Häfen im Wettbewerb

Bremerhaven schwächelt

Der Containerumschlag an den Eurogate-Terminals der Seestadt ist zum Jahresbeginn eingebrochen. Aufwärts geht es dagegen in Wilhelmshaven und auch wieder in Hamburg.
03.04.2019, 18:48
Lesedauer: 2 Min
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Von Ilias Subjanto
Bremerhaven schwächelt

In Bremerhaven schlägt Eurogate jährlich über 5 Millionen Container um.

Karsten Klama

Bremen. Der Terminalbetreiber Eurogate erwartet für dieses Jahr eine leichte Zunahme beim Containerumschlag. Das gab das Unternehmen mit Sitz in Bremen am Mittwoch bekannt. Allerdings entwickeln sich die drei von Eurogate betriebenen deutschen Hafenterminals in Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven derzeit recht unterschiedlich: Während Eurogate in Hamburg und in Wilhelmshaven mit zweistelligem Wachstum rechnet, steht Bremerhaven wegen der Verlagerung von Diensten unter Druck. Zu Jahresbeginn brach der Umschlag an den Eurogate-Terminals in der Seestadt ein.

Im vergangenen Geschäftsjahr sank der Gesamtumschlag des Konzerns um 2,2 Prozent auf 14,1 Millionen TEU (Standardcontainer). Eurogate erwirtschaftete 2018 einen Jahresgewinn von 67,3 Millionen Euro. Im vorangegangenen Geschäftsjahr waren es noch 20,9 Prozent mehr gewesen, was laut Geschäftsführungsmitglied Marcel Egger an „Einmaleffekten“ lag. Der Umsatz ging von 607,9 Mio. Euro auf 604 Millionen Euro leicht zurück. Michael Blach, Vorsitzender der Geschäftsführung, bezeichnete das Ergebnis als „akzeptabel“. Gesellschafter von Eurogate sind die von Geschäftsführer Thomas Eckelmann privat geführte Eurokai in Hamburg und die BLG Logistics Group, die mehrheitlich der Stadt Bremen gehört.

Insgesamt sei das Geschäftsjahr von den Auswirkungen der Konsolidierungswelle unter den Reederei-Allianzen geprägt gewesen, so das Unternehmen. Das Terminal Hamburg konnte nach knapp zweijähriger Durststrecke einen deutlichen Mengenanstieg verzeichnen. Dazu hätten die Integration der Reederei Hamburg Süd in den Maersk-Konzern und der Neukunde Hyundai Merchant Marine maßgeblich beigetragen. 2018 wurden dort rund 1,64 Mio. TEU umgeschlagen.

In Bremerhaven war der Containerumschlag 2018 mit gut 5,47 Mio. TEU leicht rückläufig (5,54 Mio. TEU im Vorjahr). Im ersten Quartal dieses Jahres lag das Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 7,8 Prozent. Hier muss sich Eurogate noch überlegen, wie der Auftragsverlust der Reedereiallianz THE kompensiert werden soll.

Das Containerterminal Wilhelmshaven verzeichnet im dritten Jahr in Folge ein zweistelliges Wachstum; es profitiert vor allem vom steigenden Einsatz von Großcontainerschiffen mit bis zu 23 000 TEU Trans­portkapazität. Eckelmann wies darauf hin, dass noch vor 15 Jahren die größten Containerschiffe maximal 8500 TEU transportieren konnten. Diese Entwicklung stelle die Häfen und deren Betreiber vor große Herausforderungen.

Trotz dieses Wachstums liegt Wilhelmshaven weit hinter den geplanten Soll-Zahlen zurück: Im Moment ist das Terminal mit 655 790 TEU gerade einmal zu 25 Prozent ausgelastet, die Gewinnschwelle sei erst mit rund 1,6 Mio. TEU erreicht. Eurogate-Geschäftsführer Blach rechnet indes weiter mit einem jährlichen zweistelligen Wachstum und kann sich langfristig auch einen Ausbau des Terminals vorstellen.

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