Werder gegen HSV

Polizei bereitet sich auf Großeinsatz beim Nordderby vor

Am kommenden Samstag treffen der HSV und der SV Werder Bremen nach mehr als dreieinhalb Jahren wieder aufeinander. Die Polizei bereitet sich bereits auf einen Großeinsatz vor.
14.09.2021, 12:10
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus
Polizei bereitet sich auf Großeinsatz beim Nordderby vor

Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz beim Nordderby vor, wie es bereits in der Vergangenheit der Fall war.

Carmen Jaspersen /dpa

Mehr als dreieinhalb Jahre liegt es inzwischen zurück, das bis dato letzte Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV – und entsprechend groß sind Spannung und Vorfreude in beiden Fanlagern vor dem Wiedersehen am kommenden Samstag. Erstmals treffen die ewigen Rivalen in der 2. Bundesliga aufeinander – in einer Partie, die ab 20.30 Uhr ganz Fußball-Deutschland in ihren Bann ziehen dürfte. Und natürlich auch die Bremer Polizei, wenn auch weniger aus sportlichen Gründen. Die Beamten bereiten sich auf einen Großeinsatz rund um das Weserstadion vor.

Die Partie wird von den Bremer Behörden trotz derzeit nur halber Zuschauerkapazität im Wohninvest Weserstadion offiziell als sogenanntes „Hochrisikospiel“ eingestuft – heißt: Die Mehrkosten für den Polizeieinsatz wird das Land Bremen einmal mehr der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und damit letztlich Werder in Rechnung stellen. So hatte es Bremen bereits nach dem Heimspiel gegen Hansa Rostock gehandhabt: „Ein entsprechender Gebührenbescheid in sechsstelliger Höhe wird verschickt werden“, erklärt Rose Gerdts-Schiffler, die Sprecherin der Bremer Innenbehörde auf Nachfrage unserer Deichstube.

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Während des Heimspiels gegen den HSV dürfen wie zuletzt auch 21.000 Fans ins Stadion kommen. Etwa 1050 Tickets gehen dabei an die Gäste. Diese Gruppe allein wäre überschau- und kontrollierbar. Aber: „Darüber hinaus rechnen wir mit einer dreistelligen Zahl an Hamburger Problemfans, die ohne Karten nach Bremen kommen werden“, erklärt Gerdts-Schiffler. Ultras sind damit ausdrücklich nicht gemeint, denn genauso wie die Bremer Ultra-Szene verzichtet auch ihr Hamburger Pendant während der Pandemie zu großen Teilen auf den Besuch der Spiele.

Die Bremer Behörden bereiten sich am Samstag vor allem im Stadionumfeld auf möglicherweise brenzlige Situationen vor - provoziert durch die Hamburger Problem-Fans oder aber auch durch die Bremer. Gerdts-Schiffler erklärt: „Aus früheren Begegnungen muss damit gerechnet werden, dass Hamburg-Fans, die sich auf dem Weg ins Stadion oder zurück zu ihren Fahrzeugen befinden, von den Bremer Problem-Fans verbal angegangen und beleidigt werden könnten, woraus sich aufgrund der hohen Emotionalität bei einem Nordderby schnell entsprechende Lagen entwickeln könnten.“ Die Polizei Bremen plane deshalb „mehrere Hundertschaften an Eigen- und Fremdkräften“ ein. Und das wird wieder teuer.

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Für zusätzliche Komplikationen sorgt der von der DFL angesetzte Termin der Partie. Anpfiff 20.30 Uhr – das haben die TV-Rechte-Inhaber gern, weil das Spiel Exklusivität genießt. Das heißt aber auch, dass es bei Abpfiff rund ums Stadion und in der Stadt dunkel ist. Die Arbeit der Polizei wird dadurch erschwert. 

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