E-Auto von Daimler Daimlers E-Limousine wird in Bremen gebaut

Der Autobauer Daimler kündigt neue Modelle mit Elektromotor an. Neben dem EQS und dem EQA soll im kommenden Jahr auch der Startschuss für den EQE fallen: Er wird in Bremen gebaut.
15.12.2020, 06:00
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Daimlers E-Limousine wird in Bremen gebaut
Von Stefan Lakeband

Das Bremer Mercedes-Werk wird im kommenden Jahr ein weiteres elektrisches Modell bauen. In der zweiten Hälfte 2021 soll der Produktionsstart für den EQE sein. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.

Hinter den drei Buchstaben verbirgt sich laut Mercedes eine Business-Limousine, ähnlich wie die E-Klasse, die rein elektrisch angetrieben werden soll. Nach dem Produktionsstart in Bremen soll kurze Zeit später der Bau in Peking für den chinesischen Markt beginnen. Wann genau zum ersten Mal ein EQE in Bremen vom Band rollen soll, ist nicht bekannt. Die Vorbereitungen dafür laufen aber schon und würden zu Beginn des kommenden Jahres intensiviert, wie Michael Peters, Betriebsratschef im Bremer Werk, sagt. Dazu gehören etwa Umbauten und neue Anlagen, um den EQE in die laufende Produktion zu integrieren. Dadurch könne flexibel reagiert und die Produktion angepasst werden, wenn die Nachfrage nach E-Autos steigt.

Bremer Werk pausiert ab Weihnachten

„Der EQE ist ein weiterer Schritt in Richtung E-Mobilität für das Bremer Werk“, sagt der Betriebsratschef. Konzernweit war die Fertigung in Sebaldsbrück der erste Standort, der ein Elektroauto der Marke EQ gebaut hat; seit Mai 2019 wird der EQC in Bremen hergestellt. Dass nun ein weiteres E-Auto aus Bremen komme, sei daher eine Auszeichnung für die gesamte Belegschaft.

„Uns ist wichtig, dass es keine reinen Elektrowerke gibt“, sagt Peters, sondern dass Fahrzeuge mit E-Motor und Verbrennungsmotor unter einem Dach produziert würden. Parallel zu den Vorbereitungen für den EQE laufe die Schulung von weiteren Mitarbeitern, etwa für den Umgang mit Hochvolt-Systemen. Diese Weiterbildungen, so Peters, finden bereits seit der Einführung der Hybrid-Modelle statt. Je mehr E-Autos produziert werden, desto wichtiger werden sie.

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Der EQE ist aber nicht das einzige Elektrofahrzeug von Mercedes, das im kommenden Jahr das Portfolio des Autobauers erweitern soll. Der Konzern startet 2021 eine große Offensive. Das Ziel: 2022 soll das Programm acht vollelektrische Mercedes-EQ-Modelle umfassen.

Bereits in der ersten Hälfte des kommenden Jahres soll die Produktion des EQS beginnen, eine Luxuslimousine ähnlich der S-Klasse. Gebaut werden soll sie in Sindelfingen in der Factory 56, die Daimler auch als „Fabrik der Zukunft“ bezeichnet. In Rastatt soll künftig der Kompakt-SUV EQA vom Band laufen und bereits am 20. Januar Weltpremiere feiern; die Produktion ist laut Mercedes reibungslos gestartet. Damit seien alle fünf in Rastatt produzierten Fahrzeuge elektrifiziert: Neben dem vollelektrischen EQA werden im Mercedes-Benz-Werk Rastatt auch die A-Klasse, A?Klasse Limousine, B-Klasse und der kompakte SUV GLA gebaut – sowohl mit klassischem Verbrennungsantrieb als auch mit Plug-in-Hybridantrieb. Im ungarischen Werk Kecskemét will Daimler den EQB produzieren.

Weg zur CO2-Neutralität

„Insgesamt wird das Produktionsnetzwerk damit über sechs Mercedes-EQ-Pkw-Standorte verfügen“, sagt Produktionsvorstand Jörg Burzer. „Mercedes-Benz geht mit seiner Electric-First-Strategie konsequent den Weg zur CO2-Neutralität und investiert massiv in die Transformation. Unser Fahrzeugportfolio wird elektrisch und somit auch unser globales Produktionsnetzwerk mit Fahrzeug- und Batteriefabriken“, sagt Daimler-Vorstand Markus Schäfer.

Anders als bei Autobauer Volkswagen sind die aktuellen Corona-Zahlen kein Grund für Mercedes, die Produktion anpassen zu müssen. Volkswagen hatte angekündigt, wegen Corona-Fällen bei einem Zulieferer unter anderem die Produktion im Werk in Wolfsburg drosseln zu wollen. Für die betroffenen Mitarbeiter soll demnach Kurzarbeit angemeldet werden.

Bei Mercedes in Bremen stehen ab dem 23. Dezember dennoch die Bänder still: Wie schon in den Jahren zuvor geht das Werk in die Betriebsferien und nimmt im Januar wieder die Produktion auf.

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