Einhaltung der Corona-Regeln Beschwerden über Kaufland in Vegesack

Damit es in den Gängen nicht zu voll wird, haben viele Supermärkte strikte Regeln eingeführt. Die Kaufland-Fililale in Vegesack soll dagegen häufig überfüllt sein. Das Ordnungsamt will nun kontrollieren.
03.04.2021, 07:00
Lesedauer: 3 Min
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Beschwerden über Kaufland in Vegesack
Von Julia Ladebeck

Besonders vor Feiertagen ist der Andrang in Supermärkten groß. Damit es in den Gängen nicht zu voll wird, haben viele Geschäfte schon vor Monaten strikte Regeln eingeführt. So ist das Einkaufen in vielen Läden nur mit Einkaufswagen erlaubt. Dadurch wird die Zahl der Kunden kontrolliert. Doch offenbar wird nicht in allen Märkten gleichermaßen auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln geachtet. Für einige Leser der NORDDEUTSCHEN ist die Vegesacker Kaufland-Filiale ein Negativ-Beispiel.

Unabhängig voneinander berichten drei Nordbremer gegenüber unserer Redaktion, dass es bei Kaufland im "Kontor Zum Alten Speicher“ so voll gewesen sei, dass die Abstandsregeln nicht eingehalten werden konnten. Am Sonnabendmittag vor einer Woche wollten Katrin N. und Moritz P. (Namen geändert) dort einkaufen gehen. "Es war unfassbar voll, schon im Eingangsbereich", schildert Katrin N. die Situation. "Wir haben uns dort nicht wohl gefühlt und sind dann woanders einkaufen gegangen."

Die Situation, von der ein anderer Leser berichtet, soll sich am Sonnabend, 13. März, ereignet haben. „Weil es so voll war, gab es keine Einkaufswagen mehr. Mehrere Kunden warteten, dass Wagen zurückgegeben werden.“ Mitarbeiter sollen dann eine große Anzahl zusätzlicher Wagen gebracht haben. „Die Wagenschlange war so lang, dass sie fast bis zur Fastfood-Filiale außerhalb des Kaufland-Bereichs reichte.“ Ein dritter Leser, der von zu vollen Gängen und zu geringen Abständen berichtet, behauptet darüber hinaus, dass einige Mitarbeiter an den Kassen keine medizinischen Masken trugen.

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Auf Nachfrage unserer Redaktion in der Pressestelle der Kaufland Stiftung & Co. KG geht Alisa Götzinger, zuständig für die Unternehmenskommunikation, auf die Situation in den Filialen allgemein ein. Eine Stellungnahme des Geschäftsführers der Vegesacker Filiale zu bekommen, sei nicht möglich. "Dafür haben die Kollegen in den Filialen keine Zeit."

Schriftlich teilt Götzinger mit: „Die Sicherheit und die Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiter haben für uns oberste Priorität. Aufgrund unserer großen Verkaufsflächen sowie den breiten Gängen können wir die geforderte Kundenanzahl sowie die Mindestabstände in der Regel gut einhalten.“ Die Filiale in Vegesack fasse rund 4300 Quadratmeter.

Viele Verhaltensregeln hätten sich inzwischen gut eingespielt. Götzinger nennt Beispiele für Hygiene- und Abstandsmaßnahmen. Dazu gehörten Desinfektionsspender an der Information, Plexiglasscheiben, unter anderem an den Kassen, sowie Bodenmarkierungen vor den Bedientheken und Kassen. „Zudem bitten wir unsere Kunden, bargeldlos mit Karte oder kontaktlos zu bezahlen.“ Mit Plakaten und Durchsagen werde um Rücksichtnahme und Einhaltung der geforderten Abstände gebeten.

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In allen Bundesländern stehe Kaufland mit den Behörden in Kontakt und setze alles daran, die regional unterschiedlichen Verordnungen „zeitnah und pragmatisch“ umzusetzen. „Selbstverständlich setzen wir auch die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske für unsere Mitarbeiter um.“

Nach Angaben der Innenbehörde kontrolliert das Ordnungsamt mehrmals wöchentlich im gesamten Stadtgebiet Supermärkte nach Hinweisen, aber auch verdachts- und anlassunabhängig. „Dabei geht es unter anderem um Zugangsbeschränkungen, Regelungen des Mindestabstandes insbesondere im Kassenbereich, Maskenpflicht und Hygienekonzepte“, erläutert Karen Stroink, stellvertretende Sprecherin des Ressorts.

Das Ordnungsamt sei auf Hinweise angewiesen, so Stroink, und die Situation in der Vegesacker Kaufland-Filiale dem Ordnungsdienst bislang nicht bekannt gewesen. Die Anfrage unserer Redaktion sei Anlass für eine Kontrolle. Nennenswerte Verstöße in Nordbremer Supermärkten wurden laut Stroink seit Jahresbeginn nicht festgestellt. In anderen Verkaufsstätten wie Kiosken und Afroshops hingegen stellten die Einsatzkräfte monatlich etwa acht bis zehn Verstöße fest.

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Bestimmungen für Supermärkte

Für Supermärkte gelten Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen. Pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich nicht mehr als ein Kunde aufhalten. In Geschäften mit mehr als 800 Quadratmetern müssen auf der zusätzlichen Fläche 20 Quadratmeter je Kunde zur Verfügung stehen. Hinweise auf Verstöße nimmt das Ordnungsamt per E-Mail entgegen: infektionsschutz@ordnungsamt.bremen.de.

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