Made in Bremen Bremer Firma "GME Design" gestaltet Möbel und Restaurants

Mit der Leidenschaft für Essen fing alles an, heute führen Bernd C. W. Müller, Henning Krohn und zwei weitere Geschäftsführer ein erfolgreiches Büro für Inneneinrichtungen und Produktdesign.
24.09.2017, 06:15
Lesedauer: 4 Min
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Von Insa Lohmann

„Gut ist natürlich, was gefällt. Aber wahre Begeisterung entsteht nur durch das Besondere“, sagt der Bremer Architekt Bernd C. W. Müller. Gemeinsam mit drei weiteren Geschäftsführern führt er mit GME Design ein Büro für Inneneinrichtungen und Produktdesign, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert. Einen Namen haben sich die Designer Henning Krohn und Architekten Jürgen Keil, Christian Buck sowie Müller vor allem durch die Gestaltung gehobener Bremer Restaurants gemacht. Auch Firmen wie Röhlig Logistics, Robert C. Spies oder BLG Logistics setzen bei der Gestaltung ihrer Büroräume auf die Design-Experten aus Bremen.

Als Müller sich Anfang der 70er-Jahre als Architekt und Designer selbstständig machte, steckte sein späterer Firmenpartner Krohn im wahrsten Sinne des Wortes noch in den Kinderschuhen. Eine erste gemeinsame Leidenschaft brachte die beiden schließlich zusammen: das Essen. Als Müller in einem Restaurant auf den Höfen speiste, fiel ihm das Interieur mit den vielen „schönen Besonderheiten“ auf, und er fragte die Inhaber nach dem Designer. Es war Krohn, der in einer Waller Schlosserei Möbel baute und designte. Fast 25 Jahre ist es inzwischen her, dass sich ihre Wege gekreuzt haben. Bis sie mit GME Design ihre eigene kleine Firma aufbauten, sollten allerdings noch ein paar Jahre vergehen.

Auch für Milchkännchen entwickelt GME Design Modelle

2007 machten Müller und Krohn schließlich Nägel mit Köpfen und gründeten die Bremer Firma GME Design. Inzwischen ist das Designbüro das zweite Standbein der GME-Gruppe. Das insgesamt 35-köpfige Team der Unternehmensgruppe aus Architekten, Innenarchitekten, Bauzeichnern und Designern in den Städten Achim und Bremen erhält Aufträge von Firmen, Instituten und privaten Bauherren. Mit der Gründung von GME Design wollten die Unternehmer den Design-Bereich stärker ins Visier nehmen. Dafür sei es wichtig gewesen, die Marke loszulösen und einen eigenen Standort am Teerhof zu schaffen.

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Insgesamt sieben Mitarbeiter entwickeln dort Designs für Möbel, Leuchten, Messestände und Produkte des täglichen Gebrauchs – wie beispielsweise Milchkännchen. „Mit GME Design schaffen wir die Verbindung zwischen Architektur und Design“, erläutert Müller. Denn mit der bloßen Außengestaltung einer Fassade ist seiner Meinung nach ein Gebäude nicht fertig. Deshalb bietet das Bremer Unternehmen bei Bedarf auch Einrichtungsberatung an, die auch die Planung von Möbeln, Produkten und Lichtgestaltung beinhalte.

Viele Bremer Restaurants wurden von GME Design gestaltet

Die Dienstleistungen von GME Design richten sich sowohl an Restaurants und Hotels als auch an Betreiber gewerblicher Bauten und Privatpersonen. So sind die Designer und Architekten beispielsweise für die Gestaltung und Einrichtung der Bremer Restaurants Canova in der Kunsthalle, Toshido im Schnoor sowie für das ehemalige Lokal Madame Ho an der Schlachte verantwortlich. Restaurants seien ein gutes Kommunikationsmittel für Design, ist Müller überzeugt. „Die Leute reden darüber.“

Zu ihren ersten Kunden aus dem Gastronomiebereich gehörte unter anderem das Edel-Bistro Grashoff’s, für das GME Design die gesamte Konzeption des Ladenbereichs übernahm. Müller: „Wir wollten etwas machen, das man noch nicht gesehen hat und das langlebig ist.“ Ziel sei es gewesen, die Lokalität zu einer Institution in der Stadt zu machen. „Das kann man durch Form, Farbe, Material und Gestaltung erreichen“, sagt der Architekt.

Die Gestaltung von Gastronomieräumen sei immer wieder eine Herausforderung für die Design-Experten aus Bremen und manchmal auch ein längerer Prozess, bis man sich einig werde. Als die Geschäftsführer vor einigen Jahren den Auftrag bekamen, die ehemalige Schmidt’s Bar in der Katharinenpassage zu gestalten, wollten sie dort zunächst eine reine Stehtisch-Lokalität umsetzen. „Wir waren damals sehr radikal“, erinnert sich Krohn.

"Jeder insprirative Gedanke stirbt mit der Gewohnheit"

Die Experten von GME Design bereuen das nicht, denn beim Design gehe es auch darum, Neues zu schaffen und wieder zu verwerfen. „Visionen und Fantasie sind die Nährstoffe für kreatives Denken“, ergänzt Müller. Da dürfe man ruhig ein wenig verrückt sein. Doch nicht jede Idee sei umsetzbar, denn in Restaurants und Bars müsse man am Ende möglichst viele Gäste mit der Einrichtung abholen. „Das ist auch für uns ein Lernprozess“, sagt Krohn.

Bei privaten Aufträgen müssen Krohn, Müller, Buck und Keil meistens deutlich weniger Menschen von ihren Ideen überzeugen – doch die sind nicht weniger anspruchsvoll. So übernehmen die Bremer Designer dabei nicht selten die Rolle eines Moderators. Schließlich müsse sich hinter die ganze Familie wohlfühlen, und jedes Mitglied habe eben sein eigenes Bewusstsein von Form, Farbe und Schönheit, wie Müller erklärt: „Und wir haben den Anspruch, die Menschen glücklich zu machen.“ Während bei Büroräumen und Restaurants mehr das Funktionale im Fokus stehe, müsse das Design in den heimischen vier Wänden vor allem dem Verhalten der Familie gerecht werden. „Denn jeder architektonische Bereich beeinflusst uns auf irgendeine Weise“, ist der Architekt überzeugt.

Für ihre eigenen vier Wände bevorzugen Müller und Krohn puristische Formen und weiße Wände – Pflanzen jeglicher Art finden bei ihnen keinen Platz –, dafür viele eigens gestaltete Möbel und Designprodukte. Das elegante Interieur der Italiener hat es ihnen besonders angetan: „Die italienischen Designer sind für mich die Größten“, schwärmt Müller, der seine Inspiration vor allem in Kunst, Theater und Film findet. Das hält ihn davon ab, in festgefahrenen Mustern zu denken. „Jeder inspirative Gedanke stirbt mit der Gewohnheit“, sagt der Architekt.

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