Fachtag Psychiatrie

Umbau der Versorgung von stationär zu ambulant

Beim zweiten Fachtag Psychiatrie wollen der Arbeitskreis „Neue Psychiatrie im Bremer Westen“ und der Verein Blaue Karawane mit Akteuren aus Praxis und Politik ins Gespräch über den Umbau der Psychiatrie kommen.
05.07.2021, 06:00
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Umbau der Versorgung von stationär zu ambulant
Von Anne Gerling
Umbau der Versorgung von stationär zu ambulant

Ulrich Wesseloh (v.l.) und Klaus Pramann haben den Fachtag mit organisiert und erwarten als Gäste unter anderem die Senatorinnen Anja Stahmann und Claudia Bernhard.

Roland Scheitz

Im Bremer Westen laufen die Vorbereitungen für den zweiten Fachtag Psychiatrie am 9. Juli im BLG-Forum. Mit der Veranstaltung wollen der Arbeitskreis „Neue Psychiatrie im Bremer Westen“ und der Verein Blaue Karawane die Diskussion über den Umbau des psychiatrischen Versorgungskonzepts von einer stationären zu einer ambulanten Versorgung weiterführen. Als Gäste werden unter anderem Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) und Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) erwartet.

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Seit dem ersten Fachtag Psychiatrie im Oktober ist einiges passiert, was den Organisatoren Mut macht. Als positiv bewerten sie unter anderem eine Personalie: Martin Zinkler ist neuer Chefarzt im Klinikum Bremen-Ost und leitet dort nun gemeinsam mit Martin Lison die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Zinkler beziehe sich auf die Auflösung der Anstaltspsychiatrie in Italien, sagt der Waller Psychiater und Blaue-Karawane-Mitbegründer Klaus Pramann: „Von daher ist er uns natürlich nahe. Es ist sehr ermutigend, dass in der Leitung in Bremen-Ost jetzt jemand sitzt, der als eigene Prägung mitbringt, die Versorgung von stationär zu ambulant umwandeln zu wollen. “ Zinkler wird beim Fachtag seine Ideen zur Transformation des Systems und zu einer zukünftigen regionalen psychiatrischen Versorgung vorstellen.

Das eine sind Akteure in führender Stellung, die Veränderungen auch den Beschäftigten nahe bringen – das andere ist der Umbau der Finanzierung. Bei der 2013 von der Bremischen Bürgerschaft beschlossenen Psychiatriereform – die weg von der stationären und hin zu mehr ambulanter Versorgung führen soll – geht es dabei nicht nur um psychisch kranke Menschen, sondern auch um Menschen mit psychischen Behinderungen, für die ein Betreuungsbedarf festgestellt wurde. Also nicht nur um Klinikbetten, sondern auch um Heimplätze. Hier gilt es nach Ansicht des Arbeitskreises das Zusammenspiel von Krankenkassen und dem Amt für Soziale Dienste zu verbessern und eine trägerübergreifende Behandlung und Betreuung durch die Schaffung eines regionalen Psychiatrie-Budgets zu vereinfachen. Zu diesem Aspekt werden Gäste aus Lüneburg und Schleswig-Holstein erwartet, die mit einem Budget arbeiten und ihre Konzepte vorstellen.

Der Arbeitskreis, der sich Anfang 2017 unter dem Dach des Vereins Blaue Karawane gebildet hatte, hat ein viel gelobtes Modellkonzept für eine regionale psychiatrische Versorgung für den Bremer Westen verfasst, dessen Ziel ein regionales Zentrum für seelische Gesundheit  ist. Seinen Entwurf möchte der Arbeitskreis mit einer möglichst breiten Öffentlichkeit weiterentwickeln und ausdrücklich auch Interessierte beteiligen, die nichts mit Psychiatrie zu tun haben.

Das Interesse am Fachtag (Freitag, 9. Juli, 15 bis 19.30 Uhr, BLG-Forum Am Speicher XI 11) sei groß, sagt Mit-Organisator Ulrich Wesseloh: „Bisher haben sich schon 83 Teilnehmer angemeldet.“ Noch werden Anmeldungen per E-Mail an info@blauekarawane.de angenommen.

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