Wohnungsbau am Vegesacker Weserhang Projekt mit Problemen

Sei Jahren geht es mit Wohnbauprojekt auf dem früheren Gelände des Vulkan-Kontorhauses am Vegesacker Weserhang nicht voran: Jetzt hat die Behörde eine zeitnahe Entscheidung angekündigt.
12.01.2021, 05:00
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Projekt mit Problemen
Von Christian Weth

Vegesack. Vor drei Jahren sollte der Genehmigungsprozess abgeschlossen sein und vor zwei Jahren das Bauen beginnen. So war jedenfalls der ursprüngliche Zeitplan der Behörde. Doch für das Wohnprojekt auf dem früheren Gelände des Vulkan-Kontorhauses am Vegesacker Weserhang gibt es bisher weder das Okay noch einen Beschluss, wie es mit ihm weitergehen soll. Das könnte sich bald ändern.

Jens Tittmann kann zwar kein Datum nennen, bis wann endgültig klar sein soll, was wird. Der Sprecher von Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne) sagt aber, dass im Ressort von einer zeitnahen Entscheidung ausgegangen wird. Tittmann spricht davon, dass die Behörde in den nächsten Monaten abschließend Stellung zum Projekt und seinen Problemen nehmen wird.

Investor Ludwig Koehne hatte geglaubt, zumindest beim zweiten Anlauf für 50 Wohnungen mit Weserblick alles richtig gemacht zu haben: Er plante kleiner als bisher – und nicht mehr mit dem Hamburger Stararchitekten Hadi Teherani, sondern mit dem Londoner Büro von Caruso St. John. Die Planer aus der englischen Metropole machten aus einem Gebäude mit 13 Geschossen zwei Gebäude mit sieben und fünf Geschossen.

Der Politik gefällt das. Widerstand gibt es trotzdem, nicht nur von Anwohnern, sondern auch von der Handelskammer und der Lürssen-Werft. Beide befürchten, dass sich das Wohnprojekt nicht mit einem neuen Gewerbeprojekt vertragen wird: Die Lürssen-Gruppe will sich erweitern und das ehemalige Gelände des abgewickelten Beschäftigungsträgers Bremer Bootsbau Vegesack wieder zu dem machen, was es mal war – eine Werft.

Weil die Grundstücke dicht beieinanderliegen, gehen Handelsvertretung und Schiffsbauer davon aus, dass die künftigen Bewohner der geplanten Häuser gegen die künftigen Unternehmen des geplanten Industriestandorts wegen Lärmbelästigung vorgehen könnten. Mit der Folge, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Firmenfläche womöglich erschwert wird.

Die Einwände beschäftigen die Behörde inzwischen seit zwei Jahren. Sie hat beiden Seiten einen Vorschlag gemacht, wie ein Nebeneinander möglich werden könnte, ohne dass es zu Klagen wegen Lärms kommt: Aus dem Wohngebiet könnte ein urbanes Gebiet werden, in dem es lauter zugehen darf: Statt 49 sind 63 Dezibel erlaubt – und damit auch mehr Lärm als in einem Mischgebiet.

Ob der Lürssen-Gruppe das reicht, ist unklar. Laut Senatorensprecher Tittmann hat sie zuletzt noch Bedenken geäußert.

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