Schwachhauser Ring Kanalbau geht schneller voran

Die Kanalbauarbeiten am Schwachhauser Ring verursachen Verkehrsbehinderungen, sie sollen aber früher als geplant, Mitte Juni, fertig sein. Wann der Bau der SWB-Fernwärmetrasse beginnen kann, ist noch offen.
11.01.2021, 05:00
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Von Maren Brandstätter

Es ist Halbzeit: An diesem Montag nimmt die Hansewasser GmbH nach fünf Monaten Bauzeit den nächsten Abschnitt des Kanalneubaus zwischen Schwachhauser Heerstraße und Parkallee in Angriff. Ursprünglich waren die Verantwortlichen davon ausgegangen, dass die gesamte Baumaßnahme ein Jahr in Anspruch nehmen würde. In diesem Punkt hat sich Hansewasser jetzt allerdings korrigiert. „Aktuell liegen wir unter dem Zeitplan“, berichtet Sprecher Oliver Ladeur. Der Abschluss der kompletten Baumaßnahme, die im August vergangenen Jahres gestartet war, sei nicht länger für Ende Juli, sondern für Mitte Juni geplant.

Bisher wurde an zwei Stellen gleichzeitig gebaut: ab Bürgermeister-Schoene-Straße und ab Wätjenstraße jeweils in Richtung Schwachhauser Heerstraße. Ab diesem Montag wird zusätzlich der Abschnitt zwischen der Schumann- und der Schwachhauser Heerstraße gesperrt. Außerdem startet auf einer Länge von etwa 60 Metern an der Kreuzung H.-H.-Meier Allee und Schwachhauser Ring das sogenannte unterirdische Rohrvortriebverfahren unterhalb der Straßenbahngleise. Somit könne der Straßenbahnverkehr und der Durchgangsverkehr zwischen der Wachmannstraße und der H.-H.-Meier-Allee während der gesamten Bauzeit ungestört weiterlaufen, teilt Ladeur mit. Die unterirdischen Rohrarbeiten seien bis Mitte März geplant. Im Anschluss daran werde die Straße wiederhergestellt und der Schwachhauser Ring zwischen H.-H.-Meier-Allee und Parkallee wieder für den Verkehr freigegeben.

Nachdem der Schwachhauser Ring ab diesem Montag zunächst zwischen Bürgermeister-Schoene-Straße und Schwachhauser Heerstraße voll gesperrt wird, soll er ab dem 25. Januar bis zum Ende der Baumaßnahme im gesamten Abschnitt zwischen H.-H.-Meier-Allee und Schwachhauser Heerstraße abgeriegelt werden. Das gelte allerdings nicht für die Fuß- und Radwege entlang des Schwachhauser Rings, die während der gesamten Baumaßnahme geöffnet seien, betont der Hansewasser-Sprecher.

Die Durchfahrt zwischen Wätjen- und Georg-Gröning-Straße wird für den Verkehr laut Ladeur ab dem 25. Januar nicht mehr möglich sein. Vorgesehen war diese Sperrung ursprünglich erst für Anfang Mai. Da die Bauarbeiten aber deutlich schneller vorankämen als gedacht, habe man diese Sperrung im Zeitplan vorverlegen können, so der Sprecher.

Für den Autoverkehr bringen die Sperrungen auf dem Schwachhauser Ring einige Umleitungen mit sich. Allerdings sei in der Praxis häufig zu beobachten, dass Ortskundige nicht die ausgeschilderten Routen über Holler- und Parkallee nutzen, sondern die Seitenstraßen des Schwachhauser Rings, berichtet Bernd Wurche vom Amt für Straßen und Verkehr auf Nachfrage. Insbesondere von Anwohnern der Emma- und der Donandtstraße habe es daraufhin anfangs massive Beschwerden gegeben. Inzwischen sei die Donandtstraße – deren Einbahnstraßenregelung für die Zeit der Baumaßnahme in umgekehrter Richtung gelte – zur Wachmannstraße hin dicht gemacht worden. Somit habe man die Einbahnregelung im Abschnitt zwischen Georg-Gröning- und Wachmannstraße aufheben müssen, was bislang gut funktioniere, so Wurche. Die Emmastraße sei durch eine temporäre Einbahnstraßenregelung inzwischen nicht mehr über die Schumannstraße und Schwachhauser Heerstraße passierbar, was hier offenbar ebenfalls zu einer Entspannung der Situation geführt habe. Zumindest lägen dem ASV diesbezüglich aktuell keine Beschwerden mehr vor. Dasselbe berichtet das Ortsamt Schwachhausen auf Nachfrage.

Im Gegensatz zu den Straßenbahnen mussten die Routen der Busse im Zuge der Baumaßnahme geändert werden. Die Umleitungen gelten laut Ladeur unverändert bis zum Abschluss der Bauarbeiten. Die Route der Linie 22 führt daher zwischen Kirchbachstraße und Crüsemannallee in beiden Richtungen über die Haltestellen St.-Joseph-Stift und Am Stern. Die Nachtlinie N3 bedient ab Blumenthalstraße in beide Richtungen zusätzlich die Haltestellen Am Stern, Brahmsstraße, Bulthauptstraße und Crüsemannallee. Die N9 wird in beide Richtungen zwischen den Haltestellen Am Stern und Kirchbachstraße über die Schwachhauser Heerstraße umgeleitet.

Ursprünglich hatten die Planungen für den Kanalbau am Schwachhauser Ring vorgesehen, dass die SWB hier direkt im Anschluss mit der Verlegung ihrer geplanten Fernwärmetrasse beginnen soll. Aktuell läuft dafür allerdings noch das Planfeststellungsverfahren. „Ob wir mit unserer Baumaßnahme direkt an die Arbeiten der Hansewasser anschließen können, ist noch nicht absehbar, aber es wäre sehr ambitioniert“, teilt SWB-Sprecherin Angela Hünig mit. „Es ist möglich, dass der Schwachhauser Ring für den Verkehr zunächst wieder geöffnet wird und erst mit Beginn unserer Bauarbeiten erneut gesperrt wird.“ Man sei sich bei der SWB bewusst, dass die Baustelle für Anwohner und Verkehrsteilnehmer eine Herausforderung sei. „Wir versuchen selbstverständlich die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten“, versichert Hünig.

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