Ausstellung in St. Magnus

Robert-Schad-Skulpturen in Knoops Park

Skulpturen des Bildhauers Robert Schad sind in den nächsten Wochen in Knoops Park zu sehen. Der Kunst- und Kulturhof Kränholm zeigt dazu die Ausstellung „Bremen Vierkant“. Eröffnung ist am 2. August.
01.08.2020, 04:59
Lesedauer: 4 Min
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Robert-Schad-Skulpturen in Knoops Park
Von Julia Ladebeck
Robert-Schad-Skulpturen in Knoops Park

Kuratorin Inga Harenborg mit einer Skulptur von Robert Schad im Skulpturenpark von Haus Kränholm.

JASPERSEN

St. Magnus. In Kooperation mit dem Gerhard-Marcks-Haus und in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Knoops Park plant der Kunst- und Kulturhof Kränholm ein besonderes Ausstellungsprojekt für den Bremer Norden. Der Stahlbildhauer Robert Schad, der aktuell auch im Gerhard-Marcks-Haus und in Gröpelingen ausstellt, zeigt 13 großformatige Skulpturen an ausgewählten Plätzen in Knoops Park. Die Kunstwerke werden dort von Sonntag, 2. August, bis zum 7. März 2021 zu sehen sein.

Die Organisatoren arbeiten schon seit Ende Dezember an der Umsetzung der Skulpturen-Ausstellung, so Inga Harenborg, Kuratorin der Stiftung Haus Kränholm. Die Corona-Pandemie hat den Start, der eigentlich im Frühjahr parallel zur Eröffnung im Gerhard-Marcks-Haus vorgesehen war, jedoch verzögert. „Nun ist es jedoch soweit“, sagt Inga Harenborg mit Vorfreude.

Knoops Park in St. Magnus bietet weite Blicke über die Lesum, sanfte Hänge und uralten Baumbestand. Inmitten dieses malerischen Landschaftsparks sollen die Skulpturen Spaziergängern in den kommenden Monaten neue, verblüffende Horizonte eröffnen. „Sie stehen dem urbanen Ambiente kontrapunktisch gegenüber“, so Harenborg und beschreibt den interessanten Kontrast: „Massiver Vierkant-Stahl auf grünen Wiesen, klare Konturen vor knorrigen Bäumen – Gegensätze, die in den Bann ziehen.“

Der Künstler verschweißt unterschiedlich lange, gerade Stahlteile wie Glieder eines organischen Körpers miteinander – so entstehen seine bis zu 34 Meter hohen Skulpturen, erläutert Harenborg Robert Schads Vorgehensweise. Obwohl sie tonnenschwer sind, wirken seine Skulpturen oft tänzerisch leicht.

Im Kunst- und Kulturhof Kränholm schlägt zeitgleich die Dokumentationsausstellung „Bremen Vierkant“ den Bogen zum Werk des Künstlers, der als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Stahlbildhauer gilt, wie Harenborg in der Ankündigung betont. „Mit seinen Arbeiten steht Schad in der Tradition der großen Stahlbildhauer des 20. Jahrhunderts wie etwa Julio González, Eduardo Chillida, Anthony Caro, Richard Serra, Bernar Venet und Norbert Kricke, von dessen linearen ,Raumplastiken' sich Schad beeinflusst sieht.“

Während die Arbeiten der Stahlbildhauerpioniere stark in der konkreten Kunst oder dem Minimalismus verhaftet seien und mit elementaren Formen und der Materialität spielten, nutze Schad das Material zur Darstellung seines Selbstbildes, seines Denkens und Fühlens und seiner persönlichen Reflexion der Welt. Harenborg: „Das unterscheidet ihn ganz explizit von den früheren Generationen der Stahlkünstler.“ Oft setze er sich mit Musik, Tanz, Wachstum und Körperlichkeit sowie den Gesetzmäßigkeiten und Wechselwirkungen von Kunst und Natur, Raum und Zeit auseinander. Seine Skulpturen sieht er demnach als
Wanderer in Raum und Zeit, die je nach Verortung immer wieder neue Beziehungen zu Raum und Mensch eingehen.

