Autohersteller Borgward-Chef ist optimistisch

Borgward-Chef Ulrich Walker begrüßt den Einstieg weiterer Investoren in das Unternehmen. Am Neustart der Marke soll das aber nichts ändern – obwohl es auch noch andere Probleme gibt.
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Borgward-Chef ist optimistisch
Von Stefan Lakeband

Nachdem es Spekulationen um einen möglichen Teilverkauf von Borgward an einen chinesischen Investor gegeben hat, meldet sich nun Ulrich Walker, Chef der Automarke, zu Wort: Er ist optimistisch und freut sich sogar über mehrere neue Geldgeber. „Wir als Borgward Group AG waren schon immer bestrebt, weitere strategische Investoren zu gewinnen“, sagte Walker in einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“. „Drei oder vier große Anteilseigner sind immer besser als einer allein.“

Chinesische Medien hatten berichtet, dass Foton, der Konzern, der hinter Borgward steht, finanzielle Schwierigkeiten habe. Sogar ein kompletter Verkauf von Borgward wurde kolportiert. Dem erteilte Walker indirekt eine Absage. „In den Gesprächen, an denen ich beteiligt war, wurde als Zielsetzung genannt, dass zusätzliche Investoren hereingenommen, die eingeschlagene Strategie aber konsequent weiterverfolgt wird“, sagte der ehemalige Daimler-Manager.

„Foton hat sich in unserer jüngsten Aufsichtsratssitzung Anfang Dezember nochmals ausdrücklich zu unserer eingeschlagenen Strategie bekannt und uns seine volle Unterstützung zugesichert.“ In den Neustart von Borgward seien bislang etwa 1,25 Milliarden Euro geflossen, unter anderem für eine Fabrik in Peking.

Wie viel Geld der neue Investor Foton jedoch bringen soll, dazu äußerte sich Walker nicht. Man wolle aber so weiterarbeiten, wie geplant. Das heißt, dass jedes Jahr zwei neue Modelle auf den Markt kommen sollen, kommendes Jahr etwa das Geländewagen-Coupé BX6, das dem Mercedes GLC Coupé ähneln soll.

Auch an Bremen als Produktionsstandort hält Walker fest, obwohl der Kaufvertrag für das anvisierte Grundstück im Güterverkehrszentrum noch nicht unterschrieben ist. Dennoch solle dort 2019 der Bau von Borgwards beginnen. Man hoffe, in den nächsten Monaten Klarheit zu bekommen. In Deutschland soll die Neuauflage der Bremer Automarke jedoch schon bald zu kaufen sein: Bei den Fahrzeugen soll es sich um eine limitierte Edition des BX7 TS mit Zwei-Liter-Benzinmotor handeln, die komplett in China gebaut wurde.

Auf der Automesse IAA im September in Frankfurt hatte Walker angekündigt, dass Borgward seine Fahrzeuge über den Neuwagen-Onlineshop von Sixt verkaufen will, für den Service ist eine Kooperation mit der Werkstattkette ATU geplant. Doch auch hier gibt es Verzögerungen. „Vertragsverhandlungen sind nun einmal nicht immer einfach“, sagte Walker der Zeitung.

Insgesamt ist der Borgward-Chef aber zufrieden. Seit dem Start im Juli seien 70 000 Fahrzeuge in China verkauft worden. Kommendes Jahr solle zudem der Verkauf im Nahen Osten und in Südamerika starten.

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