Entscheidung über Verkehrsführung fällt erst im August / Parken bleibt vorerst erlaubt Versuch im Concordia-Tunnel beendet

Bremen. Im Concordia-Tunnel bleibt alles beim Alten: Das Parken bleibt erlaubt – vorerst. Zehn Monate haben Experten den Verkehr stadteinwärts auf der Schwachhauser Heerstraße beobachtet.
08.07.2015, 00:00
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Versuch im Concordia-Tunnel beendet
Von Jörn Hüttmann

Im Concordia-Tunnel bleibt alles beim Alten: Das Parken bleibt erlaubt – vorerst. Zehn Monate haben Experten den Verkehr stadteinwärts auf der Schwachhauser Heerstraße beobachtet. Ende Juni ist der Feldversuch ausgelaufen. Empfehlungen, wie der Verkehr in Zukunft durch den Tunnel fließen soll, gebe es noch nicht, sagt Jens Tittmann, Sprecher der Baubehörde. Sein Ressort erwarte das Gutachten erst im August und wolle dann zusammen mit Interessenverbänden über eine endgültige Lösung beraten.

Am Streit über die Verkehrsführung im Concordia-Tunnel scheiden sich seit Langem die Geister. Im Sommer vergangenen Jahres drohte an der Frage, ob auf dem rechten Fahrstreifen stadteinwärts geparkt werden darf oder nicht, beinahe der Kompromiss um den gesamten Verkehrsentwicklungsplan für Bremen (VEP) zu scheitern. Doch schließlich einigte man sich im VEP-Projektbeirat auf einen Probelauf: Fünf Monate rollte der Verkehr auf zwei Spuren in die Stadt. Zwischen 7 und 10 Uhr durften zwischen Hollerallee und Bismarckstraße keine Autos am rechten Fahrbahnrand parken. Fünf Monate lang war das Parken erlaubt, eine Spur blieb für den Verkehr. Verkehrsexperten stellten Kameras auf, zählten Autos, analysierten die Lage vor Ort. Dabei sei die Trasse täglich von 23 000 bis 24 000 Autos passiert worden, sagt der Sprecher der Baubehörde. Und während der Parkverbotszeit seien insgesamt 42 Wagen abgeschleppt worden. Alle weiteren Daten würden derzeit von Experten ausgewertet. Vor Anfang bis Mitte August sei jedoch nicht mit Ergebnissen zu rechnen, sagt Tittmann. „Wir wollen schließlich ein sorgfältiges Gutachten haben.“ Die endgültige Entscheidung wolle die Behörde nicht alleine fällen. „Wir werden den Projektbeirat vom VEP beteiligen, die zuständige Deputation und selbstverständlich den Beirat Schwachhausen informieren. Damit hat man die wichtigsten Akteure im Boot.“

Zu dem Kreis gehört auch Olaf Orb. Er ist verkehrspolitischer Sprecher der Handelskammer, die den Concordia-Tunnel zum Streitpunkt bei den VEP-Beratungen gemacht hat: „Wir sind auf die Zahlen sehr gespannt und gerne bereit, sie kritisch zu diskutieren“, sagt Orb. Unter dem Strich sei es wichtig, dass die Erreichbarkeit der Innenstadt verbessert werde. Allerdings solle der Streit um den Concordia-Tunnel nicht mehr zum Politikum gemacht, sondern als Sachfrage behandelt werden. „Und wenn sich zeigt, dass die Situation zweispurig besser war, dann muss auch konkret gehandelt werden.“ Jetzt nach der Bürgerschaftswahl sei der Zeitpunkt gekommen, um diese Fachfrage endgültig zu lösen – „unabhängig von Parteifarben“, so Orb.

Auch bei der CDU wartet man auf das Gutachten: „Wir waren eher skeptisch, was dabei rauskommen soll“, sagt Heiko Strohmann, verkehrspolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion. Mittlerweile sei er aber zuversichtlich, dass ein vernünftiges Gutachten dabei herauskommen werde. „Ich glaube, Bremen wird in die eine wie in die andere Richtung nicht zusammenbrechen.“ Verkehrspolitisch gebe es mit der A 281, die endlich fertig gebaut werden müsse, drängendere Probleme. „Von daher sehen wir es gelassen, was bei dem Gutachten herauskommt“

, sagt Strohmann.

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