Universität Bremen Einfluss der Wirtschaft steht in der Kritik

Bremen. 63 Bremer Wissenschaftler - darunter sehr viele pensionierte Professoren der Bremer Uni - beklagen, die Wirtschaft finanziere immer mehr Lehrstühle und nehme darüber Einfluss auf die Forschung der Universität. Die Uni-Leitung bezeichnet die Vorwürfe als unhaltbar.
02.02.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Elke Gundel

Bremen. 63 Bremer Wissenschaftler - darunter sehr viele pensionierte Professoren der Bremer Uni - beklagen, die Wirtschaft finanziere immer mehr Lehrstühle und nehme darüber Einfluss auf die Forschung der Universität. In einer Erklärung kritisieren die 63 Unterzeichner deshalb die wachsende Zahl von Stiftungs-Professuren. Die Uni-Leitung bezeichnet die Vorwürfe als unhaltbar.

Für "besonders problematisch" halten die 63 Hochschullehrer und Wissenschaftler die Professur für Raumfahrt-Technologie, die von der Bremer Satellitenschmiede OHB und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gestiftet worden ist. "Eine derartige Stiftungsprofessur setzt die Freiheit von Forschung und Lehre aufs Spiel und widerspricht dem Geist der Gründung der Universität sowie dem Auftrag einer Friedensforschung, die nicht der Gefahr der Rücksichtnahme auf private Spender ausgesetzt sein darf", heißt es in der Erklärung. Das Rektorat dagegen betont, angesichts knapper öffentlicher Mittel bemühe sich die Uni seit Jahren verstärkt um Stiftungsprofessuren. Insgesamt seien der Bremer Uni bislang 18 Professuren gestiftet worden - dabei sorgen die Stifter für eine mehrjährige Anschub-Finanzierung, dann wird der Lehrstuhl aus dem Etat der Uni bezahlt. Aktuell gebe es - abgesehen von der OHB-Professur - sechs gestiftete Lehrstühle. Die Uni akzeptiere dabei nur Inhalte, die in die

ohnehin laufende Hochschulentwicklungsplanung passe. Diese werde in den Studiengängen und Fachbereichen erarbeitet und vom Akademischen Senat beschlossen. Aufgabe der Verantwortlichen in den Dekanaten, in den Studiengängen und Berufungskommissionen sei es, die universitäre Unabhängigkeit von Forschung und Lehre zu garantieren. Für den Vorwurf, diese Unabhängigkeit sei gefährdet, gebe es keine Grundlage. Auch bei der Stiftungsprofessur Raumfahrt-Technologie sei die Kritik falsch. Die Weltraumforschung an der Hochschule habe "rein grundlagenorientierten zivilen Charakter".

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