Gottlieb-Daimler-Straße

Umstrittene Flüchtlingsunterkunft wird früher geschlossen

Die Bremer Notunterkunft für Flüchtlinge an der Gottlieb-Daimler-Straße in Oslebshausen soll früher geschlossen werden als ursprünglich geplant. Eine Alternative ist aber noch nicht gefunden.
15.05.2018, 14:16
Lesedauer: 1 Min
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Von Benjamin Havermann
Umstrittene Flüchtlingsunterkunft wird früher geschlossen

In Flüchtlingsunterkünften in Leichtbauweise wie in Oslebshausen ist es im Winter oft kalt.

Christina Kuhaupt

Obwohl die Baugenehmigung für die Oslebshauser Unterkunft noch bis Ende April 2019 gilt, werden die Bewohner der Flüchtlingsunterbringung an der Gottlieb-Daimler-Straße schon früher eine neue Bleibe finden. "Wir werden sie bis zum Winter schließen", sagt Bernd Schneider, Sprecher der Sozialbehörde. Der genaue Zeitpunkt für den Umzug und der Ort der neuen Unterkunft seien aber noch unklar. "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagt Schneider weiter.

Nicht wieder Leichtbauweise

Er macht deutlich, dass die Sozialbehörde auf die Kritikpunkte von Flüchtlingen und Bürgern eingehen werde. "Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass wieder eine Unterkunft in dieser Leichtbauweise entsteht – das ist praktisch ausgeschlossen."

Seit Monaten gibt es Kritik an den Gebäuden, die als Notunterkünfte und in Leichtbauweise errichtet wurden. In diesen Zelten aus Metall ist es im Sommer heiß und im Winter kalt. Zugleich sind sie schlecht isoliert und hellhörig. Der Verein Fluchtraum und der Flüchtlingsrat sprachen sogar von einer „menschenunwürdigen Unterbringung“ und forderten eine sofortige Auflösung der Einrichtung. Diesem Ziel sind sie nun ein Stück näher gekommen.

Demonstration heute am Hauptbahnhof

Dienstagachmittag um 17 Uhr veranstaltete das Aktionsbündnis "Shut down Camp Gottlieb-Daimler-Straße" eine Demonstration am Bremer Hauptbahnhof, um auf die Situation in der Flüchtlingsunterkunft aufmerksam zu machen.

Zur Info

Der Autor ist Teil des Reportertausch-Programms des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Der #ReporterTausch2018 ist eine Aktion vom 14. bis 20. Mai 2018 tauschen Medienhäuser für fünf Erscheinungstage Reporterinnen und Reporter. Die Teilnehmer kommen in Lokalredaktionen in einer fremden Region zum Einsatz. An der Aktion nehmen 55 Redakteurinnen und Redakteure von 29 Zeitungen aus ganz Deutschland teil. Benjamin Havermann kommt von der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) und arbeitet für eine Woche beim WESER-KURIER. Im Gegenzug arbeitet Lokalredakteurin Kristin Hermann eine Woche für die NOZ. Redakteur Timo Thalmann ist als Austauschreporter bei der Neuen Westfälischen in Bielefeld im Einsatz.

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