Deutlicher Rückgang bei Stellen Bremer Arbeitsagentur sorgt sich um Ausbildungsmarkt

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Ausbildungsstellen im Bezirk um 15 Prozent zurückgegangen. Arbeitsagenturchef Joachim Ossmann appelliert nun an die Unternehmen, trotz Corona an die Zukunft zu denken.
28.05.2020, 12:27
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Bremer Arbeitsagentur sorgt sich um Ausbildungsmarkt
Von Lisa Schröder

Corona hat deutliche Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt in Bremen. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen im Bezirk ging nach Angaben der Arbeitsagentur im April um 760 auf 4317 zurück. Das entspricht einem Minus von 15 Prozent. Joachim Ossmann, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bremen und Bremerhaven, richtete deshalb jetzt einen Appell an die Unternehmen: Es sei wichtig, trotz Corona weiter auf die Ausbildung zu setzen, wenngleich die Unsicherheit derzeit groß sei. Von einzelnen Unternehmen sei im Moment eine starke Zurückhaltung zu vernehmen – gerade in der derzeit massiv betroffenen Gastronomie und bei den Hotels.

Daneben sei das Angebot gerade auch im Bereich Handel und verarbeitendes Gewerbe derzeit kleiner, sagte Ossmann. Es ginge darum, dass junge Menschen nach der Schule einen Ausbildungsplatz finden „und ihre Karriere nicht mit Arbeitslosigkeit beginnen, sondern mit einer beruflichen Perspektive“. Zudem sei der Fachkräftebedarf und -mangel nach Corona nicht vorbei, sagte der Agenturchef auch mit Blick auf die demografische Entwicklung in Deutschland.

In der Vergangenheit spielte die Berufsberatung in den Schulen eine wichtige Rolle. Dieses Angebot fiel wegen der Schulschließungen aber komplett weg. Die Arbeitsagentur will nun unter anderem über eine Hotline (0421 / 1781245) Hilfe bei der Suche nach Ausbildung oder Studium bieten. „Jugendliche sollten nicht den Eindruck gewinnen, es passiert zu wenig auf der Nachfrageseite“, sagte Ossmann am Donnerstag. Es sei falsch, sich nun beruhigt zurückzulehnen, denn das „Ausbildungsgeschehen ist in vollem Gange“. Der Mai sei ein Monat, um intensiv nach einem Ausbildungsplatz zu suchen.

Grundsätzlich geht Joachim Ossmann jedoch davon aus, dass es dieses Jahr beim Ausbildungsauftakt größere Flexbilität seitens der Schulen und Kammern geben wird: „mehr als in allen Jahren zuvor“.

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