Nach der Insolvenz Bremer AWO bekommt neue Dachorganisation

Bremen. Die Bremer Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat ein neues Dach: Seit heute übernimmt der AWO Kreisverband Hansestadt Bremen e.V. die Geschäfte des alten AWO Kreisverbandes, über den heute das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist.
01.04.2011, 13:27
Lesedauer: 1 Min
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Von Rainer Kabbert

Bremen. Die Bremer Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat ein neues Dach: Seit heute übernimmt der AWO Kreisverband Hansestadt Bremen e.V. die Geschäfte des alten AWO Kreisverbandes, über den heute das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist.

Zugleich wurde das operative Geschäft des alten Kreisverbands wie Kindertagesstätten und andere Einrichtungen in die AWO Bremen gemeinnützige GmbH ausgegliedert. „Es hat heute eine Betriebsübergabe 1:1 stattgefunden“, sagte Insolvenzverwalter Edgar Grönda, „ohne Nachteile für die rund 290 Mitarbeiter des alten Kreisverbands. Keine Einrichtung wird geschlossen.“

Die jetzige Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde möglich durch eine grundsätzliche Einigung mit den wichtigsten Gläubigern der AWO. Grönda-Mitarbeiter Claas Meier sprach hier von vier bis fünf Banken sowie zwischen zehn und 20 Vermietern, die sich zum Abschluss neuer Verträge bereiterklärt hätten. „Ohne die Plattform des Insolvenzverfahrens wäre dies nicht möglich gewesen“, sagte Grönda vor der Presse. Er lobte ausdrücklich die insgesamt rund 1500 AWO-Mitarbeiter für ihr „ungebrochenes Engagement“ seit Beginn des vorläufigen Insolvenzverfahrens am 17. Januar. In die Insolvenzmasse, erläuterte Grönda, gehe nur das Vermögen des Kreisverbandes ein, nicht aber das der AWO-Töchter.

AWO-Präsidentin Eva-Maria Lemke-Schulte sprach von einem „wunderbaren Ergebnis“ und dankte Insolvenzverwalter Grönda, für den auf der jüngsten Betriebsversammlung Applaus gespendet worden sei. AWO-Betriebsratschef Arno Ostfeld „sieht positiv in die Zukunft“ und forderte, nun das angekratzte Image der AWO durch weiterhin qualitativ gute Arbeit wieder herzustellen. „Die AWO bleibt eine Marke in der Stadt“, bekräftigte Geschäftsführer Burkhard Schiller und dankte besonders den Mitarbeitern für ihr Engagement.

Im weiteren Insolvenzverfahren müssen nun die Verträge insbesondere mit den Hauptgläubigern neu geschlossen werden. Dabei geht es auch um Miethöhen und Laufzeiten der Verträge. Neben Verbindlichkeiten bei Banken und Vermietern haben sich auch Lieferantenschulden angesammelt. Sämtliche Verbindlichkeiten werden nun in einer sogenannten Insolvenztabelle gebündelt. Grönda zeigte sich zuversichtlich, dass die Gläubiger den Sanierungsweg der AWO mitgehen werden.

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