Radioaktiv verseuchte Schiffe aus Japan Bremens Häfen machen Kontrollmessungen

Bremen. Knapp drei Wochen nach dem Erdbeben in Japan haben Behörden eine tausendfach erhöhte Radioaktivität im Meer vor Fukushima festgestellt. Europäische Häfen bereiten sich jetzt auf verseuchte Frachter aus der Region vor. Auch Bremen hat Sicherheitsmaßnahmen getroffen.
30.03.2011, 10:20
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Bremen. Knapp drei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Japan haben Behörden eine tausendfach erhöhte Radioaktivität im Meer vor Fukushima festgestellt. Europäische Häfen bereiten sich jetzt auf verseuchte Frachter aus der Region vor. Auch Bremen hat Sicherheitsmaßnahmen getroffen.

Noch ist in Bremen alles ruhig. „Die Wahrscheinlichkeit, dass radioaktiv verseuchte Schiffe in Bremen ankommen, ist unwahrscheinlich“, sagt Holger Bruns, Sprecher des Senators für Wirtschaft und Häfen. Es gebe keine direkten Linienverbindungen zwischen Japan und Bremen. Die Frachter laufen zunächst andere europäische Häfen an und werden von den örtlichen Behörden überprüft.

Dennoch wolle man auch in den Häfen von Bremen und Bremerhaven stichprobenweise Kontrollmessungen durchführen. „Grundsätzlich ist aufgrund des langen, mehrere Wochen dauernden Seetransports anzunehmen, dass eine eventuelle radioaktive Kontamination an Schiffen und deren Decksladungen durch Einwirkungen von Niederschlägen oder Seewasser erheblich reduziert wurde“, heißt es in einem Schreiben von Senatsrat Joachim Wülbers. Es sei davon auszugehen, dass eine Gefährdung im Bereich der Bremischen Häfen durch Schiffe, Ladung und Personal nicht eintreten werde.

Nach einem Bericht der Financial Times sei die Schiffahrtsbranche weltweit alarmiert. Mitte Mai werden die ersten möglicherweise kontaminierten Frachter Europa erreichen, wie man mit ihnen umgehen werde, sei aber noch nicht klar. "Das wird sehr kompliziert, und es gibt noch keine Lösung", sagt Erik van der Noordaa, Chef der Schiffsprüfungsgesellschaft Germanischer Lloyd der Financial Times. Auch in Hamburg verhandele man derzeit über einen Notfallplan, gehe aber auch davon aus, dass die Schiffe zunächst einen anderen europäischen Hafen anliefen. In Rotterdam verlange die dortige Hafenbehörde, dass die Kapitäne aller aus Asien einlaufenden Schiffe ihre letzten zehn Häfen auflisten und schriftlich garantieren, dass ihr Frachter nicht strahlt, heißt es weiter. Ein Hafenteam überprüfe dann die Radiaktivität an Bord. (ach)

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