Kritik an Chefin der Landesmedienanstalt

Brema-Direktorin stellt Podcast ein

Ende Januar ist Bremens Direktorin der Landesmedienanstalt, Cornelia Holsten, mit einem eigenen Podcast an den Start gegangen. Nach inzwischen bundesweiter Kritik hat sie dieses Format nun wieder eingestellt.
15.02.2020, 08:52
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Brema-Direktorin stellt Podcast ein
Von Florian Schwiegershausen
Brema-Direktorin stellt Podcast ein

Cornelia Holsten ist Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt.

Annette Koroll

Die Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt (Brema), Cornelia Holsten, hat nach zwei Ausgaben ihren Podcast „Unreguliert. Frau Holsten fragt nach“ wieder eingestellt. Bereits nach der ersten Folge ihres Hörformats sah sie sich verschiedener Kritik ausgesetzt, allen voran vom medienkritischen Portal uebermedien.de. Dabei geht es zum einen um inhaltliche Kritik und auch darum, inwiefern sich Holsten mit der Produktion des Formats in einen Interessenkonflikt begeben hat. Denn produziert wurde der Podcast in Berlin kostenlos von der Firma Audio Alliance, die auch Audioformate für RTL Deutschland und für RTL Radio herstellt. Eine von Holstens Aufgaben als Brema-Direktorin ist die Medienaufsicht von Privatsendern – so auch von RTL Nord, das das lokale TV-Format für Bremen und Niedersachsen produziert.

Holsten, die Juristin ist und vor ihrem Direktorenamt Richterin für Medienrecht in Bremen war, sagte dazu dem WESER-KURIER: "Wir haben vorher geprüft, dass das juristisch einwandfrei ist und es keinen Interessenkonflikt gibt." Da die Audio Alliance eine Tochter von Bertelsmann und keine RTL-Tochter sei, gebe es nichts zu beanstanden. Bertelsmann wiederum besitzt 75 Prozent an der RTL-Gruppe. Holsten erklärte auch, dass der Landesmedienanstalt durch den Podcast keine zusätzlichen Kosten entstanden seien: "Die Produktion der beiden Podcasts in Berlin hatte ich mit Terminen verbunden, die ich sowieso dort hatte.“

Robert Hodonyi (Grüne) als Vorsitzender des Brema-Medienrats, dem Aufsichtsgremium, sagte, dass er die Diskussion und kritische Berichterstattung sehr ernst nehme: „Als Gremium haben wir uns bisher noch nicht ausführlich und gründlich mit dem inzwischen eingestellten Projekt beschäftigen können.“ Interne Klärungsprozesse seien am Laufen. Der Bewertung und Diskussion im Medienrat wolle Hodonyi nicht vorgreifen. Der medienpolitische Sprecher der Bremer CDU-Fraktion, Claas Rohmeyer, ebenfalls Mitglied im Medienrat, sagte: „Frau Holsten hat den Podcast wieder eingestellt. Damit hat sich das Thema erledigt.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+