Slawist und Seiteneinsteiger: Martin Renz wechselt von der Uni Oldenburg an den Aumunder Heerweg Bibliothek hat einen neuen Leiter

Vegesack. Martin Renz ist der künftige Leiter der Stadtbibliothek Vegesack. Gestern wurde der 32-Jährige vom stellvertretenden Direktor der Stadtbibliothek, Erwin Miedtke, der Öffentlichkeit vorgestellt. Renz löst am 1. September Britta Schmedemann ab, die vier Jahre lang die Geschicke der Einrichtung am Aumunder Heerweg geleitet hat.
21.08.2013, 05:00
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Von Albrecht-joachim Bahr

Vegesack. Martin Renz ist der künftige Leiter der Stadtbibliothek Vegesack. Gestern wurde der 32-Jährige vom stellvertretenden Direktor der Stadtbibliothek, Erwin Miedtke, der Öffentlichkeit vorgestellt. Renz löst am 1. September Britta Schmedemann ab, die vier Jahre lang die Geschicke der Einrichtung am Aumunder Heerweg geleitet hat.

"Meine Frage war, wie komme ich raus aus dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm", sagte Renz, der seit einigen Jahren am Institut für Slawistik der Universität Oldenburg tätig ist. Also hat er sich auf die bundesweite Ausschreibung hin beworben und ist von 30 in die engere Wahl gekommenen Mitbewerbern letztendlich berücksichtigt worden. Renz kann zwar keine fachspezifische Ausbildung nachweisen, doch habe er, betonte Miedtke, an der Uni Oldenburg neben sprachlicher Forschung und Lehre auch Aufgaben im Bereich Projekt- und Eventmanagement erfüllt. Daher sei er sicher, dass Renz die Impulse seiner Vorgängerin aufgreifen und weiterentwickeln werde.

Darüber hinaus habe man sich auch bewusst für einen Seiteneinsteiger entschieden, weil der – eingebunden in einem in Bibliotheksdingen eingespielten Team – mit seinen Qualifikationen und seiner Sichtweise dazu beitragen werde, die Bibliothek neu zu verorten. Gefragt, ob es in Vegesack gegebenenfalls ein verstärktes Angebot zum Beispiel an russischsprachiger Literatur geben wird, meinte Renz, dass er sich erst einmal ein Bild vom möglichen Bedarf machen wolle. Trotzdem: Sein erster Auftritt als Leiter der Bibliothek wird einen zweisprachigen Hintergrund haben. Anfang September findet das Bilderbuchkino das erste Mal in Deutsch und Türkisch statt, ein Angebot, das dann einmal im Monat auf dem Programm stehen wird.

Renz, 1981 in Hannover geboren und in Celle aufgewachsen, wohnt in Oldenburg. Er hat Slawistik und Germanistik studiert und hat an der Carl von Ossietzky Universität in slawistischen Sprachwissenschaften promoviert. Weitere Stationen seiner Ausbildung waren unter anderem die Polnische Akademie der Wissenschaften in Krakau und die Nikolaus Kopernikus Universität in Thorn.

Der neue Leiter übernimmt nach Aussage des stellvertretenden Direktors die größte Zweigstelle der Stadtbibliothek. Mit rund 40000 Medien im Angebot zählte sie im Jahr 2012 gut 300000 Ausleihen. Dazu gab es mindestens eine kulturelle Veranstaltung pro Woche. Trotzdem meinte Miedtke, müsse sich auch die Vegesacker Bibliothek immer neu erfinden. Und während der Vorstellung gestern ließ er keinen Zweifel aufkommen, dass dem künftige Leiter die Bewältigung dieser Aufgabe auf den Leib geschnitten ist.

Renz’ Vorgängerin, Britta Schmedemann, wird Zielgruppenbeauftragte der Stadtbibliothek. Sie übernimmt die Aufgabe, bestimmte Bevölkerungsgruppen näher an die Büchereien heranzuführen. Gleichzeitig ist sie für die Kontakt- und Vernetzungsarbeit zuständig und soll darin auch die Zweigstellen unterstützen. Neben dem Tagesgeschäft ihrer Bibliothek zeichnete Britta Schmedemann auch verantwortlich für zwei "Leserpromenaden" und für Reihen wie "Kunst im Treppenhaus", "Punkt 11" und "Gedichte für Wichte".

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