Die Polizeireform in Nord

Neue Struktur, neue Chefs

Jahrelang wurde über die Polizeireform diskutiert, jetzt gilt sie als abgeschlossen. Wie das Nordbremer Kommissariat arbeitet – und wer zur Führungsmannschaft gehört. Ein Überblick.
07.02.2020, 19:00
Lesedauer: 2 Min
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Neue Struktur, neue Chefs
Von Christian Weth

Jahrelang ist immer wieder über die Polizeireform gestritten und diskutiert worden, jetzt ist sie abgeschlossen. Zumindest für Abteilungsleiter Michael Steines. In dieser Woche hat er für den Norden der Stadt gemacht, was er bereits im Dezember für den Westen gemacht hat: die neue Arbeitsstruktur der Beamten vorgestellt – und die neue Führungsriege gleich mit.

Sie sitzen zu sechst am Tisch. Eine Chefin ist nicht dabei. Steines sagt, dass er nicht sagen kann, warum das so ist. Er ist, wenn man so will, der Chef von allen in der Runde. Steines Titel lautet: Abteilungsleiter Nord-West. Seit September vergangenen Jahres ist er das. Die Abteilung ist ein Zusammenschluss des Kommissariats Nord und des Kommissariats West. An dem einen Standort arbeiten rund 140, am anderen etwa 100 Beamte.

Polizeiinspektionen gibt es nicht mehr. Deshalb ist Ralf Töllner auch kein Inspektionsleiter, sondern eben ein Kommissariatsleiter. Er ist der Chef in Nord. Vorher war er Leiter des Einsatzdienstes und – als es die Inspektion in Vegesack noch gab – stellvertretender Inspektionsleiter. Das Kommissariat Nord ist eines von sechs Kommissariaten im Stadtgebiet. Sie sollen sich weniger an Reviergrenzen orientieren, sondern mehr an Arbeitsbereichen.

Drei gibt es. Alle Kommissariate haben einen Einsatzdienst, eine zentrale Anzeigenaufnahme und einen Kontaktdienst plus sogenannter Verkehrssachbearbeitung. Die Chefstelle des ersten Arbeitsbereichs, zu dem Notrufe und damit Soforteinsätze gehören, ist momentan vakant. Die zweite ist mit Holger Voß besetzt und die dritte mit Thomas Kötteritzsch. Beide hatten vorher andere Positionen. Voß war Revierleiter in Vegesack und Kötteritzsch im Steintor.

Die zentralisierte Anzeigenannahme in Nord ist anders als die anderen Anzeigenannahmen in der Stadt. Während die Anlaufstellen der Polizei im Westen, Süden und Osten rund um die Uhr besetzt sind, werden Anzeigen im Norden werktags ausschließlich von 8 bis 20 Uhr entgegengenommen. Sonnabends sind die Büros von 8 bis 16 Uhr besetzt, sonntags gar nicht. Abteilungsleiter Steines sagt, dass sich das ändern wird, wenn das Kommissariat zum Vegesacker Hafen umzieht.

Wann das sein wird, steht zwar noch nicht hundertprozentig fest, aber so gut wie. Die Beamten gehen davon aus, dass das neue Kommissariat Ende 2022 fertig sein wird – wenn sich denn die Planungen nicht ein weiteres Mal verzögern. Hartmut Cassens und Gundmar Köster, so viel steht jetzt schon fest, werden nicht umziehen. Cassens ist Revierleiter in Blumenthal, Köster in Lesum. Der eine war früher stellvertretender Chef, der andere zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.

Zusammen mit Kötteritzsch, der die Arbeit von Vegesack aus koordiniert, decken sie den Bereich Kontaktdienst und Verkehrsbearbeitung ab. Zu ihm gehören die sogenannten Kops, die in den Quartieren unterwegs sind und Anwohnern als Ansprechpartner dienen, aber auch das Planen von Straßensperrungen, Baustellen und Umleitungen. Cassens, Köster und Kötteritzsch sind auch vor Ort, wenn die Stadtteilparlamente tagen.

Abteilungsleiter Steines geht davon aus, dass es – mit Ausnahme der vakanten Chefstelle beim Einsatzdienst – so bald keine weiteren personellen Veränderungen bei der Polizei im Bremer Norden geben wird. Laut Steines sind alle Führungskräfte bereits seit Längerem in ihren neuen Funktionen im Einsatz. Er spricht von Monaten.

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