Kommentar über Immobilienpreise

Auf nach Bremerhaven oder Achim

Laut Prognose des Portals Immowelt werden in Bremen die Preise für Eigentumswohnungen bis 2020 um 22 Prozent anziehen. Was Bremerhaven davon hat, schreibt Florian Schwiegershausen in seinem Kommentar.
24.01.2018, 20:39
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Auf nach Bremerhaven oder Achim
Von Florian Schwiegershausen
Auf nach Bremerhaven oder Achim

Ebenso wie es Bremen an Bauflächen für Wohnungen mangelt, fehlt es an Raum für Industrie und Logistik.

dpa

Diese Prognose hat es in sich: Laut Berechnungen eines großen Immobilienportals werden die Preise für Eigentumswohnungen in Bremen bis 2020 um 22 Prozent steigen. Blickt man auf 2018, sollen es bis zum Jahresende sieben Prozent mehr sein als im Vorjahr. Dabei haben Stadtteile wie das Viertel eine derartige Wertentwicklung genommen, dass laut Experten selbst Bremens Villenstadtteil Oberneuland bei Eigentumswohnungen manch günstigere Alternative bietet.

Natürlich wollen Immobilienportale mit solchen Studien die Interessenten dazu animieren, möglichst schnell eine Eigentumswohnung zu kaufen. Doch auch der Immobilienindex vom arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln, wie positiv die Immobilienunternehmen ihre derzeitige Geschäftslage für die Entwicklung von Wohnkomplexen einschätzen.

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Auch wenn die Leitzinsen im Euroraum in diesem Jahr erhöht werden sollten – was dringend an der Zeit ist – trübt selbst das nicht die positive Stimmung der Unternehmer im Immobilienmarkt. Wer eine Wohnung kaufen möchte, für den wird das nicht einfacher. Wenn er diese nur als Anlageobjekt erwerben will, wird da bald die Suche in Bremerhaven durchaus eine Option – bei den Preisen, die inzwischen in Bremen zu zahlen sind.

Doch ebenso wie es Bremen an Bauflächen für Wohnungen mangelt, fehlt es an Raum für Industrie und Logistik. Fehlende Gewerbeflächen führen zu einem historisch niedrigen Leerstand in Bremen. Da werden sogar ehemalige Baumärkte umfunktioniert zu dringend benötigten Lagerhallen für Autoteile oder andere Produkte. Wenn weiterhin Flächen fehlen, ist das schlecht für Bremen und gut für das Umland. Denn die betroffenen Betriebe sagen nicht „Auf nach Bremerhaven“, sondern „Auf nach Achim“.

florian.schwiegershausen@weser-kurier.de

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