Unterricht in Zeiten der Pandemie Stadt schafft Luftfilter für Schulen an

Im November hat sich der Vegesacker Beirat mit Lüftungsmöglichkeiten in Schulen und Kindergärten beschäftigt. Dazu hat das Gremium auch Fragen an die Behörde gerichtet, die nun beantwortet wurden.
18.01.2021, 06:00
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Stadt schafft Luftfilter für Schulen an
Von Aljoscha-Marcello Dohme

Vegesack. Das Infektionsgeschehen an Schulen und Kindergärten im Stadtteil beschäftigte den Beirat Vegesack im November vergangenen Jahres. Anlass dafür waren zwei Dringlichkeitsanträge der Linken und der SPD sowie die Eingabe des Elternbeirates der Oberschule an der Lerchenstraße. Vorrangig ging es dabei um die Themen Lüften und den Einsatz von sogenannten Luftfiltern in den Klassenzimmern. Das Gremium verständigte sich mehrheitlich darauf, die Behörde unter anderem nach dem Effekt solcher Geräte zu fragen. Die Stellungnahme des Ressorts liegt nun vor.

Nicht nur den Vegesacker Beirat beschäftigt das Thema, sondern auch die Bürgerschaft. Deshalb hat die Behörde die Antwort aus der Fragestunde als Stellungnahme an den Beirat übersandt, heißt es in dem Papier, das das Ortsamt Vegesack auf seiner Internetseite veröffentlicht hat.

Bislang gebe es noch keine Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zum Einsatz von Luftreinigungsgeräten, so die Behörde. „Es liegen lediglich erste Einschätzungen des Umweltbundesamtes und verschiedener Hochschulen vor. Wenn hier neue Erkenntnisse vorliegen, kann die ergänzende Beschaffung von Luftreinigungsgeräten neu bewertet werden“, so die Behörde.

Bei der Antwort auf die Frage, inwieweit Luftfilter die Ausbreitung von Coronaviren minimieren können, bezieht sich der Senat auf die Empfehlung des Umweltbundesamtes. Bei solchen Geräten kämen sogenannte Hepa-Filter der Klassen H 13 oder H 14 zum Einsatz, die die Konzentration von infektiösen Partikeln in der Luft reduzierten würden. Einige Geräte würden zusätzlich oder stattdessen über eine UV-Desinfektion verfügen, die Viren abtöten soll. „Mobile Luftreinigungsgeräte sind nicht als Ersatz, sondern allenfalls als Ergänzung zum aktiven Lüften geeignet, insbesondere für den Fall, dass organisatorische Maßnahmen wie zum Beispiel eine Verringerung der Personenanzahl oder größere Abstände nicht realisierbar sind“, heißt es in dem Papier.

Zudem müsse der Einsatz im Vorfeld intensiv geprüft werden, etwa was die Raumverhältnisse und die Belegungsdauer angehe. „Eine Nutzung mobiler Luftreiniger ohne diese Prüfungen ist nicht sinnvoll“, schreibt die Behörde. Mobile Luftreinigungsgeräte seien nicht dafür ausgelegt, verbrauchte Raumluft abzuführen beziehungsweise Frischluft von außen heranzuführen. Sie leisteten daher keinen nennenswerten Beitrag, das entstehende Kohlendioxid, überschüssige Luftfeuchte und andere Stoffe aus dem Klassenraum zu entfernen.

Um herauszufinden, ob solche Geräte für Schulen und Kindergärten angeschafft werden müssen, habe die Senatorin für Kinder und Bildung sowie Immobilien Bremen abgefragt und untersucht, inwieweit ausreichende Lüftungsmöglichkeiten in den Einrichtungen vorhanden sind. „In einigen Fällen wurden Fenster repariert, um sie weiter öffnen zu können. Danach ist nur in wenigen Fällen die Lüftung der Räume nicht optimal gewährleistet, zum Beispiel nur durch Kippfunktion der Fenster“, teilt die Behörde mit. In diesen Fällen werde der Einsatz von Luftfilteranlagen als ergänzende Maßnahme geplant.

Immobilien Bremen habe bereits geeignete Geräte gefunden, die speziell für Schulen entwickelt wurden und für die Stadt angeschafft werden sollen. Die Kosten dafür beliefen sich auf rund 82.000 Euro brutto. Diese Filter seien grundsätzlich auch in Kindergärten einsetzbar. „Aufgrund baulicher Gegebenheiten und des aufwendigen Handlings sind solche Geräte für Kitas allerdings weniger geeignet“, heißt es in dem Papier. In den Einrichtungen gebe es gute Belüftungsmöglichkeiten, deshalb sei der Einsatz dort derzeit nicht empfohlen.

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