Bauprojekt in Bremen-Nord

Umgestaltung des Blumenthaler Busbahnhofs läuft nach Plan

Halbzeit bei der Umgestaltung des Busbahnhofs: Im April haben die Bauarbeiten in Blumenthal begonnen und sollen voraussichtlich bis Oktober dauern. Bislang läuft alles nach Plan.
26.06.2017, 14:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Albrecht-Joachim Bahr

Jürgen Prießner, beim Amt für Straßen und Verkehr Projektleiter der Baustelle Bahnhof Blumenthal, heißt uns willkommen. Wie sieht es aus an der sogenannten Ständer-Kreuzung? Alles im Zeittakt? Am 1. April haben hier die Bauarbeiten begonnen und sollen voraussichtlich bis Oktober dauern. Dann werden gut 3,9 ­Millionen Euro verbaut worden sein – zu 90 Prozent aus Bundesmitteln gefördert.

Es ist 11 Uhr. Momentan läuft es ruhig auf der Baustelle. Gut fünfzehn Mann verteilen sich auf dem Areal zwischen Kirche und dem ehemaligen Gasthaus Ständer, zwischen BSAG-Häuschen und Bahnhof. Eine Gruppe ist mit der Feinplanierung eines Pflasterbereichs befasst, ein anderes Team ist dabei, Bodenplatten für einen der neuen Wartebereiche zu verlegen.

Der Projektleiter steht gern Rede und Antwort, hat aber dennoch stets ein Auge für das, was um ihn herum geschieht. So wird er später auf das tippen, was er jetzt schon aus dem Augenwinkel wahrnimmt, nämlich mit der Schuhspitze auf einen der soeben verlegten Steine: „Bevor ihr hier einrüttelt, müsst ihr den aber doch noch ein bisschen anheben.“

Zur Halbzeit der Großbaustelle sind die Konturen der neuen Anlage schon klar überschaubar: Die Fahrbahnen sind mit Bordsteinen eingefasst. Die Straßenführung befindet sich jetzt dort, wo früher die Busse gehalten haben. Die Bus-Spuren sind dafür zum Bahnhof rübergerückt. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Jürgen Prießner. „Ab dem 7. Juli werden die Busspuren asphaltiert und in der 29. Kalenderwoche führen wir den Individualverkehr über die Spuren, die dann später für die Busse vorgesehen sind. Aber bitte nageln Sie mich jetzt nicht auf den Tag genau fest.“

Neue Wartehäuschen stehen schon

Die Busse fahren weiterhin über den Ausweich-Busbahnhof. Gesperrt werde dann aber die derzeitige Verbindung des Individualverkehrs zwischen Landrat-Christians-Straße und Lüssumer Straße. Dieser Bereich muss ohne Verkehr sein, um den Knotenpunkt endgültig ausbauen zu können.

Straßenbau ist das eine. Aber der ASV-Projektleiter muss natürlich auch alle weiteren Gewerke im Blick haben. Unter anderem sind auf der Baustelle 130 Meter Gasleitungen erneuert worden. Kabel für die Beleuchtung mussten verlegt werden, "wobei die neue Beleuchtung schon zu 80 Prozent fertiggestellt ist". Neue Kabel gibt es auch für die Ampeln. "Hier hat Wesernetz massiv saniert. Zudem mussten Telefonkästen umgesetzt werden.

Weiter werden Pflanzlöcher im Wartebereich mit Baumsubstrat aufgefüllt. Allerdings: Was hier für Bäume gepflanzt werden, weiß Prießner nicht. Im Zuge der Bauvorbereitungen mussten zwei schützenswerte Bäume gefällt werden: eine Blutbuche und eine Kastanie. Als Ersatz für diese sollen doppelt so viele Bäume wieder gepflanzt werden. Auch eine Blutbuche soll dabei sein. Aber diese Arbeiten folgen später. Für jetzt ist dagegen aber schon mal festzuhalten: Auch die neuen Wartehäuschen stehen schon – wie in Vegesack auch hier nach Entwürfen des Architektur- und Designbüros Norman Foster.

Bislang gab es keine unvorhersehbaren Probleme

Jürgen Prießner ist nicht nur für die Baustelle in Blumenthal zuständig, sondern auch für den Umbau des Sterns. Wacht er da nicht hin und wieder nachts schweißgebadet auf? „Wegen Blumenthal wach ich nicht auf“, antwortet er mit einem Lächeln. Und wegen des Sterns eigentlich auch nicht. „Damals bei der Georg-Bitter-Trasse, also der Verlängerung der Karl-Carstens-Brücke hin zur Bennigsenstraße, da hab ich schon schlaflose Nächte gehabt. Aber das ist zwanzig Jahre her. Inzwischen kenn' ich das Geschäft.“

Da hilft auch, dass es bislang vor Ort keine unvorhersehbaren Probleme gegeben hat. Einzig vielleicht bei Pflasterungen am Ausweich-Busbahnhof auf dem ehemaligen BWK-Parkplatz. Sie habe zeitweilig unter Wasser gestanden. „Da ist der Boden aufgeweicht, und die Busse drüber – da hat sich das Pflaster bis zu 20 Zentimeter abgesenkt.“ Das könne an der Ständer-Kreuzung nicht passieren. „Hier wird alles asphaltiert, mit einer Asphalt-Betonschicht.“ Bevor die Deckschicht aufgetragen wird, sagt Prießner, werden noch die letzten Leitungsfugen geschnitten. „Wenn dann aber die Decke drauf ist, dann war's das.“

Bis dahin werden noch etliche Flächen und etliche Kubikmeter Baumaterial geschüttet, einplaniert, gerüttelt, geebnet, gepflastert, mit Kies aufgefüllt und so weiter und so fort. Oder es werden, wie in diesem Moment, am Bahnübergang die nächsten Bodenplatten abgeladen.

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