Der 1953 in Ravensburg geborene Künstler lebt und arbeitet in Frankreich und Portugal. Seine Werke sind in vielen Museumssammlungen und im öffentlichen Raum in ganz Europa zu finden, derzeit – bis zum 11. Oktober – auch im Gerhard-Marcks-Haus mit dem Schwerpunkt Tanz. In Zusammenarbeit mit dem Künstler begibt sich das Museum Am Wall in den öffentlichen Raum und mit einer Reihe großformatiger Arbeiten von Robert Schad in die Bremer Quartiere. Nachdem seine Kunst bereits an verschiedenen Stellen in Gröpelingen zu sehen sind, kommt sie nun auch Bremen-Nord.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 2. August, um 16 Uhr auf dem Kunst- und Kulturhof Kränholm und bei einem Spaziergang zu den Skulpturen in Knoops Park eröffnet. Der Künstler Robert Schad, Arie Hartog, Direktor des Gerhard-Marcks-Hauses, und Inga Harenborg führen in die Arbeit und das Werk des Künstlers ein. Treffpunkt ist im Skulpturenpark von Haus Kränholm, Auf dem Hohen Ufer 35, in St. Magnus.

Zur Ausstellung „Bremen Vierkant“ gibt es ein Begleitprogramm aus Führungen, Lesungen, zeitgenössischem Tanz und Bewegungstheater, Konzerten und Künstlergesprächen, das einen Dialog zwischen Kunst, Natur, Architektur, Wissenschaft und Geschichte verspricht. Nach dem Motto „Kunst für alle“ sollen mit dem Rahmenprogramm nicht nur Kunstinteressierte angesprochen werden, „sondern alle jene, die Spaß daran haben etwas Neues zu entdecken“, so Harenborg.

Info

Zur Sache

Begleitprogramm zur Ausstellung „Bremen Vierkant“ in Knoops Park

An den Sonntagen 5. August und 20. September, jeweils um 18.30 Uhr, bietet Kuratorin Inga Harenborg Führungen unter dem Titel „Bremer Vierkant – Skulpturen, Zeichnungen und Maquetten“.

An den Sonntagen 23. August und 6. September, jeweils um 11 Uhr und am Donnerstag, 27. August, 18 Uhr, gibt es Spaziergänge zu den Skulpturen in Knoops Park mit Inga Harenborg und Christof Steuer, Vorsitzender des Fördervereins Knoops Park, unter dem Motto „Kunst und Natur: Klare Konturen vor knorrigen Bäumen“.

Für Donnerstag, 3. September, und Mittwoch, 23. September, jeweils 18.30 Uhr, lädt Inga Harenborg zu einer Werkbetrachtung unter dem Titel „Körperwissen und Raumerfahrung“ ein.

Für Sonntag, 11. Oktober, 11 Uhr, sind ein Künstlerfrühstück und Spaziergang zu den Skulpturen in Knoops Park mit Robert Schad und Inga Harenborg geplant.

Eine Teilnahme an den Veranstaltungen ist nur mit Anmeldung möglich und kostet jeweils fünf Euro pro Person. Weitere Termine sind nach Absprache möglich. Anmeldungen per E-Mail an: harenborg@kraenholm.de oder telefonisch unter 01 72 / 8 47 17 18.

Vom 4. bis 6. September bilden die Skulpturen von Robert Schad außerdem den Rahmen für das Straßenkunst-Festival La Strada in Knoops Park.

Die Begleitprogramme zur „Bremen Vierkant“-Ausstellung im Kunst- und Kulturhof Haus Kränholm, Knoops Park und im Gerhard-Marcks-Haus stehen auch im Internet unter www.marcks.de, www.kulturvor-ort.com und www.kraenholm.de.

Veranstalter sind die Stiftung Haus Kränholm in Kooperation mit dem Gerhard-Marcks-Haus, Kultur vor Ort und dem Förderverein Knoops Park.

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