Kontrollen sorgen für Diskussion Hundehalter wollen endlich Freilauffläche im Bremer Westen

Der Weg zu einem Platz im Waller Park, in der Hunde ohne Leinenzwang unterwegs sein dürfen, ist offenbar noch lang und ohne Gesetzesänderung nicht zu beschreiten. Der Beirat sucht nun Alternativen.
08.01.2019, 18:43
Lesedauer: 3 Min
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Hundehalter wollen endlich Freilauffläche im Bremer Westen
Von Anne Gerling

Wie geht es für Hundehalter weiter, die ihre Vierbeiner im Waller Park frei von allen Zwängen laufen, spielen und toben lassen wollen? Viele von ihnen warten seit einigen Wochen händeringend auf eine Lösung. Wie berichtet, hatte Bremens neuer Ordnungsdienst in den vergangenen Monaten nach Wahrnehmung vieler Waller Hundebesitzer verstärkt kontrolliert, ob Tiere unangeleint in der Grünanlage unterwegs sind. Mehrere Hundehalter, die sich zu Unrecht schikaniert fühlten, hatten sich daraufhin ans Ortsamt gewandt und gefordert, bis auf weiteres keine Bußgelder zu verhängen und ein Areal im Park für frei laufende Hunde zur Verfügung zu stellen. Über diese Forderungen haben nun Ortspolitiker und Hundehalter im Fachausschuss „Bau, Umwelt und Verkehr“ des Waller Beirats mit Uwe Papencord, Leiter der Abteilung allgemeine Ordnungsangelegenheiten in Bremens Ordnungsamt, diskutiert.

Ordnungsdienst macht gute Arbeit

Viele Bremer seien offenbar der Ansicht, dass der im vorigen Jahr gestartete Ordnungsdienst richtig gute Arbeit mache, betonte Papencord bei dieser Gelegenheit und stellte auch gleich zu Beginn des Gesprächs klar, für welche Diskussion er unter keinen Umständen zu haben ist: „Der Ordnungsdienst ist ein ausführendes und kein beschließendes Organ. Wir sind also bei Fragen danach, was man darf, der falsche Ansprechpartner.“ Auch werde er nicht zulassen, dass verschiedene Gruppen wie Fahrradfahrer und Hundehalter gegeneinander ausgespielt würden: „Wir ahnden das, was nötig ist.“

Tatsächlich sei der noch junge Ordnungsdienst in einigen Bereichen aktuell noch dabei, sich zu orientieren, was erlaubt sei und was nicht. Was die Hundehalter im Waller Park angeht, so sind sie Papencord zufolge bislang noch nicht zur Kasse gebeten, sondern lediglich mit „gelben Karten“ ermahnt worden, ihre Hunde anzuleinen.

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Verschiedene Flächen in der Prüfung

Die Situation sei hier aber eindeutig, hatte im Vorfeld der Sitzung der im Bauressort für die Schaffung von Hundefreilaufflächen verantwortliche Mitarbeiter Carsten Tornow dem Ortsamt schriftlich mitgeteilt. Demnach dürfen laut Bremischem Ortsgesetz Hunde in Park-, Garten- und Grünanlagen nur angeleint unterwegs sein und darüber hinaus vom 1. April bis 30. September speziell ausgeschilderte Liege- und Spielwiesen gar nicht betreten. Der Waller Park dient Tornow zufolge ausschließlich Erholungszwecken, weshalb innerhalb der Anlage auch keine Flächen abgetrennt und eingezäunt werden könnten. Aktuell werde jedoch geprüft, ob Grundstücke am Hagenweg und am Utbremer Ring als offizielle Freilaufflächen infrage kommen.

Sie seien dringend auf Flächen angewiesen, auf denen ihre Tiere sich frei bewegen könnten, betonten in der Diskussion die Hundehalter, die zahlreich zu der Sitzung erschienen waren. Um Kosten zu reduzieren und keine Zäune ziehen zu müssen, sei womöglich denkbar, frei laufende Hunde auf einer der Wiesen im Park zu tolerieren, schlug einer von ihnen vor, der betont: „Mir geht es darum, eine Verständigung zu finden. Seit im Jahr 2001 das Gesetz über das Halten von Hunden in Kraft getreten ist, ist doch alles gut gelaufen. Was ist der Grund dafür, dass wir nun plötzlich zu den ‚Brandherden’ im Stadtteil gehören? Sehen Sie uns doch lieber als Partner an, denn durch unsere Anwesenheit erhöht sich im Park die Sicherheit und wir sind auch dafür zu haben, dass es dort sauber bleibt.“ Ein zweiter Hundehalter schlägt ergänzend dazu vor, Hunde zu bestimmten Zeiten am Tag frei laufen lassen zu dürfen.

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Nur Bürgerschaft kann Gesetz ändern

Dafür müsste die gesetzliche Grundlage geändert werden, hält dem Bauausschusssprecher Wolfgang Golinski (SPD) entgegen: „Und dafür ist das Parlament zuständig. Wir können zwar einen entsprechenden Antrag schreiben – aber die Antwort liegt schon hier auf dem Tisch.“ Die Hundebesitzer könnten sich also mit einer Petition an die Bürgerschaft wenden, was allerdings dauert.

Um möglichst zeitnah bis zur Schaffung einer Freilauffläche eine einvernehmliche Lösung für den Waller Park zu finden, einigte sich der Ausschuss auf Golinskis Vorschlag: Vertreter von Ortsamt, Beirat, Hundehaltern, Baubehörde, Ordnungsamt und Umweltbetrieb Bremen (UBB) sollen versuchen, in einer Arbeitsgruppe eine Übergangslösung auszuhandeln. „Ob es gelingt, kann ich nicht einschätzen. Wir wollen aber zumindest den Versuch unternehmen“, so Golinski.

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