit der fast schon legendären Livia Medilanski am Wattenscheider Stützpunkt für Rhythmische Sportgymnastik zusammen gearbeitet. Mariana Christiansen, wie Medilanski eine ehemalige rumänische Sportgymnastin, hat ihr Leben dieser von ihr so geliebten Sportart verschrieben.
12.09.2010, 11:45
Lesedauer: 3 Min
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Bundestrainerin Christiansen besucht Bremer Stützpunkt
Von Ruth Gerbracht

Bremen. Sie ist eine erfahrene Trainerin. Immerhin hat Mariana Christiansen in den 70er Jahren mit der fast schon legendären Livia Medilanski am Wattenscheider Stützpunkt für Rhythmische Sportgymnastik zusammen gearbeitet. Mariana Christiansen, wie Medilanski eine ehemalige rumänische Sportgymnastin, hat ihr Leben dieser von ihr so geliebten Sportart verschrieben. Und so verwundert es nicht, dass die mittlerweile 63-Jährige noch immer gerne als Trainerin arbeitet.

Nach mehreren Stationen auch im Ausland ist Mariana Christianen nun als neue Bundestrainerin für den Nachwuchs unterwegs. Eines ihrer ersten Sichtungsziele war der Bremer Stützpunkt für Rhythmische Sportgymnastik, wo sie vor wenigen Tagen sich die jüngsten Talente angeschaut hat. Bremen ist allerdings kein unbekanntes Pflaster für die gebürtige Rumänin. 'Ich kenne Gisela Drygala schon seit 35 Jahren und ihre Tochter Larissa noch als kleines Mädchen', erzählt Mariana Christiansen. Von der Arbeit der beiden ist sie begeistert. Bremen habe im Laufe der Jahre eine Menge guter Talente hervorgebracht, ein Verdienst, so Christiansen, vornehmlich der beiden Trainerinnen.

Sie sei mit zwei Zielen nach Bremen gefahren, erzählt Christiansen. Zum einen wolle sie einen Blick auf die Juniorengruppe werfen, die an der Qualifikation für die Junioren-EM 2011 teilnehmen soll. 'Das sieht schon gut aus', betont die Nationaltrainerin. 'Vor allem auch, weil man auf eine geeignete Komposition einer weißrussischen Choreografin zurückgegriffen hat'. Damit seien die Chancen recht gut, glaubt sie. Sollte Bremen es tatsächlich schaffen, die deutschen Mitbewerber aus dem Feld zu räumen, dann wolle sich Mariana Christiansen ganz auf die Arbeit mit der Bremer Gruppe für die EM konzentrieren.

Dass womöglich aber bei den Entscheidungen die Konkurrenz aus Wattenscheid, dort war sie immerhin selbst für die Choreografie zuständig, oder aus Halle mehr Chancen hätten, davon will die Bundestrainerin nichts wissen. 'Bremen kann auf jeden Fall mithalten und hat exakt die gleichen Chancen. Es gibt keinen Wettbewerbsvorteil für irgendeine Mannschaft'. Die Bremer wird es freuen, schließlich sind sie am 11. Dezember Gastgeber der ersten Qualifikation. Dann treffen die drei in Frage kommenden Juniorengruppen aufeinander. Am 19. Februar 2011 schließlich folgt dann ein zweiter Wettkampf in Wattenscheid. 'Der Ausgang ist völlig offen', gluabt Mariana Christiansen und gibt sich betont neutral. Der Austragungsort für die EM im Mai nächsten Jahres steht aber noch nicht fest. Die weißrussische Stadt Minsk soll sich beworben haben. 'Das wäre schön, wenn die EM dort stattfindet', sagt die leitende Trainerin am Bremer Stützpunkt, Larissa Drygala. 'Die können wirklich gut Wettkämpfe organisieren.'

Aber nicht nur auf die Gruppe hatte Mariana Christiansen bei ihrem Besuch in Bremen ein Auge geworfen, auch die Jahrgänge 1998,1999 und 2000 standen im Fokus ihres Interesses. 'Was die Mädchen schon zeigen, ist wirklich erstaunlich', erzählt die Bundestrainerin. Sie muss es wissen, schließlich verfügt Mariana Christiansen über eine langjährige Trainererfahrung. 'Die Rhythmische Sportgymnastik hat eine enorme Entwicklung hinter sich. Sie ist viel schwieriger geworden', sagt die 63-Jährige. 'Was bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles von den Top Ten geturnt wurde, das zeigen heute bereits die Neunjährigen'.

Gleichzeitig ist ihr allerdings auch klar, dass bei all der positiven sportlichen Entwicklung in Deutschland es kaum möglich ist, vor allem mit den osteuropäischen Ländern ernsthaft um WM-Titel zu konkurrieren. Der Grund: 'Sie können bei uns nicht aus tausenden von Talenten die besten heranziehen und mit ihnen von klein auf trainieren. In Deutschland gehen die Kinder bis nachmittags in die Schule und für das Training steht nur noch ein begrenzter Zeitraum zur Verfügung' Trotzdem sei das Niveau, nicht nur in Bremen, erstaunlich gut, glaubt Mariana Christiansen. Und deshalb ist sie immer noch dabei - am liebsten ganz nah an der Fläche.

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