Ticket-App und Hygienekonzept

Wie der Bremer Freimarkt trotz Corona stattfinden soll

Bremer Oktober ohne Freimarkt? Für CDU-Chef Carsten Meyer-Heder keine gute Option. Ebenso wie die Schausteller denkt er darüber nach, wie das Volksfest trotz der aktuellen Beschränkungen stattfinden kann.
20.06.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Wie der Bremer Freimarkt trotz Corona stattfinden soll
Von Nina Willborn
Wie der Bremer Freimarkt trotz Corona stattfinden soll

Besucher dicht an dicht: Das geht beim Freimarkt – so es ihn gibt – nicht.

Christina Kuhaupt

Der nächste Dämpfer für die Stimmung der Schausteller in der Region: Oldenburg hat seinen Kramermarkt, geplant für Anfang Oktober, aufgrund des allgemeinen Verbots von Großveranstaltungen bis Ende Oktober am Freitag abgesagt. Nun setzen sie ihre Hoffnungen auf die letzten beiden noch verbliebenen Volksfest-Schwergewichte im Norden: die Winterausgabe des Hamburger Doms Anfang November und eben den Freimarkt Mitte Oktober. Für beide Feste besteht noch Hoffnung, weil die Vereinbarung von Bund und Ländern letzteren Spielräume lässt, unter bestimmten Bedingungen Ausnahmen zuzulassen.

Über den Freimarkt hat sich nun auch CDU-Landeschef Carsten Meyer-Heder Gedanken in einem vielkommentierten Beitrag in seinem „Corona-Blog“ auf Facebook gemacht und Vorschläge geliefert, wie der Freimarkt mit den aktuellen Einschränkungen funktionieren könnte. Ohne Festzelte zwar, davon geht Meyer-Heder aus, aber dafür als Familienfest mit den Fahrgeschäften und Essensbuden. Ähnlich wie es schon Museen oder Bäder praktizieren, könnte nach Ansicht des Politikers und IT-Unternehmers auch beim Freimarkt ein Ticket-Konzept, das den Einlass zu bestimmten Zeiten erlaubt, funktionieren. Damit könne eine App verbunden sein, die die Nachverfolgung von möglichen Infektionsketten durch Speicherung der Kontaktdaten der Besucher ermöglicht – die offizielle Corona-App darf dafür nicht genutzt werden. Man könnte den Freimarkt auch räumlich entzerren, schlägt Meyer-Heder vor, und statt Bürgerweide und Markt die ganze Stadt nutzen.

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„Es ist es aus meiner Sicht konsequent, im Sinne der Bremerinnen und Bremer auch von Seiten der Politik nach Lösungen zu suchen“, sagt Meyer-Heder. Das tun auch die Schausteller. Vertreter der Bremer Verbände werden sich Anfang der Woche mit dem Wirtschaftsressort zusammensetzen, um auf der Grundlage des Hygienekonzeptes des Deutschen Schaustellerverbandes über eine Bremer Version zu beraten. Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Bremer Schaustellerverbandes, hofft, dass damit Frei- und auch Weihnachtsmarkt möglich werden. „Grundsätzlich fühlen wir uns von der Bremer Politik bislang gut unterstützt“, sagt er. „Wir suchen nach einem fairen Weg. Neben der Sicherheit der Besucher und für uns muss auch die Wirtschaftlichkeit gegeben sein.“

Beides bestätigt auch Susanne Keuneke, Vorsitzende des Vereins der Schausteller und Marktkaufleute. Sie will sich Ende Juni in Dortmund das Konzept des „Fundomio“ ansehen. Das ist ein temporärer, umzäunter Freizeitpark mit großen Fahrgeschäften, von Schaustellern für knapp zwei Millionen Euro auf die Beine gestellt. „Wir schauen uns an, wie da die Fragen bei den einzelnen Fahrgeschäften gelöst wurden und überlegen, ob so etwas auch auf der Bürgerweide möglich wäre“, sagt sie. Bislang mit der Behörde ausgemacht ist, dass bis zum 31. August die Freimarkt-Entscheidung fällt. Robrahn: „Wenn nötig, können wir noch etwas länger warten.“

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