Undersea Defence Technology Einfach abtauchen: Rheinmetall simuliert U-Boot-Missionen

Stehtische, Aufsteller mit Broschüren, die perfekte Inszenierung der Produkte – die Undersea Defence Technology (UDT) funktioniert wie eine normale Messe. Doch worum es hier geht, ist besonders.
31.05.2017, 22:32
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Einfach abtauchen: Rheinmetall simuliert U-Boot-Missionen
Von Lisa Schröder

Stehtische, Aufsteller mit Broschüren, die perfekte Inszenierung der Produkte – die Undersea Defence Technology (UDT) funktioniert wie eine normale Messe. Doch worum es hier geht, ist besonders.

An den Ständen sind Modelle von U-Booten, Mienensuchgeräten und Torpedos zu sehen. Denn auf der Rüstungsmesse wird die neuste Technik für die Unterwasserverteidigung gezeigt. Zum ersten Mal findet die internationale Messe in Bremen statt. Unter den 80 Ausstellern sind auch viele Unternehmen aus der Region: die Lürssen-Werft, Atlas Elektronik aus Bremen sowie Abeking & Rasmussen aus Lemwerder.

Ulrich Sasse ist ebenfalls da. "Wir sind auf jeder UDT dabei", sagt der Geschäftsführer von Rheinmetall Defence Electronics (RDE) mit Sitz in Hemelingen. Das Unternehmen bietet weltweit Trainings- und Ausbildungssysteme für U-Boote an. In Simulationen der RDE könnten Soldaten für ihre jeweilige Aufgabe geschult werden – ohne Unterwasser sein zu müssen.

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"Das entspricht im ganz hohen Maße der Wirklichkeit", so Sasse. "Sie können dort komplette Missionen schulen – als wären sie mit einem Team irgendwo auf den Weltmeeren unterwegs." Am Stand des Unternehmens sind verschiedene Simulatoren im Einsatz: Sensoren messen den Wasserschall, Radarbildschirme bilden das Geschehen im Meer ab.

Es gehe darum, ein Gesamtszenario zu entwickeln samt der Vernetzung an Bord und möglichst realistisch – mit Notfällen und den Bewegungen des U-Boots. „Wir bilden die Systeme 1:1 nach.“ Dabei kooperiere man mit Thyssen-Krupp und anderen Partnern.

Neue Wege durch die Technik

RDE, Tochter des Rüstungskonzerns und Automobilzulieferers Rheinmetall, sei ein Hochtechnologieunternehmen. Der Anteil der Informatiker unter den 1200 Beschäftigten liegt mittlerweile bei mehr als der Hälfte. Die Technik ermögliche neue Wege – Szenarien ließen sich durch Virtual-Reality-Brillen erleben, Apps auf dem Smartphone nutzen.

Um diese Themen kümmert sich eine Bremer Tochter der RDE. „Wir nutzen das, was in der Gaming-Industrie hochkommt“, so Sasse. Die Systeme an Bord seien komplex, das intensive Training deshalb wichtig. „Letztlich ist eine gute Ausbildung ein Garant dafür, dass nicht nur die Seewege sicherer werden, sondern auch, dass Leib und Leben der Soldaten geschützt wird.“

Weil es nur eine bestimmte Anzahl an Schiffen gebe, seien Simulationen notwendig. Rheinmetall Defence Electronics arbeitet auch für zivile Zwecke mit einem Umsatz von jährlich etwa 200 Millionen Euro. Dieser Anteil steige jedoch zunehmend.

Demonstration zur Eröffnung

Simulationen gibt es etwa für den Luftverkehr, für Handelsschiffe oder für Ölplattformen. Der größte militärische Kunde sei die Bundeswehr, wenngleich es weltweit Käufer gebe – von der Schweiz bis China. Die UDT sei eine Möglichkeit, um vor allem mit europäischen Vertretern der Marine oder Werften ins Gespräch zu kommen und sich in Vorträgen und Diskussionen über neue Technologien auszutauschen.

Geschäfte schließe man auf der Messe nicht unbedingt ab. Sasse sagt, er finde es richtig, dass eine solche Messe in Bremen ausgerichtet werde, weil Kunden den Standort und seine wesentlichen Firmen aus der Branche damit registrierten. Von der Demonstration gegen die Rüstungsmesse zur Eröffnung habe er direkt nichts mitbekommen. „Menschen haben unterschiedliche Standpunkte. Es ist gut, wenn sie diese kundtun.“ An diesem Freitag endet die UDT.

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