Chipmangel bremst Autoproduktion weiter

Kurzarbeit bei Mercedes in Bremen wird ausgeweitet

In der nächsten Woche wird in Bremen erneut ein größerer Teil der Belegschaft von Mercedes in Kurzarbeit geschickt. Ursache für die Entscheidung ist der anhaltende Chipmangel.
21.07.2021, 19:11
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Kurzarbeit bei Mercedes in Bremen wird ausgeweitet
Von Lisa Boekhoff
Kurzarbeit bei Mercedes in Bremen wird ausgeweitet

Vom Chipmangel sind in Bremen laut Betriebsratschef grundsätzlich alle Modelle betroffen. Die Nachfrage der Kunden nach den Autos sei dabei da: "Das ist das Fatale."

Mercedes-Benz AG - Global Communications Mercedes-Benz Cars & Vans

Am Bremer Standort von Mercedes werden wegen des Chipmangels weitere Beschäftigte in die Kurzarbeit geschickt. Bereits in dieser Woche ist ein Teilbereich des Werks davon betroffen. Der Autohersteller weitet die Kurzarbeit nun aus. "Jetzt geht der überwiegende Teil des Werks nächste Woche in die Kurzarbeit", bestätigte der Betriebsratschef Michael Peters am Mittwoch gegenüber dem WESER-KURIER eine entsprechende Anfrage.

Zuvor hatte Radio Bremen über die Ausweitung der Kurzarbeit berichtet. Nach Informationen des Magazins "Buten un Binnen" sollen kommende Woche bis zu 7000 der insgesamt 12.500 Beschäftigten von der Kurzarbeit betroffen sein.

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Es sei bei grundsätzlich allen Fahrzeugmodellen der Mangel an Halbleiterkomponenten zu spüren, die Nachfrage nach den Autos von Mercedes ist Peters zufolge derweil da: "Das ist das Fatale." Es könne nicht so geliefert werden, wie man es eigentlich wolle. Der Betriebsratschef kommentierte den Chipmangel schon vergangene Woche mit deutlichen Worten: „Wir sind alle tierisch genervt."

Die Kurzarbeit in Bremen ist laut Peters zunächst um die kommende Woche verlängert worden. Die Autoproduktion in Sebaldsbrück wird damit erneut im größeren Umfang ausgebremst. Schon im April, Mai und Juni gab es hier zeitweise Kurzarbeit für einen Großteil der Mitarbeiter. Neben Mercedes sind weitere Autokonzerne und auch andere Branchen vom Chipmangel betroffen.

Am Mittwoch kündigte das Unternehmen derweil an, dass Personalvorstand Wilfried Porth sein Mandat im Dezember niederlegen wird – im Zuge der geplanten Abspaltung der Lkw-Sparte vom Gesamtkonzern. Zu Porths Nachfolgerin bestimmte der Aufsichtsrat Sabine Kohleisen, seit 2019 Personalvorständin und Arbeitsdirektorin der Pkw-Tochter Mercedes-Benz. Angesichts der Abspaltung der Truck-Sparte gibt es auch Veränderungen im Aufsichtsrat der Daimler AG. So werde im Oktober unter anderem Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser sein Mandat dort abgeben. Er soll stattdessen Aufsichtsratschef der dann börsennotierten Daimler Truck werden.

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