Polizisten im Einsatz Überstunden statt Party

Viel los an diesem Wochenende in Bremen. Was die meisten Bürger freuen dürfte. Doch für die Polizei bedeutet es die Verschärfung eines ohnehin schon akuten Problems, sagt Gewerkschafter Lüder Fasche.
10.08.2018, 16:00
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Überstunden statt Party
Von Ralf Michel

Tag der Fans bei Werder Bremen, das Mercedes-Benz-Open-Air, Bremen olé auf der Bürgerweide... Bremen wird am Sonnabend zur Partymeile und sehr viele Bremer werden mitfeiern. Lüder Fasche sieht's mit gemischten Gefühlen. Die zahlreichen Großveranstaltungen würden einmal mehr "schonungslos aufzeigen, dass die Personaldecke der Bremer Polizei viel zu dünn ist", sagt der Bremer Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Zum wiederholten Male würde eine Vielzahl von Beamten und Beamtinnen aus ihrem freien Wochenende gerissen, kritisiert Fasche. Insbesondere die jungen Bereitschaftspolizistinnen und -polizisten könnten sich längst nicht mehr auf ihre Dienstpläne verlassen. "Dabei würden gerade die jungen Kollegen privat auch gerne an der einen oder anderen Veranstaltung teilnehmen, aber fürs Feiern lässt man ihnen keine Zeit mehr."

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Und die stattdessen erworbenen Überstunden abzubauen fiele auch schwer, legt der GdP-Chef nach. Selbst die Bundesligapause hätte die Überstundenberge der überlasteten Beamten nicht kleiner werden lassen. "Bürgermeister und Innensenator wollten sich lieber dafür feiern lassen, mit genau diesen Kräften vor dem Hauptbahnhof für Ordnung zu sorgen", so Fasche mit Blick auf seine Kollegen, die seit einigen Wochen gut sichtbar für jedermann auf dem Bahnhofsvorplatz Präsenz zeigen.

„Von einer relevanten Aufstockung des Personals ist die Bremer Polizei noch meilenweit entfernt", resümiert Fasche. Die höheren Einstellungszahlen stünden noch nicht zur Verfügung und würden mittelfristig ohnehin nur die zu erwartenden Altersabgänge abdecken. "Insofern ist der gern vermittelte Eindruck, der Bremer Polizei gehe es schon wieder besser, schlicht falsch." Dies könne nur geschehen, wenn künftig jährlich etwa 200 jungen Menschen neu eingestellt würden.

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