Fußball

Das Blatt im Schlussspurt gewendet

Eintracht Aumund gewinnt nach 1:2-Rückstand noch mit 5:2 gegen den FC Roland
14.09.2020, 16:05
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann
Das Blatt im Schlussspurt gewendet

Rene Olszak (Mitte, hier im Pokalspiel gegen Brinkum) legte mit dem SV Eintracht Aumund eine stürmische Schlussphase hin und machte gegen den FC Roland aus einem 1:2-Rückstand noch einen 5:2-Sieg.

Christian Kosak

Bremen-Nord. Zweites Spiel, zweiter Sieg: Aufsteiger SV Eintracht Aumund findet sich in der Fußball-Bezirksliga auf Anhieb zurecht. Dem 7:1 aus der Vorwoche beim TV Bremen Walle 1875 folgte nun ein 5:2 gegen den FC Roland. Die Ausbeute der vier weiteren Nordbremer Bezirksligisten fiel indes spärlicher aus. Der Blumenthaler SV II kam trotz Überlegenheit nicht über eine 1:1-Remis gegen die Leher TS II hinaus. Die SG Aumund-Vegesack II verspielte beim 3:3-Unentschieden gegen den ESC Geesteünde II noch einen 3:1-Vorsprung. Die TSV Farge-Rekum und der TSV Lesum-Burgdamm verloren jeweils deutlich.

Blumenthaler SV II – Leher TS II 1:1 (1:1): „Wir haben unseren Gegner über 90 Minuten beherrscht“, erklärte Blumenthals Spielertrainer Daniel Rosenfeldt. Nach einem Foul an Andreas Beutelsbacher verwandelte Jannik Ehlers den fälligen Elfmeter auch zur verdienten 1:0-Führung. „Dann haben wir aber unzählige Chancen zum 2:0, 3:0 oder gar 4:0 ausgelassen“, stellte Rosenfeldt fest. Er selbst, Andreas Beutelsbacher und später auch der eingewechselte Paul Barton hätten den Ball jeweils alleine vor dem gegnerischen Kasten nicht im Tor unterbringen können.

Die beste Gelegenheit zum 2:1-Siegtor ergab sich für Jannik Ehlers. Der trat nach einem Handspiel erneut aus elf Metern an, hatte aber Pech, dass der Ball vom Innenpfostens nicht über die Linie prallte. Die Leihgabe aus der ersten Mannschaft, Jannis Brandhorst, leitete mit einem tollen Pass über die gesamte LTS-II-Abwehr hinweg doch noch das vermeintliche 2:1 ein. Referee Phillip Wölki erkannte den Treffer von Andreas Beutelsbacher aber wegen einer Abseitsstellung nicht an (90.). „Das war nie im Leben Abseits“, erboste sich Daniel Rosenfeldt.

TSV Farge-Rekum – ATS Buntentor 1:7 (1:1): Alabas Mohamed Mustafa El Balla nutzte Sekunden vor dem Pausenpfiff ein Missverständnis zwischen ATS-Torwart Nicolas Schiffler und einem Verteidiger zum 1:1-Ausgleich. „Da waren wir auch noch frohen Mutes, das Spiel gewinnen zu können“, erklärte TSV-Trainer Carsten Herbst. Doch die Gastgeber verloren in den zweiten 45 Minuten ihren Faden. „Nach dem 1:3 haben wir die Köpfe hängen lassen. Da kamen bei meinen Spielern Gedanken an die 2:7-Niederlage auf, die wir in der vergangenen Saison kurz vor der Corona-Pause bei Buntentor erlitten hatten“, teilte Herbst mit. Zu allem Überfluss musste der Coach dann auch noch seinen stark spielenden Abwehrchef Daniel Lüttke wegen einer Leistenzerrung vom Platz nehmen. Carsten Herbst verschaffte noch ein paar Akteuren aus dem zweiten Glied Spielpraxis. „Ein Jonathan Schäfer ist für uns in der Defensive einfach nicht zu ersetzen“, bedauerte Herbst.

