Handball Willkommener Heimvorteil

Torhüterin Nele Jost spielt mit der HSG Schwanewede/Neuenkirchen bei der Beachhandball-DM in Verden
11.08.2022, 15:12
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Nele, du spielst bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen Beachhandball. Wie intensiv verteilt sich der Sand im Haus, den du regelmäßig vom Training oder den Spielen in deiner Sportbekleidung mitschleppst?

Nele Jost: (lacht) Da kommt ziemlich viel zusammen. Meine Mutter ist darüber vor allem dann nicht begeistert, wenn der Sand nass ist und überall klebt – oder wenn ich in Socken spiele. Das Auto müssen wir regelmäßig aussaugen.

Deine Mannschaft nennt sich „Black Swans“, also schwarze Schwäne. Ein schwarzer Schwan ist wiederum ein Trauerschwan: Gibt es einen Grund zu trauern, wenn ihr von diesem Freitag bis Sonntag um die Deutsche Meisterschaft spielt?

Natürlich nicht, das ist ja für uns alle etwas ganz Besonderes, darauf freuen wir uns entsprechend.

Was hat der Name Black Swans dann für eine Bedeutung?

Der war eher eine Schnapsidee. Vor ein paar Jahren hatten wir uns Strandflöhe genannt, aber das war uns mit der Zeit zu kindisch. Da der Name Schwäne vorkommen sollte und wir in schwarz spielen, wurde irgendwie Black Swans daraus. Das klingt ja auch etwas besser als schwarze Schwäne.

Die Deutsche Meisterschaft wird in Verden ausgespielt. Habt ihr aufgrund der kurzen Anreise so etwas wie einen Heimvorteil?

Ich finde das auf alle Fälle sehr gut. Je bekannter für mich das Umfeld ist, desto weniger bin ich aufgeregt und nervös, umso besser kann ich spielen. Und zu Hause kann ich nach jedem Spieltag wieder gut herunterfahren.

Ihr habt euch mit dem Gewinn der Niedersachsenmeisterschaft für die DM qualifiziert und anschließend die Turniere in Warnemünde und Damp gewonnen. Was ist von euch beim nationalen Titelkampf zu erwarten?

Die Turniere in Warnemünde und Damp waren nicht so leistungsorientiert besetzt wie bei der Niedersachsenmeisterschaft. Unser Trainer Jens Meinhold meint, dass wir bei der deutschen Meisterschaft unter die ersten Vier kommen können. Zwei Teams kennen wir ja auch schon von unseren bisherigen Turnierstarts. Ich selbst freue mich auf schöne Herausforderungen.

Was macht euch im Beachhandball denn so stark?

Viel liegt an Jens Meinhold, der enormes Herzblut und viel Zeit in unsere Weiterentwicklung steckt. Sein enormes Engagement spornt uns zusätzlich an und bringt uns auf einen hohen Level. Unser guter Zusammenhalt kommt mit hinzu.

Bei der Deutschen Meisterschaft treten auch Auswahlmannschaften an. Findest du es gut, dass auch diese deutscher Meister werden können?

Ja. Da nicht jeder Verein Beachhandball anbietet, haben talentierte Spielerinnen so die Chance, sich dort weiterzuentwickeln. Die Auswahlspielerinnen können aber selten so viel miteinander trainieren, wie es zum Beispiel bei uns in der Vereinsmannschaft möglich ist.

Ihr startet kurz nach den Sommerferien in der Halle in die Oberliga-Vorrunde. Wie schafft ihr aktuell den Spagat zwischen dem Sand- und Hallentraining?

Seit der vergangenen Woche trainieren wir zweimal im Sand und einmal in der Halle, bei letzterem zurzeit ebenfalls beachorientiert. Das, was wir uns beim Beachhandball an Kraft, Ausdauer und Spielerischem erarbeiten, das kommt uns auch in der Halle zugute. Die Spielzüge und der Rest kommt dann später.

Du stehst beim Handball sowohl in der Halle als auch im Sand im Tor. Was hat für dich den größeren Reiz?

Am Beachen gefällt mir, dass ich mehr zu tun habe, da sich dort die Angriffs- und Verteidigungsaktionen schneller abwechseln. Entsprechend muss auch der Wechsel zwischen den Angriffs- und Abwehrspielerinnen schnell erfolgen. In der Halle kann ich dafür Tempogegenstöße werfen, insofern gleicht sich das wieder aus.

Spielst du beim Beachhandball auch ab und zu im Angriff? Die Chance, sich als Torhüterin dort zu beteiligen, ist bei der Beachvariante ja doch wesentlich besser als in der Halle.

Nein. Im Training mache ich das hin und wieder einmal, aber ich bleibe lieber im Tor.

Das Gespräch führte Olaf Kowalzik.

Zur Person

Nele Jost (15)

spielt bei der weiblichen B-Jugend der HSG Schwanewede/Neuenkirchen sowohl beim Hallen- als auch beim Beachhandball im Tor. Die 15-Jährige griff zuerst beim TSV Meyenburg nach der Lederkugel, im Alter von acht Jahren wechselte sie zu den „Schwänen“. Nach den Sommerferien besucht sie die elfte Klasse der Schwaneweder Waldschule.

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