Donandtstraße Bremen

Einstimmig gegen engere Fahrbahn

Zehn Parkplätze mehr oder weniger lösen nicht das Parkproblem in der Donandtstraße. Dementsprechend klar fiel das Votum auf einer Anwohnerversammlung aus, bei der zwei Varianten vorgestellt wurden.
30.08.2018, 00:15
Lesedauer: 3 Min
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Von Martin Ulrich

Es herrscht Parkplatzmangel in der Donandtstraße, die die Wachmannstraße über die Georg-Gröning-Straße mit der Schwachhauser Heerstraße verbindet. Parkflächen sind dort nicht ausgewiesen, die Anwohner stellen ihre Autos folglich dort ab, wo sie eben genug Platz dafür finden.

Viele Menschen halten allerdings die Art und Weise, wie dort geparkt wird, für chaotisch. Lutz Schmauder-Fasel, der Vertreter des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV) war zur jüngsten Anwohnerversammlung gekommen, sowie Rolf Fülberth, ein Mitarbeiter des Umweltbetriebes, um die Situation den Anwohnern, Ortsamtsleiterin Karin Mathes, zwei Mitgliedern des Beirates und zwölf Anwohnern zu erörtern.

Schmauder-Fasel vom ASV machte zunächst deutlich, dass die meisten Anwohner der Donandtstraße illegal parkten. Dieses illegale Verhalten würde zwar geduldet, sei aber auf Dauer nicht haltbar, weil es die Bäume schädigte. Der Umweltbetrieb sekundierte, durch das Rangieren beim Ein- und Ausparken werde der Boden im Bereich der Wurzeln stark verdichtet, wodurch die Wurzeln beeinträchtigt werden könnten. Wenn Autofahrer beim Rangieren die Rinde der Bäume touchieren, beschädigen sie diese. Direkt hinter der Rinde eines solchen Baumes aber verliefen die Adern, in denen Wasser durch den Baum geleitet werde. Eine Beschädigung unterbreche den Wassertransport, der Baum leide. Um das zu verhindern müssten Poller aus Holz oder Metall oder Baumschutzbügel aufgestellt werden.

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Das Amt hat nach Beginn der Planungen nun also nach Ausschluss einer nicht weiter beschriebenen Variante, zwei Lösungen vorgestellt: In Lösung eins gibt es einen durchgehenden Parkstreifen entlang eines Grünstreifens auf rechten Seiten der Straße (Richtung Schwachhauser Heerstraße). Auf der gegenüberliegenden Seite würde dann zwischen den Bäumen geparkt werden können. Im Ergebnis stünden dann noch 38 Parkplätze zur Verfügung.

Eine zweite Lösung böte mit 48 Plätzen mehr Parkmöglichkeiten, da sie aufgesetztes Parken vorsieht. Allerdings würde im Zuge dieser Variante in einem Teil der Straße die sogenannte "Nutzbreite" eingeengt. Die Fahrbahn würde also so schmal, dass eine Begegnung von Kraftfahrzeugen und Radfahrern nicht mehr möglich wäre. Radfahrer müssten dann Ausweichbuchten benutzen.

Nach der Vorstellung der beiden Varianten brach eine ausgesprochen lebhafte Diskussion los. Dem zunächst etwas aufgeregten Durcheinander wirkte Ortsamtsleiterin Karin Mathes mit einer Redeliste entgegen. Die Gesprächsführung sollte eine Herausforderung bleiben. Denn schnell war das Ausgangsthema Bäume der Parkplatzdebatte gewichen. Ein oder zwei Beiträge schlugen vor, zugunsten von Parkplätzen auf den ein oder anderen Baum zu verzichten.

„Wie viele Parkplätze haben wir denn jetzt?“, wollte eine Anwohnerin wissen. Lutz Schmauder-Fasel vom ASV erklärte daraufhin, warum es dem Amt nicht möglich sei, den ruhenden Verkehr in der Donandtstraße zu zählen: „Mal parken sie so, mal parken sie anders, mal parken sie ganz unverschämt – das kann man nicht zählen.“ Keine eindeutigen Zahlen also. Wortmeldungen indes schon, etwa von einem Anwohner, der anmerkt, dass die Donandtstraße wichtiger Schulweg sei, den viele radelnde Schüler nutzten. Eine Einengung der Fahrbahn sei somit nicht hinnehmbar.

Beim Thema Grünstreifen gingen erregte Töne durch den Raum. Der Grünstreifen sei eine Schande, gar nicht schön anzusehen, total verwildert und mit meterhohen Brennnesseln verunziert. Rolf Fülberth vom UBB erklärte daraufhin, das bisher meist zweimal im Jahr geschnitten würde. In diesem Jahr habe es wegen der Trockenheit ausgereicht, einmal zu schneiden. Die Diskussion zum Grünstreifen mäanderte letztlich dann noch eher in Richtung Grünpflege im Allgemeinen, bis es dann zur Abstimmung kam, mit einem durchaus klaren Ergebnis.

Einstimmig sprachen sich zwölf der zwölf erschienenen Anwohner für Variante eins und somit gegen eine verengte Fahrbahn aus. Die Sicherheit der Schüler war für alle offenbar das entscheidende Argument und wichtiger als ein Mehr an Parkplätzen. Letztlich jedoch hätten die Parkplätze in keinem der beiden Planungsansätze ausgereicht. Außerdem votierten die Anwohner noch für Baumschutzbügel – an denen viele Mitbürger auch ihre Fahrräder anschließen. In der Minderheit waren die Befürworter von Stahlpollern, und eine noch kleinere Minderheit sprach sich für Holzpoller aus. Das Abstimmungsergebnis der nicht repräsentativen Anhörung kam ins Protokoll. Die Entscheidung soll letztlich vom Beirat getroffen werden.

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