Nordbremerin nimmt an Hack-Slam teil

In 60 Sekunden zum Weltrekord

Als sich die Nordbremerin Petra Pot d'or für einen virtuellen Hack-Slam anmeldete, wusste sie nicht sorecht, was sie dabei erwartet. Am Ende verlieh der Organisator den Teilnehmern den Titel "Weltrekord".
27.06.2021, 17:00
Lesedauer: 2 Min
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In 60 Sekunden zum Weltrekord
Von Aljoscha-Marcello Dohme
In 60 Sekunden zum Weltrekord

Die Nordbremerin Petra Pot d'or hat bei einem sogenannten Hack-Slam von Erfahrungen aus ihrer Kindheit berichtet und will damit anderen Menschen helfen.

Christian Kosak

"Wenn ich an diesen Tag zurückdenke, bin ich noch genauso aufgeregt, wie an dem Morgen", erzählt Petra Pot d'or. Eigentlich wollte die Nordbremerin an diesem Tag nur an einer Veranstaltung im Internet teilnehmen und wurde damit zugleich Teil eines Weltrekords, den sie gemeinsam mit weiteren 311 Teilnehmern und einem Tipp füs Leben schließlich auch erreichte. Für Pot d'or ein besonderes Erlebnis, auch, wenn der Titel bisher noch nicht offiziell anerkannt ist.

Angemeldet hatte sie sich für einen sogenannten Hack-Slam. Doch was sich dahinter verbirgt, wusste sie im Vorfeld auch nicht. "Ein Hack-Slam ist eine Plattform, bei der wichtige Lebenstipps vermittelt werden, um das Leben der Menschen zu verbessern oder zu bereichern", erklärt sie.

Dass sie einen solchen Tipp vortragen sollte, der Teil eines Weltrekords wird, wusste sie bei der Anmeldung noch nicht. "Wir wurden alle ins kalte Wasser geschmissen", erzählt sie. Denn der Weltrekord könne nur erreicht werden, wenn auch jeder der 312 Teilnehmer einen Tipp vorträgt.

Um ihren Life-Hack vorzubereiten, hatte sie nur drei Minuten Zeit. "Ich hatte Herzklopfen, Schweißausbrüche und zitternde Hände, sodass ich nicht einmal mehr die Maus richtig bewegen konnte", erinnert sich Pot d'or. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit war es für die Nordbremerin kein Problem, ein Thema für ihren Vortrag zu finden. Bedingt durch ihre eigene Lebensgeschichte gibt es einen Sachverhalt, der ihr sehr am Herzen liegt. "Ich habe als Kind immer gedacht, ich bin in der falschen Familie. Ich habe mich ganz komisch gefühlt, als würde ich nicht dazugehören", erzählt sie. Im Alter von zwölf Jahren erfuhr sie dann, dass ihr Vater gar nicht ihr leiblicher Vater ist. "Das war eine richtige Erleichterung für mich zu wissen, das Gefühl, nicht am rechten Platz zu sein, war einfach richtig", sagt die Kinderbuchautorin.

Vor diesem Hintergrund hat sie ihre Redezeit von 60 Sekunden genutzt, um eine Botschaft loszuwerden. "Jedes Kind hat das Recht, seine leibhaftigen Eltern zu kennen und es darf keinem Kind verheimlicht werden, dass der Vater, mit dem es aufwächst, nicht der leibliche Vater ist", erzählt die siebenfache Mutter. "Deshalb habe ich dafür plädiert, dass Vater und Mutter vor der Geburt ihres Kindes ihre Daten plus einer kleinen Liebesbotschaft auf einen Zettel schreiben und den in einer Dose in Herzform hinterlegen sollen." Während auf der Geburtsurkunde auch der Hinweis "Vater unbekannt" stehen könne, solle das bei der Botschaft der Eltern nicht möglich sein.

Dass sie an der virtuellen Veranstaltung teilgenommen hat, obwohl sie mit dem Genre Hack-Slam zuvor gar nichts anfangen konnte, liegt an Organisator Hermann Scherer. "Ich mag und schätze ihn sehr und habe fast alle seiner Bücher gelesen", erzählt sie. Ihr Interesse für den Autor rührt daher, da er sich auch mit der Ausbildung von Sprechern befasst. "Ich habe die Idee, Sprecherin zu werden", erzählt Pot d'or. Ihr Plan sieht vor, dass sie zu verschiedenen Themen aus ihrem Leben Vorträge hält.

Solche Auftritte seien zum Beispiel bei Kongressen von Firmen gefragt. "Die Sprecher sorgen dafür, dass die Zusammenkünfte zwischendurch immer mal wieder etwas aufgelockert werden", so Pot d'or. Solche Jobs würden durch spezielle Agenturen vermittelt werden, bei denen sie sich zu gegebener Zeit bewerben möchte. "Doch mit meiner Ausbildung stehe ich noch ganz am Anfang. In drei Jahren würde ich gerne als Sprecherin durchstarten", sagt sie.

Auch wenn es noch etwas dauert, bis Petra Pot d'or als Sprecherin arbeiten kann, hat es immerhin mit dem Weltrekord geklappt. Zu dem Ergebnis kam zumindest der Organisator am Ende des Hack-Slams.

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