Teilbereich des Werks betroffen Erneut Kurzarbeit bei Mercedes in Bremen

Erst traf es die Kollegen in Sindelfingen erneut. Nun gibt es in einem Teilbereich des Werks auch in Bremen wieder Kurzarbeit. "Wir sind alle tierisch genervt", sagt der Bremer Betriebsratschef.
16.07.2021, 19:09
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Erneut Kurzarbeit bei Mercedes in Bremen
Von Lisa Schröder

In der nächsten Woche gibt es am Standort von Mercedes in Bremen wegen des Chipmangels erneut Kurzarbeit. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage. Betroffen ist demnach ein Teilbereich des Werks.

Bereits in dieser Woche gab es in Sindelfingen wiederholt Kurzarbeit. "Gegenwärtig besteht weltweit ein Lieferengpass an bestimmten Halbleiterkomponenten", teilte eine Sprecherin von Mercedes mit. "Die Situation ist weiterhin volatil. Wir fahren auf Sicht." Eine Prognose, wann sich der Engpass im Laufe des Jahres auflösen werde, sei derzeit nicht möglich. Die Elektrooffensive des Autoherstellers habe weiterhin höchste Priorität.

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"Wir sind alle tierisch genervt", kommentierte Michael Peters, der Betriebsratschef für Bremen, das wiederkehrende Problem, das die Produktion ausbremst, gegenüber dem WESER-KURIER. Der Chipmangel sorge für Verunsicherung. "Das wird uns wohl noch länger begleiten", befürchtet Peters.

Eigentlich könnten laut dem Betriebsratschef vor Ort viel mehr Autos hergestellt werden, weil die Nachfrage der Kunden da sei. Es sei anstrengend, die Produktion immer wieder anpassen zu müssen. Trotz guter Regelungen führe die Kurzarbeit für die Kollegen zu Entgeltverlusten. "Kurzarbeit ist keine Spaßveranstaltung."

Schon im April, Mai und Juni gab es in Sebaldsbrück zeitweise Kurzarbeit für einen Großteil der insgesamt 12.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Andere Autohersteller trifft der Chipmangel ebenso – etwa VW oder auch Audi. Der Mangel an Halbleitern wird nach der Analyse des Duisburger Center Automotive Research von Ferdinand Dudenhöffer in der Autoindustrie zu einem Produktionsausfall von rund fünf Millionen Fahrzeugen in diesem Jahr führen. Der Autoexperte rechnet auch 2022 noch mit Produktionsausfällen.

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