Hochrisikopartie Werder gegen Rostock Werder drohen Kosten durch Polizeieinsatz

Die Regeln für die Zuschauer bei Werder-Heimspielen kommen bei den Fans von Hansa Rostock gar nicht gut an. Sie rufen zum Boykott auf, derweil hat das Innenressort die Partie als Hochrisikospiel eingestuft.
26.08.2021, 14:44
Lesedauer: 2 Min
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Von csa/kni

Das Thema Hochrisikospiele befand sich zuletzt wegen der Geisterspiele im Dämmerzustand, doch jetzt lebt es wieder auf. Für die Partie gegen Hansa Rostock am Sonntag hat das Bremer Innenressort bereits eine Vorab-Einstufung vorgenommen und die Begegnung als „Rot“-Spiel ausgewiesen.

Heißt: Trotz um die Hälfte verringerter Zuschauerzahlen und maximal nur 1050 zugelassenen Gäste-Fans droht der Deutschen Fußball-Liga und damit in letzter Konsequenz Werder Bremen erneut ein Gebührenbescheid durch das Land Bremen. Allerdings gibt es rund um die Partie noch einige Fragezeichen. Vor allem ist nicht klar, wie viele Rostock-Fans tatsächlich nach Bremen reisen werden. Und wie viele von denen wiederum überhaupt die Absicht haben, ins Stadion zu gehen.

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In der aktiven Fan-Szene des FC Hansa herrscht Unmut über die Bremer Regeln für den Stadionbesuch, es wird zum Boykott des Spiels aufgerufen. Gründe? Dass sich jeder Rostocker Stadionbesucher online namentlich beim SV Werder registrieren lassen muss, gefällt nicht. Dass der Zugang zum Stadion nur nach erfolgtem 3G-Nachweis und mit Tagesbändchen sowie über vorgegebene Wege erfolgen kann, gefällt auch nicht. Und dass es nur Sitzplatztickets gibt, die auch noch 31 Euro kosten, macht das Fass dann voll. Jedenfalls aus Sicht der Hansa-Ultras. Sie wollen deshalb zwar „im Sinne einer Fan-Kultur“, wie es in einem Flugblatt heißt, nach Bremen kommen, das Stadioninnere wollen sie aber meiden. Völlig unklar ist dabei, wie viele Rostock-Anhänger sich in der Stadt und am Stadion aufhalten werden. Über den Ticketabsatz durch den FC Hansa lagen Werder am Donnerstag noch keine Meldungen vor.

Obwohl die Anzahl der Gäste-Fans maßgeblich sein wird, ob im Vergleich zu einem normalen Spiel mit Stadion-Volllast und mehr als 4000 Gäste-Fans tatsächlich Mehrkosten für Polizeieinsätze entstehen, hat das Land Bremen schon mal die Voraussetzung geschaffen, um am Ende einen Gebührenbescheid erstellen zu können. „Nach bisheriger Einschätzung wird es sich um ein Hochrisikospiel handeln. Entsprechend ist ein sogenanntes Anhörungsschreiben an die DFL herausgegangen. Eine Vorankündigung ist zwingend nötig – entstandene Kosten im Zusammenhang mit einem Hochrisikospiel könnten ansonsten später nicht geltend gemacht werden“, antwortet das Innenressort auf eine Anfrage unserer Deichstube.

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Da 1050 Gäste-Fans (oder deutlich weniger) auf den Tribünen kaum einen Mehraufwand bei der Polizei nötig machen würden - jedenfalls nicht gegenüber dem Normalbetrieb -, scheint die Behörde bei ihrer Bewertung keinen Unterschied zu machen zwischen Fans, die ins Stadion gehen, und Fans, die nicht ins Stadion gehen und damit dem ausrichtenden Klub auch keinen wirtschaftlichen Ertrag bringen. Die Einschätzung ist diese: Ohne erhöhten Polizeieinsatz werden Gewalthandlungen zwischen den Fan-Lagern erwartet.

Allerdings räumt das Innenressort ein, abwarten zu wollen, wie sich Rostock-Fans im und rund ums Stadion am Spieltag am Ende tatsächlich verhalten haben. „Welche Kosten letztlich geltend gemacht werden, bleibt einer abschließenden Gesamtbewertung vorbehalten“, heißt es. Bei der Höhe sei auch zu berücksichtigen, dass Werder Bremen derzeit nur die Hälfte der Plätze vermarkten könne und deshalb entsprechend weniger Einnahmen verzeichnet.

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