Kommentar zur Konjunktur in Bremen Fette Jahre, magere Jahre

Der neue Konjunkturreport der Bremer Handelskammer zeigt: Die Wirtschaft bewertet die Lage „überwiegend positiv, wenn auch nicht mehr ganz so deutlich wie zu Jahresbeginn“. Moritz Döbler kommentiert den Befund.
14.05.2019, 16:11
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Fette Jahre, magere Jahre
Von Moritz Döbler

Die Menschen kommen über die Gegenwart nicht hinaus. „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“, soll schon Albert Einstein gesagt haben. Aber Prognosen sind nur Vermutungen, manche plausibler als andere. Wenn es ums Geld geht, wüsste man es lieber genau, aber auch da gilt: siehe oben.

Unternehmer über ihre Erwartungen zu befragen, wie es die Bremer Handelskammer quartalsweise tut, ergibt ein Stimmungsbild, keine Prognose, zumal niemand gern schlecht übers Geschäft redet. „Die Unternehmen des Landes Bremen bewerten ihre gegenwärtige Lage weiterhin überwiegend positiv, wenn auch nicht mehr ganz so deutlich wie zu Jahresbeginn“, heißt es dann.

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Die Konjunktur ist am spannendsten, wenn sie die Richtung ändert, also der Aufschwung in einen Abschwung übergeht oder umgekehrt. So einen Wendepunkt exakt vorherzusagen, wäre eine hohe Kunst; gelungen ist es noch nie. Weil die Konjunktur in Zyklen verläuft, bedeutet „nicht mehr ganz so deutlich positiv“: Viel besser kann es nicht werden, eher schlechter. Und weil das jetzt alle sagen, dürfte es erst recht so kommen. „Die fetten Jahre sind vorbei“, titelte „Der Spiegel“.

Ziemlich sicher ist: Die allermeisten Bremer Unternehmen werden auch magere Jahre meistern, aber die Steuereinnahmen steigen langsamer und sinken bald. Kurz vor der Bürgerschaftswahl ist auch klar: Der Spielraum für die neue Regierung wird deutlich kleiner ausfallen. Wie stark, wie schnell er schrumpft, weiß jedoch niemand.

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