Eingeweiht

Direktverbindung in die Natur

Der sogenannte Mäusetunnel zwischen Waller Straße und Hagenweg wurde saniert und ein Weg durch das angrenzende Parzellengebiet geschaffen. Beides wurde nun eingeweiht.
21.09.2020, 05:00
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Von Anke Velten
Direktverbindung in die Natur

Senatorin Maike Schaefer (l.) und Lisa Hübotter bei der Einweihung.

Roland Scheitz

Hell, trocken, sauber, sicher: Attribute, die man bislang keineswegs dem sogenannten Mäusetunnel zwischen Waller Straße und Hagenweg zusprechen konnte. Doch das hat sich nun geändert. Die offizielle Einweihung nach Abschluss der Sanierungsarbeiten war aber nur einer der Gründe für hohen Besuch. Maike Schaefer (Grüne), Bremens Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, war auch gekommen, um auf einem Weg durchs Parzellengebiet zu spazieren, den es bis vor kurzem noch gar nicht gab. Im Rahmen des Modellvorhabens „Naherholungspark Bremer Westen“ wurde ein Fuß- und Radweg vom Tunnel bis zum Husheerweg freigelegt. Von einem „Durchbruch“ sprach Lisa Hübotter, die gemeinsam mit Thomas Knode das Projekt „Green Urban Lab“ leitet.

Die Direktverbindung in die Natur konnte geschaffen werden, weil einige brachliegende Kleingärten aufgekauft wurden. Fußgänger und Radfahrer können nun zwischen Streuobstwiesen wandeln, und die Kinder, die sich zum Beispiel im Waller Umweltpädagogik-Projekt treffen, müssen nun nicht mehr den schmalen Gehweg entlang des viel und schnell befahrenen Hagenweg nutzen.

Die Sanierung des Angstraums unter dem Bahndamm stand bereits seit Jahren auf der Wunschliste des Waller Beirats. Mit Mitteln des Waller Stadtteilbudgets und unter Federführung des Amts für Straßen und Verkehr (ASV) wurde der rund 90 Meter lange Durchgang in den vergangenen Wochen gereinigt, aufgearbeitet und blütenweiß gestrichen, erhielt eine neue Beleuchtung und mehr Platz zwischen den Absperrbügeln. Die wichtigste Errungenschaft ist nicht zu sehen, erklärte ASV-Projektleiter Mark Castens: Ein Entwässerungssystem mit einer Pumpenanlage wird künftig verhindern, dass der Tunnel bei Regen unter Wasser steht.

Der weiße Anstrich soll allerdings nicht als Leinwand für Graffiti dienen. Im Auftrag des Beirats sind zurzeit Hannah Schroeter und Yann Fingerhut vom Lidice-Haus sowie der Künstler Mirsad Herenda dabei, bleibende Eindrücke aus dem Stadtteil zu sammeln. In den Herbstferien soll ein Mosaik aus vielen unterschiedlichen Tonelementen an den Tunnelwänden angebracht werden. Wer sich mit einem persönlichen kleinen Kunstwerk verewigen möchte: Am Donnerstag, 24. September, 15 bis 18 Uhr, trifft sich die Künstlergruppe noch einmal am Mäusetunnel.

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