Fußball-Bezirksliga Retter mit einer Vision

Mit vier Treffern in Folge schoss Kasim Uslu die SG Aumund-Vegesack beim 5:4 gegen CF Victoria zum Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga. Nun hat er mit dem KSV Med Großes vor.
06.06.2019, 15:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick

Vegesack. Den Bremen-Ligisten SG Aumund-Vegesack hat er im Februar nach Differenzen verlassen, die zweite Vertretung des Vereins Monate später mit vier Treffern gegen Sebaldsbrück zum Bezirksliga-Klassenerhalt geschossen und den KSV Med will er künftig bei seinem Marsch in die Beletage des Bremer Amateurfußballs unterstützen: Kasim Uslu hat bewegte Zeiten in seiner noch jungen Karriere hinter – und natürlich – vor sich.

Vergangenen Sonntag, 16.50 Uhr, auf dem Rasenplatz Am Sacksdamm. Die Spieler des Bezirksligisten SG Aumund-Vegesack II reißen die Arme hoch. Der Klassenerhalt ist gesichert. Eine Niederlage gegen den ATSV Sebaldsbrück hätte zur Folge gehabt, dass die Nordbremer am letzten Spieltag (an dem sie spielfrei sind) zusehen müssen, ob sie von CF Victoria noch überholt werden und absteigen. Doch sie müssen den Blick nicht mehr auf andere richten. Der 5:4-Sieg gegen Sebaldsbrück bedeutete die Rettung. Maßgeblich verantwortlich dafür ist der 20-jährige Kasim Uslu, der nach einem 1:4-Rückstand vier Treffer am Stück erzielte.

„Vier Tore gemacht, Klassenerhalt gerettet“, fasst Kasim Uslu sein letztes Wirken für die Nordbremer in fünf Worten zusammen. Dass er überhaupt mitwirkte, war alles andere als selbstverständlich. Denn nach einem Hin und Her in der Bremen-Liga-Vertretung hatte er sich nach einem 30-minütigem Einsatz bei der 2:3-Niederlage gegen TuS Schwachhausen endgültig verabschiedet. Fußballpause statt Bremen-Liga. Neuanfang im Juli beim A-Ligisten KSV Med.

Doch die fußballlose Zeit endete früher. Nämlich vor knapp zwei Wochen. Da bat SAV-Fußball-Boss Bernd Siems den vor dreieinhalb Monaten ausgeschiedenen Kasim Uslu um Unterstützung für die zweite Vertretung, die sich nach einer Negativserie in höchster Abstiegsnot befand. „Ich habe zu Bernd Siems, den ich sehr schätze, gesagt: Ich mach' das“, blickt Kasim Uslu zurück und lief wenig später für die SAV-Reserve auf.

Erstmals beim 2:0 vor knapp drei Wochen gegen die Leher TS II, am vergangenen Sonntag nun beim 5:4 gegen Sebaldsbrück. Nach zwei Uslu-Einsätzen war die Mission erfüllt, der Abstieg verhindert.

Während sich Uslu damit von der SAV II als Retter Richtung KSV Med und mit angenehmen Erinnerungen verabschiedet, hat die Trennung von der Bremen-Liga-Mannschaft Spuren hinterlassen. „Der Vorteil beim KSV Med ist, dass ich dort wertgeschätzt werde“, erklärt Kasim Uslu. Das habe dem jungen Offensivmann, der sich durch seinen Trickreichtum und seine Technik in die Herzen der Fußball-Fans spielte und schnell für andere Bremen-Ligisten interessant wurde, bei Björn Krämer gefehlt. Krämer indes sagt: „Ich wollte ihn gerne behalten. Schade, dass er gegangen ist.“ Dass Uslu der Zweiten aus der Patsche geholfen hat, rechnet er Uslu hoch an: „Er hat sich in den Dienst des Vereins gestellt.“

Ausschlaggebend dafür, dass er das in Zukunft nicht mehr tun wird, ist auch eine externe Entwicklung. Da sich Kasim Uslu selbstständig gemacht hat, stand der Fußballsport oft nicht mehr an erster Stelle. „Da muss ich Björn in Schutz nehmen. Ich habe letztes Jahr nicht so viel trainiert.“ Wenn ein Spieler wenig trainiert, aber trotzdem spielen will, dann passiert das, was auch in diesem Fall offenbar passierte: Es gibt Differenzen. Warum es Mitte Februar aber dann einen endgültigen Schnitt gegeben habe, erklärt Kasim Uslu mit den Planungen über die Spielzeit 2018/19 hinaus: „Im Endeffekt hat man mir gesagt, dass ich mir im Sommer einen neuen Verein suchen soll.“ Unter diesen Voraussetzungen wollte Kasim Uslu nicht bleiben: „Es war eine Enttäuschung für mich. Ich war glücklich, dass ich so viel und so gut gespielt habe. Ich habe mich so wohlgefühlt. Und ich habe auch von außen viel Feedback bekommen.“ Und eben Angebote anderer Bremen-Ligisten, die er nicht angenommen habe.

Ein Angebot, das weniger lukrativ erscheint, nahm er dann an. Das des A-Ligisten KSV Med, der einen Tag vor Saisonende auf Platz sechs rangiert. Wenn ein derart guter Fußballer aus der Bremen-Liga in die A-Liga wechselt, dann steckt etwas dahinter. In diesem Fall eine Vision. „Ich will dort etwas mit aufbauen. Nächstes Jahr soll es in die Bezirksliga gehen und dann gleich weiter in die Landesliga“, kündigt Kasim Uslu an und setzt noch einen drauf: „Das langfristige Ziel ist die Bremen-Liga.“

Mit seinen vier Toren für die SG Aumund-Vegesack II beim 5:4 gegen Sebaldsbrück hat sich Kasim Uslu nachdrücklich für besondere Aufgaben empfohlen. In Zukunft geht es nun nicht mehr darum, ein Team vor dem Abstieg zu retten, sondern es in höhere Spielklassen zu schießen.

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