TSV Lesum-Burgdamm – TV Bremen Walle 1875 0:3 (0:2): Lesums Trainer Oktay Özdemir entschied sich für einen Wechsel zwischen den Pfosten. Kevin-Pascal Macke ersetzte dabei den am ersten Spieltag so groß auftrumpfenden Jelte Tietze. Macke erwischte aber nicht gerade seinen besten Tag. Beim 1:0 für den Gast von Niklas Müller ließ er eine verunglückte Flanke passieren. „Wir sind aber in der ersten Halbzeit auch nicht ins Spiel gekommen und haben im zentralen Mittelfeld geschlafen“, kritisierte Özdemir. Die Waller hätten die Räume dicht gemacht und hinten kaum etwas zugelassen.

Mit einem unnötig verursachten Freistoß über die Mauer hinweg erhöhte Niklas Müller auf 2:0. „Da stand unser Torhüter aber auch falsch“, urteilte Oktay Özdemir. Um den rabenschwarzen Tag perfekt zu machen, sprang Kevin-Pascal Macke in der 74. Minute bei einem Schuss von Daniel Grdic zu früh hoch, sodass ihm der Ball über die Fingerspitzen zum 3:0 ins Gehäuse trudelte. „Das war unser Genickbruch. Danach kam nichts mehr von uns“, ließ Özdemir wissen.

SV Eintracht Aumund – FC Roland Bremen 5:2 (1:0): Steffen Burdorf glänzte einmal mehr als mehrfacher Vorbereiter und leitete nach 20 Minuten das 1:0 für die Gastgeber von Marcel Stöver ein. „Wir hätten dann zur Pause bereits mit 3:0 führen müssen“, beteuerte SV-Coach Marcel Wätjen. So aber kassierte die Heimformation kurz nach dem Pausentee den Einstand per Elfmeter. „Da haben sich zwei Roland-Spieler gegenseitig umgehauen“, verstand Wätjen die Welt nicht mehr. Seine Mannschaft hätte im zweiten Durchgang zunächst die Kontrolle verloren. Die Folge war das 1:2. Sascha Schwarting bewahrte seine Farben sogar vor dem 1:3, als er einen Ball für seinen bereits geschlagenen Keeper Tim Pülm von der Linie schlug. Doch mit einem famosen Schlussspurt wendeten die Aumunder das Blatt. „Wir haben unseren Gegner in dessen Hälfte eingeschnürt und die Tore schön herausgespielt“, freute sich Marcel Wätjen. Er hob den starken Teamgeist seiner Formation hervor. „Roland war am Ende aber auch platt“, räumte Wätjen ein.

SG Aumund-Vegesack II – ESC Geestemünde II 3:3 (3:1): „Wir haben zwei Punkte verschenkt“, stellte der neue SAV-Trainer Luis Serrano Leonor fest. Seine Mannschaft müsse nach der holprigen Vorbereitung ohne Testspiel noch ein wenig an der Kondition arbeiten. Innenverteidiger Fahrudin Ramic verschuldete bereits nach 120 Sekunden das 1:0 für den Gast durch Finn Holznagel. Ramic machte seinen Fehler aber mit einem direkt zum 1:1 verwandelten Freistoß wieder wett. Nach einem Doppelpass mit Vaysal Yasak glückte Ismaila Drammeh das 2:1 für das Heimteam. Vor dem 3:1 von Albin Asipi bediente Okan Derin Ismaila Drammeh, der gleich zwei Gegenspieler tunnelte. Drammeh hätte den Vorsprung in der Folgezeit auch auf 4:1 oder sogar 5:1 in die Höhe schrauben können. Doch dann ging der Bremen-Liga-Reserve die Puste aus und sie musste zwei weitere Gegentore hinnehmen. „Wir hätten das Spiel aber gewinnen müssen“, resümierte Serrano Leonor.

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