Die Geschichte Es begann 1139...

Walle hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Bis zur 1000-Jahr-Feier dauert es noch ein bisschen, aber die Geschichte des Stadtteils kann man uneingeschränkt als bewegt bezeichnen. Angefangen hat alles mit einer Familie. Der Familie zu Walle.
16.09.2016, 13:52
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Walle hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Bis zur 1000-Jahr-Feier dauert es noch ein bisschen, aber die Geschichte dieses Bremer Stadtteils kann man uneingeschränkt als bewegt bezeichnen. Angefangen hat alles mit einer Familie. Mit der Familie zu Walle.

Im Jahr 1139 wird Walle zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Sechzig Jahre später wird der Hof und die Adelsfamilie zu Walle zum ersten Mal erwähnt, auf sie ist der Name des Stadtteils zurückzuführen. Während des 15. Jahrhunderts stirbt die Familie aus und Walle gehört zum Goh Werderland. Zwischen 1535 und 1545 wird die Waller Kirche erbaut und während des 16. Jahrhunderts errichtet Bremen auf dem Gelände zwischen der heutigen Theodorstraße und der Schleswiger Straße den Galgenberg, wie die bis zum Jahr 1811 bestehende Richtstätte genannt wird.

Im Jahr 1812 wohnen 493 Menschen in Walle und neun Jahre später wird die Waller Chaussee gebaut. 1833 kauft die Familie Achelis das Gut Walle samt dem umgebenden Geländes und legt dort einen Park an – den heutigen Waller Park. Dieser wird 1928 als Volkspark an die Allgemeinheit übergeben. 1848 wird die Feldmark Utbremen in die Stadt Bremen eingemeindet und 14 Jahre später erfolgt die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Bremen-Geestemünde, die durch Walle führt.

Der größte Wasserturm Europas

Zwischen 1875 und 1890 wird der Waller Friedhof gebaut und zwölf Jahre später wird Walle in die Stadt Bremen eingemeindet. Bis zum Jahr 1914 finden der Bau der Häfen und die Ansiedlung von Industrie statt. Viele Ölfabriken sowie die Roland- und Hansamühle befinden sich auf dem Areal. Im Jahr 1888 wird Bremen an das deutsche Zollgebiet angeschlossen. Kurze Zeit später werden die Jute-Spinn- und Weberei an der Nordstraße gegründet. Für die Arbeiterinnen der Jute und die Arbeiter des Hafens entstehen im Gebiet zwischen der Nordstraße, dem Steffensweg sowie dem Heimatstraßen- und Generalsviertel viele neue Straßenzüge. Im Jahr 1905 wird Walles Wahrzeichen errichtet – der größte Wasserturm Europas. Im selben Jahr hat der Stadtteil 3494 Einwohner.

In den Jahren zwischen 1905 und 1916 erfolgt die Hochlegung des Bahnkörpers der Geestebahn nach Bremerhaven, sodass Walle zerschnitten wird. 1928 folgt die Eröffnung des Waller Seebads und der Bau des Volkshauses an der Nordstraße durch die Gewerkschaften.

Weitreichende Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg

Der 18. August 1944 ist ein schwarzes Kapitel in Walles Geschichte. Bei einem Luftangriff werden weite Teile des Stadtteils zerstört. Viele Menschen sterben oder werden obdachlos. Seit 1950 werden Teile Utbremens neu aufgebaut und erhalten eine völlig neue Straßenführung.

1960 wohnen 47750 Menschen in Walle. Walles Bevölkerung erlebt ab 1975 einen Wandel. Viele Studenten und junge Familien ziehen in den Stadtteil. 1998 eröffnet die Eislaufhalle „Paradice“ am Waller Frei- und Hallenbad, ein Jahr später folgt das Walle-Center. Im Jahr 2002 wird die Waller Heerstraße zum Sanierungsgebiet.

Mittlerweile ist das bunte und junge Walle aus Bremen nicht mehr wegzudenken. Ob die Familie zu Walle diese steile Karriere vor rund 900 Jahren wohl vorausgesehen hat?

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