Svenja Schwichtenberg ist Mitglied im Kinder- und Jugendbeirat Burglesum / Im Oktober stehen Neuwahlen an „Wir entscheiden mit“

Nach zwei Jahren im Kinder- und Jugendbeirat Burglesum tritt Svenja Schwichtenberg jetzt erneut als Kandidatin an. Die 16-Jährige hat durch ihr Engagement in dem Gremium viel gelernt – unter anderem, dass Politik Spaß machen kann.
22.09.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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„Wir entscheiden mit“
Von Julia Ladebeck

Nach zwei Jahren im Kinder- und Jugendbeirat Burglesum tritt Svenja Schwichtenberg jetzt erneut als Kandidatin an. Die 16-Jährige hat durch ihr Engagement in dem Gremium viel gelernt – unter anderem, dass Politik Spaß machen kann.

Burglesum. Politikverdrossenheit und mangelndes Engagement sind Eigenschaften, die Jugendlichen oft unterstellt werden – und die auf die Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirats Burglesum definitiv nicht zutreffen. Eine von ihnen ist Svenja Schwichtenberg. Die 16-Jährige ist seit Gründung des Gremiums vor zwei Jahren dabei und tritt jetzt erneut als Kandidatin an. Mit ihr stellen sich in der zweiten Oktoberwoche sieben weitere Jugendliche zur Wahl.

Ein Praktikum im Ortsamt Vegesack war Auslöser für Svenjas Interesse an Kommunalpolitik. "Ich durfte damals bei einer Beiratssitzung dabei sein, in der es um die Gestaltung der Fassade des Stadthauses ging", erinnert sich die Gymnasiastin. "Es hat mich total beeindruckt, dass man bei so etwas mitentscheiden kann." Kurze Zeit später warben Plakate an ihrer Schule für ein Engagement der Schüler im Jugendbeirat. "Da habe ich mir gedacht: Ich mache mit", erzählt die 16-Jährige.

In den vergangenen zwei Jahren habe sie viel gelernt, "was alles zum Organisieren dazu gehört, dass Politik viel Arbeit ist, aber auch Spaß macht", zählt die Lesumerin auf. "Ich finde es gut, dass wir als Jugendbeirat selbst ein Budget haben und darüber entscheiden können, wie das Geld eingesetzt wird." Jährlich bekommt die Jugendlichen 10000 Euro vom Beirat Burglesum. "Wir unterstützen damit Projekte für Kinder und Jugendliche", erzählt Svenja.

Ideen sammeln die Jugendbeiratsmitglieder beispielsweise in Schulen. "Das war unsere erste Aktion. Wir haben Briefkästen in den Schulen aufgehängt. Die Schüler können ihre Wünsche aufschreiben und dort reinwerfen." In einer Mappe bewahrt die 16-Jährige Vorschläge von Kindern der Grundschule St. Magnus auf. Dort hatte Svenja den Ideenbriefkasten selbst vorgestellt – auch das war eine neue Erfahrung für die Schülerin. "Das war super, vor den Grundschülern eine Rede zu halten", sagt sie. Die Wunschzettel haben die Kinder deshalb auch direkt an Svenja adressiert. "Liebe Svenja. Ich wünsche mir auf dem Schulhof eine Hüpfburg", hat ein Schüler geschrieben und dazu ein Bild gemalt. "Alles können wir natürlich nicht umsetzen", sagt Svenja. Einige Projekte wurden aber doch realisiert, wie zum Beispiel die "Kampf-Arena" – ein Sandkasten zum Kräftemessen mit Regeln – und Sitzgelegenheiten in Tierform an der Grundschule St. Magnus sowie Tornetze für die Schule an der Grambker Heerstraße. "Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass die Sachen jetzt da sind, weil ich mich dafür eingesetzt habe", sagt die 16-Jährige stolz. "Wir entscheiden hier wirklich mit."

Komplizierte Vorträge im Beirat

Auch an den Beirats- und Ausschusssitzungen des Ortsamtes hat Svenja teilgenommen. Dort haben die Jugendlichen Rede- und Antragsrecht. "Manchmal sind die Vorträge dort ziemlich lang und kompliziert", findet die 16-Jährige. "Manchmal weiß ich dann nicht, ob ich nachfragen soll, wenn ich etwas nicht verstehe." Insgesamt, ist sie überzeugt, "bekommt man dadurch jedenfalls viel mehr von dem mit, was im Stadtteil passiert".

Bei der Umsetzung ihrer Projekte bekommen die jungen Beiratsmitglieder Unterstützung durch das Ortsamt. "Die Mitarbeiter übernehmen zum Glück den Bürokram für uns", erzählt Svenja. Als ständige Ansprechpartnerin haben die jungen Beiratsmitglieder Annika Siefken an ihrer Seite. "Sie hilft uns bei allen Fragen und ist manchmal auch bei unseren Treffen dabei." Immer freitags um 17 Uhr kommen die Jugendlichen im Freizeitheim Burglesum zusammen. Dort hat der Kinder- und Jugendbeirat einen eigenen Raum.

"Die Treffen sind ganz entspannt. Es gibt was zu Essen, meistens Süßigkeiten, und wir reden auch über andere Sachen. Nicht nur über Projekte", verrät Svenja. Als nächstes stehen für die Mitglieder Vorbereitungen für die Neuwahlen auf dem Plan. Wählen können alle Kinder und Jugendliche, die in Burglesum wohnen und zwischen zwölf und 18 Jahre alt sind. Einen Wahlschein bekommen sie automatisch mit der Post zugeschickt. "Es ist ganz wichtig, dass viele Schüler zur Wahl kommen, damit die Politiker sehen, dass wir uns engagieren", wirbt Svenja für den Urnengang. Welches Projekt sie im nächsten Kinder- und Jugendbeirat angehen möchte, weiß sie schon: "Ich möchte mich für die etwas Älteren unter uns einsetzen und ein Fest für Jugendliche organisieren."

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