Spielstätte auf der Bürgerweide Bremer Theaterschiff zieht ins Spiegelzelt

Da das Theaterschiff unter aktuellen Corona-Auflagen nicht öffnen darf, hat Theatermacher Knut Schakinnis für die Zeit von November bis Januar ein Spiegelzeit gemietet, das auf der Bürgerweide stehen soll.
19.09.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Theaterschiff zieht ins Spiegelzelt
Von Alexandra Knief

Die Säle zu klein, der Gang zu den Toiletten zu eng: Weil das Theaterschiff Bremen unter aktuellen Corona-Auflagen nicht öffnen kann, gehen Theaterleiter Knut Schakinnis und sein Team nun andere Wege: Vom 19. November bis zum 23. Januar bespielen sie ein Spiegelzelt im Jugendstil auf der Bürgerweide – extra aus Belgien angemietet und dem Aufbau der historischen Spiegelzelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachempfunden.

Die prachtvollen Zelte zogen einst mit Jahrmärkten durchs Land, luden zum Tanzen und Feiern ein. Nun soll darin Theater gespielt werden – in besonderem Ambiente, verspricht Schakinnis, sodass schon der Besuch an sich zu einem nicht alltäglichen Erlebnis werde. Die Idee, ein solches Zelt zu bespielen, verrät der Theaterleiter bei einer Pressekonferenz am Freitag, habe er schon seit einigen Jahren im Kopf. Dank Corona sei nun der Zeitpunkt gekommen, sie Realität werden zu lassen.

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Stehen soll das Zelt auf der Bürgerweide an der Ecke Gustav-Deetjen-Allee/Theodor-Heuss-Allee. Der Aufbau wird voraussichtlich am 11. November beginnen. Normalerweise passen 499 Gäste in das 22 mal 36 Meter große Zelt, unter Corona-Maßnahmen finden 196 Besucher an 29 Tischen und in neun Logen Platz. Die Logen können nur als Ganzes für Gruppen von bis zu sechs Personen gebucht werden (288 Euro). Tickets für die Tische kosten je nach Preiskategorie zwischen 48 und 56 Euro pro Person, es sollen Getränke und Kleinigkeiten zu essen angeboten werden.

Gastspielen und Theaterpremieren

Auf dem Spielplan stehen neben Gastspielen des Sängers Denis Fischer, der Lieder von Leonard Cohen präsentiert, und dem sonst im Bremer Ratskeller beheimateten Musical „Nachts in Bremen“ auch zwei Theaterpremieren: Ab dem 19. November wird „Die Bremer Weihnachtsgeschichte“ nach Motiven von Charles Dickens gespielt. „Das Stück wird gerade noch extra für das Spiegelzelt geschrieben“, sagt Schakinnis. Ein paar Dinge dürfen allerdings schon verraten werden: Setting wird Bremen im 19. Jahrhundert sein, es soll Gesang, Schauspiel und auch Artistik geben.

Ab dem 30. Dezember steht dann die Musik-Revue „Neujahr total“ auf dem Programm, mit Liedern von den 50er-Jahren bis hin zu neueren Stücken. Außerdem soll die Theaterschiff-Reihe „Jazz on Bord“ als „Jazz im Zelt“ fortgesetzt werden. Preise, Programm und Termine hierfür werden noch bekannt gegeben.

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Die Gesamtkosten für den Ausflug auf die Bürgerweide beziffert Schakinnis mit rund 300.000 Euro. „Wir gehen damit ein hohes Risiko rein“, sagt er. Immerhin wisse man nicht, wie das Angebot bei den Zuschauern ankommen wird. Doch trotz des Wagnisses sei das Spiegelzelt-Theater Bremen „eine Herausforderung, die uns allen Spaß macht.“ Zudem sei man auf der Suche nach Sponsoren.

Ende Januar muss das Zelt wieder von der Bürgerweide verschwinden, da der Platz anderweitig benötigt wird. Wie es danach weitergeht, konnte Schakinnis am Freitag noch nicht sagen. „Planungen für einen größeren Zeitraum sind gerade einfach noch nicht möglich“, sagt er. „Wir haben allerdings schon einige Ideen.“

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu Tickets und Terminen gibt es auf der Seite des Theaterschiffes sowie unter www.spiegelzelttheater.de.

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