Einzelhandel in Bremen

Bremer Carrée: Ankermieter könnte wieder abspringen

Das neu entwickelte Bremer Carrée am Ansgarikirchhof verliert offenbar einen Ankermieter. Die Damenmodekette Appelrath Cüpper könnte wieder abspringen.
15.02.2019, 18:45
Lesedauer: 3 Min
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Bremer Carrée: Ankermieter könnte wieder abspringen
Von Jürgen Hinrichs

Am Ansgarikirchhof ist viel in Bewegung, Lloydhof und Bremer Carrée werden für neue Nutzungen umgebaut – doch jetzt bekommt diese Entwicklung offenbar einen gehörigen Dämpfer. Wie dem WESER-KURIER aus verschiedenen Quellen berichtet wird, steht eine der geplanten Ansiedlungen auf der Kippe. Es handelt sich um die Damenmodekette Appelrath Cüpper.

Sie wollte im Frühjahr ins Bremer Carrée einziehen und dort 2400 Quadratmeter Ladenfläche belegen. Den Gerüchten zufolge wird daraus aber nichts. Auf Anfrage teilt das Unternehmen zwar mit, die Fläche noch in diesem Monat zu übernehmen. Ein genauer Eröffnungstermin stehe aber noch nicht fest. Die Nachfrage, ob Appelrath Cüpper definitiv noch in diesem Jahr nach Bremen kommt, ließ der Modehändler unbeantwortet.

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Arbeiten sollen im kommenden Monat abgeschlossen sein

Das Bremer Carrée ist ein gut 30 Jahre altes Büro- und Geschäftshaus, das sehr exponiert im Geviert von Ansgarikirchhof, Obernstraße, Papenstraße und Hanseatenhof liegt. Eigentümer war lange Zeit der Allianz-Konzern. Mitte 2017 ist der Komplex mit einer Gesamtfläche von 12.000 Quadratmetern an den Hamburger Projektentwickler Quest Investment und den Geschäftshaus-Fonds von Warburg-HIH Invest verkauft worden. Der Fonds besitzt 6700 Quadratmeter, die nahezu voll belegt sind, zu den Mietern gehören die Drogeriekette Rossmann und das Modeunternehmen H&M. Beide besitzen jeweils einen Zehn-Jahres-Vertrag. Quest hat die restlichen 5300 Quadratmeter übernommen, die am Angarikirchhof liegen.

So richtig eingebürgert hat sich der Name Bremer Carrée nicht. Die Investoren konnten deshalb getrost andere Bezeichnungen wählen. Es ist jetzt auf der einen Seite das Obernhaus, wo Rossmann und H&M ihre Läden betreiben. Und auf der anderen das Ansgari-Haus. Dieser Teil wurde zuletzt 2015 modernisiert. Jetzt hat er eine neue Fassade bekommen, außerdem ist der Innenbereich umfassend saniert und räumlich neu geordnet worden. Die Arbeiten sollen nach Informationen der City-Initiative im kommenden Monat abgeschlossen sein.

Sollte Appelrath Cüpper tatsächlich wegbleiben, würde Quest einen der beiden Ankermieter verlieren. Der zweite ist der Coworking-Anbieter Spaces. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen mehrjährigen Mietvertrag unterzeichnet und wird auf rund 3200 Quadratmetern, die sich über fünf Etagen verteilen, moderne Arbeitsplätze nebst Büro- und Konferenzräumen untervermieten. Zu dem flexiblen Konzept mit modernen Designermöbeln gehört auch ein Café. „Unser Angebot beginnt mit einer Mitgliedschaft, die Zugang zu den Coworking-Arbeitsplätzen in unserem Business-Club gewährt. Darüber hinaus können unsere Mitglieder eigene Büros ab 16 Quadratmeter buchen und Besprechungsräume mit der Technik für Präsentationen nutzen", erklärt das Unternehmen. Spaces stammt aus Amsterdam.

Chef der City-Initiative ist trotzdem guter Dinge

Die Bremer Filiale von Appelrath Cüpper, eines Unternehmens mit fast 140-jähriger Geschichte, wäre die 16. Niederlassung im Bundesgebiet. Standorte gibt es unter anderem in Frankfurt, Berlin, Münster und Hamburg. „Bremen ist die zehntgrößte Stadt in Deutschland und wächst laut Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2030 um weitere drei Prozent“, hatte der Konzern zur Begründung seines Engagements erklärt. „Verschiedene Immobilienprojekte werden die Attraktivität der Stadt erhöhen, und wir sind überzeugt, dass wir mit unserem neuen Geschäft einen Teil dazu beitragen und das Modeangebot der Hansestadt erfolgreich ergänzen“, hieß es in der Mitteilung. Quest hatte damals betont, dass Appelrath Cüpper der Lage und dem Gebäude zu mehr Prominenz und Stärke verhelfen werde.

Jan-Peter Halves, Geschäftsführer der City-Initiative, ist trotz der möglichen Absage von Appelrath Cüpper nicht bange um die weitere Entwicklung: „Da das Bremer Carrée praktisch zwischen den Projekten Balge-Quartier, Sparkassen-Gelände und Lebendiges Haus liegt, wird die Lagegunst immer besser.“

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