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Freude über Verkauf der Jacobs University

Nordbremer Akteure sehen den Verkauf der Jacobs University positiv. Die Hoffnung ist, dass Vegesack und der Sport auf dem Oeversberg profitieren werden.
21.09.2021, 17:42
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Freude über Verkauf der Jacobs University
Von Julia Ladebeck

Grohn. Durchweg positiv bewerten Nordbremer Akteure den Verkauf der Mehrheitsanteile der Jacobs University an die Schweizer Bildungs- und Forschungseinrichtung Schaffhausen Institute of Technology (SIT). Sie erhoffen sich eine positive Entwicklung für Vegesack und den gesamten Bremer Norden sowie für den Sport auf dem Oeversberg. Am Dienstag hat der Bremer Senat dem Verkauf zugestimmt.

"Ich begrüße das außerordentlich", sagte Vegesacks Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. "Erstens wird die Universität durch den Verkauf zukunftsfähig aufgestellt und zweitens werden die Sportvereine auf dem Oeversberg von dem Verkauf profitieren. Beides ist für den Stadtteil Vegesack sehr wichtig", so der Stadtteil-Chef.

Laut Dornstedt eröffnet der Verkauf die Möglichkeit, den gesamten Oeversberg für den Sport zu erhalten und weiter zu entwickeln, "denn er wird sich künftig allein in städtischem Besitz befinden". Das Grundstücksgeschäft ist nach Angaben des Ortsamtsleiters Bestandteil der Verkaufsvereinbarung. Die östliche Fläche des Oeversbergs befindet sich derzeit noch im Besitz der Jacobs University. Seit Jahren hoffen die auf der Bezirksportanlage ansässigen Vereine auf eine für sie positive Lösung.

Reimund Kasper freut sich ebenfalls über den Verkauf an den neuen Investor – und zwar einerseits als Vertreter des Kreissportbunds, der sich seit Jahren für die Belange der ansässigen Vereine einsetzt, und andererseits als Anwohner der Privatuniversität. "Aus Sicht des Sports ist es sehr begrüßenswert, wenn der Oeversberg für die Vereine erhalten bleibt und künftig auch der Ostteil an den Sport geht." Schließlich kämpfe der Sport seit der Gründung der Jacobs University um seine Berücksichtigung.

Darüber hinaus sei er auch als direkter Nachbar froh über die Entwicklung. "Als Grohner kann ich es nur begrüßen, wenn die 32 Hektar Fläche weiter mit jungem Leben gefüllt bleibt. Das bedeutet zweitens Arbeitsplätze für Grohn. Und drittens hat das Areal eine große Strahlkraft, die weit über Bremen-Nord hinausgeht. Im Ranking internationaler Hochschulen ist die Jacobs University sehr weit oben. Ich hoffe, dass das so bleibt, denn das zieht die gesamte Region nach oben. Auch wenn ich gar keine Anteil daran habe, ist man als Anwohner ein klein wenig stolz darauf."

Für Bernhard Wies, Vorstandsmitglied und Pressesprecher des Wirtschafts- und Strukturrats (WIR) Bremen-Nord, hat die Jacobs University eine große Bedeutung für den Bremer Norden. "Aus diesem Grund hat der WIR der Universität bereits 2011 den Unternehmenspreis verliehen." Die Auszeichnung erhielt die Privatuni damals für "herausragende unternehmerische Leistungen in der Region Bremen-Nord". Wies: "Vor diesem Hintergrund freut mich der Verkauf an den Investor besonders. Wir hoffen natürlich, dass damit künftig eine positive Entwicklung und Überwindung der finanziellen Probleme verbunden ist."

Einen positiven Effekt auf die Stadtentwicklung Vegesacks durch eine größere Anzahl Studenten erhofft sich Jörn Gieschen, Geschäftsführer des Vereins Vegesack Marketing, von dem Einstieg der Schweizer Forschungseinrichtung. "Ich freue mich wahnsinnig über diese Nachricht, denn wenn die Perspektive besteht, dass mehr Leben und mehr junge Leute kommen, ist das für den Stadtteil, den Handel und unsere Mitglieder eine gute Nachricht." Untersuchungen hätten gezeigt, dass ein großer Anteil an Studenten einen positiven Einfluss auf die Stadtentwicklung haben. "Der Stadtteil wird jünger, bunter dynamischer." Und auch auf die Fortführung und den Ausbau der Projekte, die das Vegesack Marketing gemeinsam mit der Jacobs University begonnen hat, hofft Gieschen. "Vielleicht kann man das mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz, der ja kommen soll, künftig noch weiter ausbauen."   

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